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Handwörterbuch der Philosophie
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Identität. 299 FÜLLERTON, On Sameness and 1890. Vgl. Identitätsurteil, Identitas, Selbstbewußtsein, Wahrheit (HUSSERL, Einheit, Apperzeption, Korrelat (GILBERT), Urteil, Schluß. Identität, Satz der (Identitätsprinzip, „principium identitatis"; A = A), ist ein logisches Denkgesetz, nämlich die Forderung, das Postulat, im Urteil und im Verlaufe eines Denkzusammenhanges einen Begriffsinhalt einheitlich festzu- halten, ihn nicht unvermerkt durch einen andern, ihm widersprechenden zu er- setzen. „A soll A bleiben", dieses Postulat bildet die Voraussetzung alles Denkens und gilt zugleich für alles, was Denkinhalt, Denkobjekt werden kann. Innerhalb eines Denkzusammenhanges muß jedes Wort in seiner Bedeutung festgehalten werden, jedes Symbol seine begriffliche Bedeutung beibehalten, sonst ist ein logisches, einheitliches Denken unmöglich; das Identitätsprinzip gilt daher a priori, es ist durch den „reinen Denkwillen" gesetzt, gefordert, der auf die in Eins-Setzung des Übereinstimmenden geht. Das Identitätsprinzip, das schon bei PARMENIDES, PLATON, (Analyt. prior. I, 32; Metaphys. IX, 10) angedeutet ist, wird vielfach in der Form: „Jedes Ding ist, was es ist", „Was ist, ist", „Jedes Ding ist mit sich identisch, sich selbst gleich" aufgestellt (LOCKE, LEIBNIZ, LOTZE, JEVONS u. a.; vgl. B. ERDMANN, Logik, 1892, I, 172 ff.). — Aus einer „ursprünglichen Tathandlung" des Ich leitet das Prinzip FICHTE ab. Der Satz: Ich = Ich („Ich bin") begründet den Satz: A A als Form der Folgerung vom Gesetzt- sein auf das Sein d. ges. Wissenschaftslehre, S. 11 f.; vgl. SCHELLING, System d. transzendental. Idealismus, S. 57; WW. I 4, 116; I 6, 147). — Nach HEGEL ist das Prinzip nur ein Gesetz des „abstrakten Verstandes" (Enzyklop. § Als logische Forderung faßt das Identitätsprinzip WUNDT auf: es soll überall das Übereinstimmende gleichgesetzt werden. Prädikat soll der näm- liche Begriff festgehalten werden wie im Subjekt des Urteils (Logik 1895, 558 ff.; System d. Philos. 1907, S. 60 ff.). Nach H. CORNELIUS ist das Prinzip die „Forderung der feststehenden Bedeutung der im Urteil ge- brauchten begrifflichen Symbole" (Einleit. in d. Philos., 1903, S. 287). Ein Postulat ist der Satz auch nach JERUSALEM, J. SCHULTZ, F. C. S. SCHILLER (Humanismus, 1911; Formal Logie, 1912) u. a. — Nach COHEN (Logik, 1902, S. 79 ff.), PALAGYI (Logik auf dem Scheidewege, 1903, S 241 ff.) u. a. drückt das Prinzip die Identität dessen aus, was im Wechsel des Denkens gesetzt oder gedacht wird („A ist A, und bleibt A, so oft es auch gedacht wird", COHEN, a. a. — unterscheidet vom Identitätssatz, welcher eine Forde- rung enthält, das „Prinzip der Übereinstimmung": „Das Urteil ist uns darum gültig, es notwendig ist, Übereinstimmendes in eins zu setzen" (Logik, S. 102 ff.; 4. A. 1911). Nach A. ist das Identitätsprinzip das A priori des Denkens, durch dessen Zusammenstellung mit den die ihm die Grundsätze der Substanz der Kausalität entstehen (Denken u. Wirklichkeit8, 1884). Vgl. UEBERWEG, Logik § .71; JEVONS, Leitfaden der Logik, 1906; HÖFFDING, Der menschL Gedanke, 1911; SCHUPPE, Erkenntnistheoret. Logik, 1878; B. PETRONIEVICS, Prinzipien der Metaphysik I, 1904; EWALD, Kants kritischer Idealismus, 1908; KREIRIG, Die intellek- tuellen Funktionen, 1909; Wissenschaft u. Wirklichkeit, 1912, S. 29 f. (Kein normativer Grundsatz, beschreibt nur, was das Denken
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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