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Handwörterbuch der Philosophie
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312 Innenwelt — Instinkt. Innenwelt s. Außenwelt Psychisch, Introjektion (AVENARIUS). Innere s. Wahrnehmung (innere). — Innerer Sinn Wahrnehmung (innere). Innervation: Nervenerregung, Erregung von Organen durch impulse. Über (die nach den einen zentralen Ursprungs, nach anderen peripherisch ausgelöst, in Wahrheit nur empfindungen sind) vgl. J. MÜLLER, Handbuch der Physiologie, 1840; Grdz. d. phys. Psychol. I6, S. ff.; II5, 32 JAMES, of Psychology, 1890, II, 493 ff. Instinkt (instinctus, Antrieb) ist eine Art des Triebes (s. d.), der seine Grundlage in ererbten, angeborenen psycho-physischen Dispositionen hat, möge welcher das Lebewesen aus einem an gefühlsbetonte Empfindungen sich knüpfenden Drang, Impuls, seines Zieles nicht bewußten Streben in zweck- mäßiger Weise sich betätigt. Der zweckmäßig funktionierende hierbei es wechseln triebmäßige Impulse mit rein automatischen Reflexauslösungen ab, auch können Wahrnehmungseindrücke an dem Ablauf der Instinkthandlungen teilnehmen und es können Instinkte durch Erfahrungen modifiziert werden. Im allgemeinen sind die Instinkte die Resultate der immer zweckmäßiger, sicherer gewordenen Betätigung der Gattung; sie beruhen also auf einer Mechanisierung von ehemaligen Willenshandlungen und Triebvor- gängen, sind aber nicht rein physische Prozesse, sondern enthalten psychische Momente, ohne daß es aber zu einem vorausschauenden, absichtsvollen Be- wußtsein kommt. Von unbewußten Vorstellungen, Gedanken, Urteüen, Plänen u. dgl. kann hier nicht die Rede sein. Während bei den Tieren das Instinkt- leben stark ausgeprägt ist, treten beim Menschen die Instinkte bedeutend hinter den bewußten Zweckhandlungen zurück, die zwar nicht so sicher funk- tionieren wie jene, dafür aber besser neuen, variierten Umständen an- passen lassen, also nicht so starr, so einseitig, so blind wie die In- stinkte sind. Es gibt auch sozialisierende und (sekundäre, im gesellschaftlichen Leben entstandene) soziale Instinkte. In der älteren Philosophie ist vom „instinctus naturae" als naturhaftem, blindem Trieb (s. d.) die Rede (vgl. THOMAS VON AQUINO, Contra gent. III, 75). HERBERT VON CHERBURY leitet aus dem „instinctus naturalis" die allgemeinen, übereinstimmenden Begriffe der Menschen ab (De veritate, 1624). Nach HUME haben die Tiere ihre Instinkte von der Natur empfangen (Enquiry, — Nach einer früher oft verbreiteten Anschauung beruhen die Instinkthandlungen auf Zweckmäßigkeitseinrichtungen durch die göttliche Schöpfung. Hingegen führen viele Vertreter des Evolutionismus die Zweckmäßigkeit der Instinkte auf „natürliche Auslese" zurück. Als unbewußt-zweckmäßige Tätigkeit des Naturwillens betrachtet den SCHOPENHAUER (Die als und Vorstellung, IL Bd., K. 27). Nach E. v. HARTMANN ist der I. „zweckmäßiges Handeln ohne Bewußtsein Zwecks", bewußtes Wollen des Mittels zu einem unbewußt gewollten Zweck (Philos. des Unbewußten I10, 1890, 76). — Auf angeborene assoziationen, unbewußte Vorstellungen u. dgl. führen den I. zurück CUVIER, J. H. FICHTE, C. G. CARUS u. a. Auf vererbten Gewohnheiten beruht der 1. nach DARWIN (S. Entwicklung) u. a. — Als Reflextätigkeiten fassen die In-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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