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Handwörterbuch der Philosophie
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Individuum — Induktion. 309 Individuum das Unteilbare): Einzelding, Einzelwesen, nur einmal in und qualitativer Bestimmtheit Daseiendes, eine im Wechsel des Geschehens relativ konstant bleibende ins- besondere der Einzelmensch. Der Kern jedes Individuums ist etwas Irratio- nelles, aus dem Allgemeinen, aus Gesetzen nicht restlos Ableitbares. Insbe- sondere ist die Eigenart des menschlichen Individuums durch die ganze Ver- gangenheit seines Ursprungs bedingt, wie es selbst durch die Eigenrichtung seines Verhaltens einen „zufälligen", d. h. nicht auf eine allgemeine Formel zu bringenden Faktor des Geschehens darstellt (vgl. Geschichte). Individuum und Gesellschaft, Individual- und Gesamtgeist beeinflussen einander von An- fang an wechselseitig (s. Individualität, Soziologie). Definitionen des Individuums (vgl. ARISTOTELES, Metaphys. VIII, 6; nur das Individuelle, Besondere, das xode hat Existenz; es ist ein Ganzes, ovvoXov, aus Form und Stoff) geben SENECA (De Providentia, 5), THOMAS („quod est in se ab vero u. a.; das I. wird von den Scholastikern auch als bezeichnet. CHR. WOLFF bestimmt das I. als „res omni modo allseitig bestimmtes Ding (vgl. Ontolog. § 227). Vgl. NÄGELI, Die Individualität in der Natur, 1856; HAECKEL, Über die Individualität des Tierkörpers, 1878; 0. CASPARI, Der Zu- sammenhang der Dinge, L. W. STERN, Psychol. der individuellen Diffe- renzen2, 1911; Person u. Sache, 1906, I (vgl. Person); J. ROYCE, The World and the Individual, 1900; J. SCHLAF, Religion u. Kosmos, 1911; SCHUPPE, Grundr. der Erkenntnistheorie u. Logik, 1894, S. ff.; DRIESCH, Zwei zur Naturphilos., 1910; RICKERT, Die Grenzen der naturwissenschaftl. Begriffsbildung, S. 236, 372; S. HESSEN, Individuelle Kausalität, 1909 (Trans- zendentale Begründung des Individuellen); WUNDT, 1903, S. 485 ff.; P. BARTH, Die Phüos. der Geschichte als Soziologie, 1897, I, 222; JERUSALEM, Die Aufgabe des Lehrers an höheren Schulen, 2. A. 1912; FAWCETT, The Individual and the Reality, 1909. — Vgl. Individualität, Pluralismus, Vielheit, Persönlichkeit, Ich, Monaden, Geschichte, Kausalität, Gesetz, Totalität. Induktion (inductio, heißt sowohl der „Induktionsschluß" vom Besondern, Einzelnen aufs Allgemeine, als auch die Methode, mittels solcher Schlüsse zu allgemeingültigen Sätzen, zu allgemeinen Gesetzen des Ver- haltens von Objekten zu gelangen. Die Induktionsschlüsse folgern aus dem daß in Einzel- fällen S und P miteinander verbunden auftreten, auf die allgemeine Zu- sammengehörigkeit von S und P. Etwa: . . . sind P | . . . sind S | Also alle S sind P. Solche Schlüsse können immer nur auf (wenn auch oft sehr hohe) Wahrscheinlichkeit Anspruch machen, nicht auf absolute (logische) Gewißheit. Es kommt ferner keineswegs auf die bloße An- zahl der Einzelfälle an, sondern es kann auch schon ein gut beobachteter Fall zu einer Induktion berechtigen, wenn er als Repräsentant für viele gleichartige Ermittelungen betrachtet werden kann. Schon eine einzige Gegeninstanz macht die Induktion ungültig. Die Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Fälle eines Zusammenhanges ist nicht der logische Grund der Gültigkeit der I., sondern die durch diese Regelmäßigkeit bedingte Erwartung einer kausalen oder Abhängigkeits-Beziehung zwischen S und P. Vor voreiügen Verallge- meinerungen hat man sich zu hüten, ebenso vor der Verwechslung des „post
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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