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Handwörterbuch der Philosophie
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314 Psychol., 1880—84, I 2, S. 67 f.; UEBERWEG-HEINZE, Grundr. der Geschichte der Philos., 1909. Mit dem göttlichen Geist identifiziert den tätigen I. (vovg hier der Ausdruck) ALEXANDER VON APHRODISIAS, der im Menschen den (vovg und „erworbenen" I. (vovg unterscheidet (De anima I, f. 138 ff.). Nach AVERROES gibt es nur einen (göttlichen) Intellekt in allen Wesen, welcher den „potentiellen" zum „erworbenen" I. formt (vgl. VON BRABANT, De anima inteliectiva, hrsg. 1901). Nach den christlichen Scholastikern ist der aktive I. ein Vermögen der mensch- lichen Seele selbst. Durch „Erleuchtung" (illustratio) seitens des aktiven Intellekts wird das potentiell Denkbare zum wirklichen Gedanken; ferner geht vom aktiven I. die Abstraktionstätigkeit aus (vgl. ALBERTUS MAGNUS, Sum. theol. II, 14, 3; II, 77, 1; II, 93, 2: über „intellectus possibilis" und THOMAS, Sum. theol. I, 79, 3; I, 85, 1). Vgl. DE WULF, Gesch. d. Philos., 1913. Nach SPINOZA ist der Intellekt ein Modus des Bewußtseins („modus cogi- Die einzelnen Intellekte sind Modifikationen des unendlichen und ewigen göttlichen Intellekts („mens nostra, quatenus intelligit, cogi- tandi modus est"). Der unendliche Intellekt erfaßt nichts als die Attribute Gottes und deren Besonderungen (Eth. I, prop. XXXI, dem.; II, prop. IV, XV). Der menschliche I. als solcher gehört zur „natura naturata". Daß der Wille der „Ursprung Beherrscher" des Intellekts ist, betont SCHOPENHAUER. Nach ihm ist der 1. Erscheinung, Willensprodukt, er dient in erster Linie dem Willen zum Leben, um freilich bei höchster Be- sinnung diesen Willen schließlich negieren zu müssen (Die als Wille u. Vorstellung, IL Bd., K. 15, 19, 30). Nach WUNDT ist der selbst der Intellekt (s. Voluntarismus). — Daß der Intellekt in erster Linie den Zwecken der Lebenserhaltung dient, nicht reiner Erkenntnis, und daß er daher die Wirk- lichkeit einseitig auffaßt, sie durch seine Begriffe verfälscht, lehren NIETZSCHE, VAIHINGER (Die Philos. d. des Als ob, 1911; s. Fiktion), BERGSON (S. Ver- stand, Intuition) u. a. Vgl. C. BRUNNER, Die Lehre von den Geistigen u. vom Volke, I, 1908. — Einen „Organintellekt" als Faktor der Entwicklung nimmt J. G. VOGT an (Zeitschrift f. d. Ausbau der Entwicklungslehre, III, 1909). — VgL A. The Senses and the Intellect4, 1894; Die Kritik des Intellekts, 1902; KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909. — Vgl. Sensualismus, Denken, Verstand, Erkenntnis, Vernunft, Averroismus. Intellektualismus bedeutet, allgemein, die Betonung des Intellekts, Intellektuellen. Der I. ist 1. = Rationalismus (s. d.), im Gegensatz zum Sensualismus. So bezeichnet KANT Platon als Vertreter der „Intellektualphilo- nach welchen die wahren Gegenstände „bloß intelligibel" sind und nach welchen nur der Verstand das Wahre erkennt (Krit. d. rein. Vern., Methoden- lehre, IV; Die Geschichte der reinen Vernunft); 2. bedeutet der I. die Be- vorzugung des Denkens und Erkennens vor dem Fühlen, Wollen und Handeln, 'die Wertung der Erkenntnis als Endzweck des menschlichen Strebens (PLATON, PLOTIN, SPINOZA U. a.; dagegen HERDER, KANT, FICHTE U. a.); 3. auch die Ansicht, daß durch den Intellekt, durch die Vernunft, durch Reflexion usw. alles Handeln zu leiten sei (ethischer L; SOKRATES, KANT U. a.); 4. der psychologische I. betrachtet das Intellektuelle (das Denken, Vorstellen) als das Primäre im Seelenleben, von dem alles andere abhängt oder worauf
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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