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Handwörterbuch der Philosophie
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Introspektiv — Intuition. Willenskraft in die Dinge nach. Der Spiritualismus (s. d.) und (s. d.) schreibt bewußt den Dingen an sich irgendeinen Grad von Beseeltheit zu. Die exakte Naturwissenschaft, die sich nur um die quantitativ bestimm- baren Relationen der Dinge bekümmert, abstrahiert mit Recht von aller Intro- jektion; sie darf und muß so verfahren, als ob die Dinge kein hätten. Die Metaphysik freilich kann und muß die Introjektion — aber in kritischer Weise, frei von allem Anthropomorphismus wieder aufnehmen, damit das „Fürsichsein" des Wirklichen zur Geltung gelangt. — Als Introjek- tion wird auch die Einlegung der Wahrnehmungsinhalte als solcher in die er- lebenden Subjekte bezeichnet. Wird damit nicht gemeint, daß jene Inhalte irgendwie räumlich in den Subjekten stecken, sondern nur dies, daß sie Erleb- nisse von Subjekten, Abhängige von solchen sind, dann ist diese nicht anfechtbar (vgl. Psychisch). Die Introjektion (im erstgenannten Sinne) als Erkenntnisfaktor, als Quelle von Begriffen, wie: Kraft, Substanz, Ding, oder als sie betonen LEIBNIZ, HUME (Treatise sct. 14), SCHOPENHAUER (s. Wille),, SCHLEIERMACHER, BENEKE (Metaphys., 1840, S. 81 ff.), UEBERWEG, LOTZE, HOR- Analysen, f., 145 ff.), TEICHMÜLLER, A. BIESE, LIPPS (Leitfaden der Psychol., 3. A. 1909; vgl. Einfühlung), HEYMANS in die Metaphys., 1905, S. 227 ff.), ROMANES, CLIFFORD (vgl. Ejekt), J. SCHULTZ,. H. GOMPERZ, L. W. STERN, WUNDT, JERUSALEM, der eine „Introjektions- theorie" des Urteils (s. d.) aufstellt, WERNICKE, J. WOLFF, NIETZSCHE,. VAIHINGER (s. Fiktion), BERGSON (S. Intuition), A. H. LLOYD Idealism, 1898), E. H. SCHMITT U. a. Der Ausdruck „Introjektion" stammt von R. AVENARIUS, nach durch die I. in jedem Sinne des Wortes die natürüche verfälscht, die Wirklichkeit verdoppelt wird, indem sie sich jetzt in Außen- und welt, Objekt und Subjekt, Dinge und deren Vorstellungen spaltet, während es in Wahrheit nur „Umgebungsbestandteile" in Beziehung zu menschlichen Indi- viduen, welche über jene Aussagen machen, gibt. Die I. muß wieder beseitigt werden (Der menschL Weltbegriff, 1881, S. Vierteljahrsschrift f. Phüos., 18. Bd.; vgl. Empiriokritizismus, Prinzipialkoordination, Gegen Avenarius: JERUSALEM, Die Urteüsfunktion, 1895, S. f.; R. Avenarius, 1905 u. a. — Vgl. Ding, Objekt, Kategorien, Kraft, Kausalität, Sein, Tätigkeit, Wirken, Personalismus, Intuition, Voluntarismus. Introspektiv: durch innere Beobachtung, innere „introspection", „introspective Observation"). Intuition Anschauung (s. d.), geistiges Schauen; Geistesblick, unmittelbare, nicht durch Erfahrung oder Schlüsse vermittelte Erfassung des- Wesens einer Sache oder Verfahrens; unmittelbare Einsicht in Wahrheit, in den Wert einer Sache, in eine Relation. Im engeren Sinne ist die L, besonders nach H. BERGSON, das unmittelbare Erleben der Wirk- lichkeit in deren konkreten Gegebenheit, Ganzheit, Ungebrochenheit, Einheit,. Stetigkeit, in deren Eigensein, Innerlichkeit, Regsamkeit, Lebendigkeit, welche von der Seele gleichsam mitgelebt wird, in die sich das Ich einfühlt. Während der Verstand (s. d.), das begriffliche Denken und Erkennen im Dienste praktischer Zwecke, der Lebenserhaltung steht und das einheitlich- stetige, lebendige Geschehen fixiert, stabilisiert, künstlich in Elemente
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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