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Handwörterbuch der Philosophie
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302 Identitätsurteil. Dinge, die, je nach dem Standpunkt verschieden erscheinen, wie etwa ein Kreis von außen konvex, von innen konkav sich darstellt und doch ein Ding ist. „Was dir auf innerem Standpunkt als dein Geist erscheint, der du selbst Geist bist, erscheint auf äußerem Standpunkt dagegen als dieses Geistes körperliche Unterlage" (Über die Seelenfrage, 1861; Zendavesta I2, 1901, S. 252 ff.; II, 135 ff.; Elemente d. Psychophysik, 1860; 3. A. 1907). Ähnlich lehren PAULSEN (System d. Ethik I5, 1899, 207; Einleit. in d. Philos.2, 1892, S. 115), MÖBIUS, ADICKES, BREUER, LASSWITZ, W. PASTOR, B. WILLE, STRONG, EBBINGHAUS (Grdz. d. Psychol., 1905, I, 42 ff.), P. (Philos. als Wissenschaft, 1911), B. ERDMANN Hypothesen über Leib u. Seele, 1908), SIEGEL, EISLER (Leib u. Seele, 1906; Geist u. Körper, 1911), KÜHTMANN U. a. Nach WUNDT ist das, was wir Seele (s. d.) nennen, innere Sein der nämlichen . ., die wir äußerlich als den zu ihr gehörigen Leib erkennen". — Nach ist die Wirklichkeit „primär" psychisch, Bewußtsein und erscheint einem wirk- lichen oder „ideellen" Beobachter als Gehirnprozeß in d. Metaphysik, 1905, S. ff.; Zeitschrift f. Psychol., Bd. 17). Nach B.KERN sind die psychische und physische Reihe ihrem Inhalt nach identisch. „Verschieden ist nur die Form, in der wir die reale Wirklichkeit zur gedankenmäßigen Auf- fassung und zum sie darstellenden Ausdruck bringen, verschieden ist nur das Begriffssystem, welches wir zu diesem Zweck anwenden; einmal das materielle, das das raumlos-seelische" (Das Problem des Lebens, 1909, S. 298 ff.). — Den Identitätsstandpunkt vertreten ferner H. SPENCER (Princ. of Psychol., § 469), (Theorie des „Doppelaspekts", Mind and Body, K. 7), LEWES, HODGSON, RIBOT, (vgl. „Indistinto"; Opp. I, 155), F. A. LANGE, D. F. STRAUSS, HERING, G. E. MÜLLER, MÜN- STERBERG, H. SPITZER, JODL (Lehrbuch d. Psychol. I8, 1909), HÖFFDING (Psychologie2, 1893, S. Der menschL Gedanke, 1911, S. 368 f.), R. SEMON (Die mnemischen Empfindungen, 1909), RIEHL (Der phüos. Kritizismus, 1876 f., II 1, 63, 270: „Dasselbe, was vom Standpunkt des Ich ein Empfindungsprozeß ist, ist von dem des Nicht-Ich ein zerebraler Vorgang"; Zur in Philos., 1903, S. 164: „Die ist nur einmal da; aber sie ist dem objek- tiven, auf die äußeren Dinge bezogenen Bewußtsein als Zusammenhang quan- titativer physischer Vorgänge und Dinge gegeben, während ein derselben einem bestimmten organischen Individuum als seine bewußten tionen und deren Zusammenhang gegeben ist"), GOLDSCHEID, L. GILBERT (Neue Energetik, 1911), J. SCHULTZ U. a., auch MACH, PETZOLDT,. VERWORN U. a. (s. Psychisch). Gegner des Identitätsstandpunktes sind LOTZE, KÜLPE, HÖFLER, WENT- SCHER, F. ERHARDT, L. BUSSE (Geist und Körper, 1903) u. a. (vgl. Vgl. Psychisch, Seele, Parallelismus, Monismus, Leib, Unbewußt (E. HARTMANN), Wechselwirkung, Geist. Identitätslirteil (Identisches U.) ist ein Urteil, in welchem das Prädi- kat mit dem Subjekt entweder der Form oder dem begrifflichen Inhalt identisch ist (formal, real identisches U; vgl. WUNDT, Logik I3, 1906) oder dessen Prädikat das Subjekt nur in anderer Beziehung wiederholt (B. MANN, Logik, 302 f.). — Nach und nach ANTISTHENES eigentlich nur Identitätsurteile berechtigt (PLATON, Theaetet., 201; 251 B; ARISTOTELES, Metaphys. V 29, 1024 b ff.). Den logischen Nutzen
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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