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Handwörterbuch der Philosophie
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292 Idealismus — Ideation. Der indische Idealismus, 1903; DWELSHAUVERS, Les principes de l'ideal. scientifique, 1895; GAULTIER, Les raisons de 1906. — Vgl. Objekt, Ding, Ideal-Realismus, Sein, Wirklichkeit, Qualität, Bewußtsein, Subjektivis- mus, Solipsismus, Idee, Geschichte, Hegelianismus, Kritizismus, Kantianismus, Panpsychismus, Phänomenalismus, Positivismus, Monismus, Transzendent, Er- kenntnistheorie, Materie, Sittlichkeit, Ästhetik, Tatsache. praktischer, ist eine Form der Lebensanschauung und Lebenswollung, ist idealistische Gesinnung und Tendenz, d. h. ein Streben, Ideen und Ideale im individuellen und sozialen Leben zu verwirklichen, das Leben im Sinne idealer Forderungen zu gestalten. Die Idee, das Ideal soll Realität erlangen, die Wirklichkeit soll idealisiert, d. h. in der Richtung höchster, idealer Willensziele sich bewegen. Wenn hierbei auf die realen, historisch gewordenen Verhältnisse nicht Rücksicht genommen wird, wenn die Entwick- lungsmöglichkeiten außer acht gelassen werden, dann kommt es zu einem schwärmerischen, utopischen L, an dessen Stelle ein tatkräftiger, aktiver, aber besonnener, methodisch vorgehender Idealismus tritt, der alle Gebiete des Lebens ergreifen kann und soll. In diesem Sinne denken PLATON, HERDER, KANT, SCHILLER (vgl. Über naive und sentimentale Dichtung; Idealist ist, wer „aus reiner Vernunft seine Bestimmungsgründe nimmt"; „wahrer" und „falscher", phantastischer L), W. VON HUMBOLDT, FICHTE, SCHELLING, HEGEL, SCHLEIERMACHER, LOTZE, WUNDT, EUCKEN, WINDELBAND, COHEN, NA- TORP, KINKEL, F. J. SCHMIDT, PAULSEN, JODL, OSTWALD, FOUILLEE U. a. Einen aktivistischen, „willenskritischen" Idealismus, welcher sich nicht mit idealer Weltanschauung begnügt, sondern die „ideale fordert, vertritt R. GOLDSCHEID (S. Willenskritik). Vgl. Aktivismus, Sittlichkeit, Idee, Kultur, Soziologie, Geschichte. Ideal-Realismus ist 1. die Ansicht, daß das Ideale selbst zugleich das Reale ist, daß Idealität und Realität Korrelate sind, daß das Reale aus ideellen Prinzipien abzuleiten ist (FICHTE, d. gesamten Wissenschaftslehre, S. 269 f.; SCHELLING, Ideen zur Naturphilos., S. 67; System d. transzendental. Idealismus, S. 79); 2. die Lehre, daß dem Idealen etwas Reales entspricht und daß das Reale sich im Idealen manifestiert, in den objektiven Bewußtseinsinhalten erscheint (CARRIERE U. a.), sowie die An- sicht, das Reale Träger und Organ des Idealen ist (SCHLEIERMACHER, HERBART, BENEKE, TRENDELENBURG, LOTZE, ULRICI, E. V. HARTMANN, UEBERWEG, Zeitschr. f. Philos., Bd. 34, 1859; L. WEIS, Idealrealismus und Materialismus, 1877, H. STRUVE U. a.). — Nach WUNDT ist der „allein be- rechtigte kritische Idealismus zugleich „Er hat nicht . . . aus realen Prinzipien die Realität spekulativ abzuleiten, sondern, gestützt auf die berechtigten Begriffe der Wissenschaft, das Verhältnis der idealen Prin- zipien der objektiven Realität nachzuweisen." Es ist anzunehmen, daß die idealen Prinzipien sich in der objektiven Realität wiederfinden (Logik 1895, S. 86 ff.). Vgl. Objekt, Erscheinung, Realismus, Identitätsphilosophie, Phänomenalismus. Nach HUSSERL besteht die „Ideation" in der Beziehung des Konkreten auf die Idee, in der Erhebung des Besonderen zum Allgemeinen, zur zeitlosen identisch bleibenden Geltungseinheit (Logische Untersuchungen, 1901 f., I, 129).
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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