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Handwörterbuch der Philosophie
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290 Idealismus. geistigen Prozeß bestimmen das Wirkliche auch FECHNER, LOTZE („teleo- logischer" L), BERGMANN, F. J. SCHMIDT (Der philos. Sinn. Programm des energetischen Idealismus, 1912), EUCKEN (S. Geist), BRAUN, LIPPS, B. KERN, MÜNSTERBERG, E. v. HARTMANN (s. Unbewußt) u. a., COUSIN, BERGSON, CARLYLE, ROYCE, BOSTRÖM U. a. VgL H. SIMON, Der magische L, Stud. zur Philos. des Novalis, 1906. Vgl. Spiritualismus. Der erkenntnistheoretische I. wird schon in den indischen gelehrt. Die Erkenntnis der Subjektivität eines Teiles des Wahrnehmungsin- halts oder der Sinnesqualitäten (HERAKLIT, Eleaten, DEMOKRIT U. a., später bei W. VON OCCAM, LOCKE U. a.; s. Qualität) bereitet den Idealismus „methodischer Zweifel" spricht die Möglichkeit, daß die Dinge nur als Vorstellungen existieren, aus, ohne daß aber DESCARTES mit dem Idealismus- Ernst macht (s. Cogito). Auch nach MALEBRANCHE könnten die Wahrnehmungen stattfinden, ohne daß es Dinge außer ihnen gäbe, deren Vorstellungen nach M. unmittelbar von Gott herrühren (s. Idee). Daß alles Sein der Außendinge (Körper) nur Vorstellungsinhalt ist, behaupten A. COLLIER und BERKELEY. Letzterer betrachtet nicht (wie LOCKE) nur die „sekundären", sondern auch die „primären" Qualitäten (Ausdehnung, Dichte usw.) als etwas bloß Ideelles lehrt, das Sein der Außendinge bestehe nur in ihrem Vorgestelltsein (esse = percipi; Principles, II, IX). Die Objekte (s. d.) existieren nur als Wahr- nehmungsinhalte, Empfindungskomplexe, außerdem noch als Ideen im gött- lichen Bewußtsein. Es gibt an sich nur Geister und deren Vorstellungen Nach LEIBNIZ sind die Körper (s. d.) Erscheinungen geistiger Wesen (Monaden), existieren also als ausgedehnte Dinge nicht unab- hängig von der Vorstellung. Den kritischen (formalen, transzendentalen) I. begründet KANT. Hiernach sind die Dinge als Objekte, als Substanzen, die miteinander in Wechselwirkung stehen, nur „Erscheinungen" (s. d.), Inhalte möglicher Erfah- rung, nicht das unerkennbare „Ding an sich". Was in Raum und Zeit er- kannt wird, ist zwar „empirisch real", wirklich, empirisch konstatierbar, wahr- nehmungsnotwendig, aber existiert nicht unabhängig von aller Erfahrung, von allem Bewußtsein in dieser Beschaffenheit (Krit. d. rein. Vern., S. 312 ff., 401 ff.). „Es sind uns Dinge als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem, was sie an sich selbst sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur ihre Erscheinungen, d. i. die Vorstellungen, die sie in uns wirken, indem sie unsere Sinne (Prolegomena, § 13, II). Der kritische I. stürzt den gewöhnlichen I. um, indem durch jenen alle apriorische (s. d.) Erkenntnis erst objektive Realität (Gültigkeit für Objekte) bekommt, was ohne die Idealität von Raum und Zeit nicht möglich ist (1. c. Anhang; s. Anschauungsformen). — VgL LICHTENBERG, Schriften, f.; BECK, MAIMON (Kein Ding an sich). Während bei KANT ein „Ding an sich" schließlich doch anerkannt schreitet FICHTE ZU einem totalen Idealismus fort. Die Außenwelt ist Produkt des absoluten „Ich" (s. d.), durch die (unbewußten) desselben als Beschränkung seiner ins Unendliche gehenden Tätigkeit Sie ist nur das Materiale unserer Pflicht", nur um des Sittlichen willen da (ethischer I.). Ein „Ding an sich" gibt es nicht; kein Objekt (s. ohne Subjekt der ges. Wissenschaftslehre, S. 131 ff.; vgl. SCHELLING, System des transzendentalen Idealismus, S. 63 ff.). Nach SCHOPENHAUER ist.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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