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Idee. 295
Pinge Gott (Three Dialoges between and Philonous, 1713; deutsch
1901; 1744).
Als zeitlose, den Dingen zur Erscheinung gelangende, produktive Formen
des geistigen Lebens werden Ideen auch in der Philosophie des
19. Jahrhunderts angenommen. Nach FICHTE ist alles Leben in der Materie
der Idee"; die Idee selbst ist ein „selbständiger, in sich lebendiger und
die Materie belebender Gedanke" mit dem Streben, sich zu entwickeln (Grundz.
d. wärt. Zeitalters, 1806; WW. VI, 368). Das schöpferische Reich der
Ideen bekundet sich besonders in der Geschichte, im Geistesleben. Nach
SCHELLING sind die Ideen die Urformen des Lebens (Jahrb. der Medizin I),
„Synthesen der absoluten Identität des Allgemeinen und Besondern", die
„Wesenheiten der Dinge als gegründet in der Ewigkeit Gottes", die „Seelen
der Dinge", (Vorles. über d. Methode des Studiums3,
S. 98, WW. I 6, 183). Nach SCHOPENHAUER sind die Ideen Stufen
der Objektivation des an sich seienden „Wülens", die „ewigen Formen" der
Dinge zeit-, und grundlos, ewig (Die als Wille und Vorstellung,
I. Bd., § 25 ff.; vgl. Ästhetik). HEGEL bezeichnet die Weltvernunft als die
„Idee". Sie ist die „Einheit von Begriff und Realität", der „adäquate
griff", das „objektive Wahre". Sie ist das Denken als „sich entwickelnde
Totalität seiner eigentümlichen Bestimmungen und Gesetze"', die „absolute
Einheit des Begriffs und der Objektivität". Das Absolute ist „die allgemeine
und eine Idee, welche als sich zum System der bestimmten
Ideen besondert". Sie ist die „Dialektik" (s. d.), ein ewiger Prozeß, ewige
Lebendigkeit, ewiger Das einzelne Sein ist eine Seite der Idee, der
objektiven Vernunft (Logik III, ff.; Enzyklop. § 19, 213 ff.) Die Idee
ist „die Vernunft eines Gegenstandes" (Philos. des Rechts, § 2). Vgl.
K. ROSENKRANZ, Wissensch. d. logischen Idee, 1858 f. — Objektive Ideen
gibt es nach GOETHE, OERSTED, ESCHENMAYER, CARUS, J. J. WAGNER, CHR.
KRAUSE, GIOBERTI, V. COUSIN, MONRAD, CARRIERE, FROHSCHAMMER, J. H.
FICHTE, LOTZE, (Abriß der philos. Grundwissenschaften,
LIEBMANN (Ideen als „Gesetzeskomplikationen"), STEINTHAL, WILL-
MANN, H. ST. CHAMBERLAIN, H. KEYSERLING (Das Gefüge der
WEIDENBACH (Die Wirklichkeit ist Idee, Vernunft; Mensch und
Wirklichkeit, 1907) u. a. Nach FOUILLEE gibt es (Ideenkräfte
oder Kraft-Ideen), wirkende, sich selbst verwirklichende psychische Faktoren
(Der Evolutionismus der Kraft-Ideen, 1908, S. 5 ff., 60 ff., 175 ff.). Vgl. ROS-
MINI, Nuova origine idee, 1851/52.
In der Geschichte (s. d.) wirken Ideen nach HERDER, FICHTE,
HEGEL, W. V. HUMBOLDT (WW. VII, 12 ff.), RANKE U. HARMS (als
Willensinhalte), LAZARUS (Über die Ideen in der Geschichte2, 1872) u. a., als
immanente, psychische Faktoren, Zielgedanken und Strebungsziele auch nach
LAMPRECHT, FLÜGEL, JODL, TH. LINDNER, BARTH, M. ADLER (als
„Formen der sozial gewordenen Selbsterhaltung", „Richtungselemente sozialer
Kausalität") u. a. (vgl. GOLDFRIEDRICH, Die historische Ideenlehre in Deutsch-
land, 1902).
Als abschließender Vernunftbegriff, oberster Einheitsgedanke, höchster
Richtungspunkt für das Denken und Handeln tritt die Idee (vgl. schon Platon)
bei KANT auf. Idee im methodischen Sinne ist „der Vernunftbegriff von der
Form eines Ganzen, sofern durch denselben der Umfang des Mannigfaltigen
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften