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Handwörterbuch der Philosophie
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324 Kanonik — ndvxcov indem er aus der Einheit die Verschiedenheit hervorgehen läßt (vgl. Diog. Laert. IX, 8). — Ein Kampf ums Dasein („struggle d. h. ein direkter und indirekter Wettbewerb um die Existenzbedingungen, zwischen verschiedenen Arten und zwischen Individuen einer Art, spielt in der Natur eine gewisse Rolle DARWIN, GOETHE, SCHOPENHAUER U. a.), die CH. DARWIN in den Vordergrund rückt (s. Entwicklung). Nach W. ROLPH (Biolog. Probleme, 1884) besteht ein „Kampf um Mehrerwerb", nach NIETZSCHE ein K. um die Macht. — Verschiedene darwinistische Soziologen (AMMON, SCHALL- MAYER u. a.) betonen die Bedeutung des Daseinskampfes für die (menschliche). Höherentwicklung, während KROPOTKIN (S. Mutualismus), NOVIKOW, JENTSCH, R. GOLDSCHEID (Höherentwicklung u. Menschenökonomie, 1911; Entwicklungswerttheorie, 1908, S. XXI ff.; Begriff des „richtigen Kampfes"), BECHER U. a. die Bedeutung des Kampfes viel niedriger einschätzen. Vgl. STEINMETZ, Die Phüos. des Krieges, 1907. Über den „ewigen Frieden" s. Rechtsphilosophie (KANT). Kanonik von Richtschnur) nennt EPIKUR die Logik (s. d.) als Lehre von den Normen, Kriterien der Wahrheit (Diog. Laert. X, ff.; Cicero, II, — KANT versteht unter „Kanon" den „Inbe- griff der Grundsätze a priori des richtigen Gebrauchs gewisser Erkenntnisver- mögen überhaupt". Die „transzendentale Analytik" ist der „Kanon des reinen der „Kanon der reinen Vernunft" betrifft nicht den theore- tischen (spekulativen), sondern nur den „praktischen Vernunftgebrauch" d. rein. Vern., S. 604 ff.), denn die Ideen der Willensfreiheit, der Unsterblich- keit, des Daseins Gottes bieten keine Erkenntnisobjekte, sondern regulieren nur unser Verhalten. Kantianismus ist die kritizistische (s. d.), transzendentale (s. d.) Philo- sophie IMMANUEL KANTS, mit ihrer Unterscheidung von Form (s. d.) und Stoff der Erkenntnis, des Apriorischen (s. d.) vom Aposteriorischen, ihrem kritischen Idealismus (s. d.), ihrer Lehre von der Idealität der Anschauungsformen (s. d.) Raum und Zeit und der Kategorien (s. d.), ihrer Beschränkung aller Er- kenntnis auf Erscheinungen (s. d.), d. h. auf Gegenstände möglicher Erfahrung, während das „Ding an sich" (s. d.) absolut unerkennbar bleibt und eine Meta- physik (s. d.) — als transzendente (s. d.) Wissenschaft — als Illusion hingestellt wird, da die Ideen (s. d.) der Vernunft nur regulative (s. d.), praktische Bedeutung haben. KANT lehrt den Primat der praktischen Vernunft (s. d.), leitet die Sittlichkeit (s. d.) aus der Autonomie (s. d.) dieser Vernunft ab, die sich kategorischen Imperativ (s. d.) geltend macht, und vertritt den ethischen For- malismus und Rigorismus (s. d.). Zwischen theoretischer und praktischer Vernunft vermittelt die Urteilskraft (s. d.), die Quelle der ästhetischen Urteile (s. d.) und des Zweckbegriffes (s. d). Die Religion (s. d.) ist auf die Ethik zu stützen, nicht umgekehrt die Ethik auf die Religion. Kantianer (bzw. oder von KANT besonders beeinflußte Philosophen) sind J. SCHULTZ, CHR. E. SCHMID, REINHOLD, L. BECK, KRUG, HOFFBAUER, JAKOB, MELLIN, BENDAVID, TIEFTRUNK, TENNEMANN, A. BUHLE, ABICHT, FRIES, SCHILLER, MAIMON U. a. Gegner: A. WEISHAUPT, FEDER, EBERHARD, TIEDEMANN, HERDER, G. E. SCHULZE, JA- HAMANN, BOUTERWEK, B. STATTLER U. a. An KANT knüpfen FICHTE, SCHOPENHAUER U. a. an (s. Idealismus). In den 60er Jahren des 19. Jahr-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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