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328 Kategorie.
xcov sind Grundformen der Aussagen über das Seiende, oberste
Begriffe, unter die sich dieses subsumieren läßt. Zunächst nimmt A. zehn
an: Substanz Quantität Qualität Relation (ngög
Ort (nov), Zeit Lage Haben Tun Leiden
Topik I 9, 103 b 20 ff.; Categor. 4, 1 b 25 ff.). Später zählt er nur
acht Kategorien auf (ohne Lage und Haben; Analyt. post. I 22, 83 a 21),
nur drei (Substanzen, Zustände, Relationen; Metaphys. 2, 1089 b
auch stellt er der Substanz (s. d.) die übrigen K. als Akzidenzen
entgegen (Analyt. post. I, 22). Vier Kategorien gibt es nach den
Substanz Qualität Verhalten (ncog Relation (ngbg xl
ncog wobei die Substanz die oberste K. ist. PLOTIN unterscheidet Kate-
gorien der Sinnenwelt (Substanz, Relation, Quantität, Qualität, Veränderung)
und K. der Idealwelt (Seiendes, Beharren, Veränderung, Identität, Anderheit,,
Ennead. VI, 1 ff.).
Die Scholastiker lehren betreffs der K. („praedicamenta") wie ARISTO-
TELES, wobei sie später als absolute K. nur Substanz, Quantität und
bestimmen. WILHELM VON OCCAM zählt drei K. auf: Substanz, Qualität, Be-
zug. — der Philosophie unterscheiden DESCARTES, SPINOZA, LOCKE
(Essay concern. hum. unterstand. II, K. 12, § 3) u. a. drei K.: Substanz, Zu-
stand (Modus), Relation. Nach LEIBNIZ genügen gerade fünf
Substanz, Quantität, Qualität, Tätigkeit und Leiden, Relation Essais-
HI, K. 10, § 14). Während die meisten Autoren die Kategorien als objektiv
gültige Begriffe auffassen, sind sie nach R. BURTHOGGE subjektive Denk-
formen; nach HUME sind die Begriffe der Kausalität (s. d.) und der Substanz
(s. d.) rein subjektiven Ursprungs. Nach TETENS sind die
(Identität, Kausalität usw.) subjektive Denkformen, welche
auf die Objekte übertragen werden (Philos. Versuch. 1, 303 ff.). Vgl. CASSIRER,,
Das Erkenntnisproblem2, 1911.
Der Schöpfer der kritisch-idealistischen Kategorienlehre ist KANT. Schon
vor der „Kritik der reinen Vernunft" spricht er von Begriffen, die aus der Ge-
setzlichkeit des Geistes selbst entspringen („e legibus insitis . . .
glaubt sie aber noch (wie LEIBNIZ, CHR. WOLFF U. a.) auf die Dinge an sich
(als „intelligible" Objekte) anwendbar (De mundi atque intelligibüis
forma et principüs, 1770, sct. II, § 8 ff.). In seiner streng
Periode hingegen betrachtet er die K. als apriorische Formen der
als Erscheinungen, als Objekte möglicher Erfahrung und Anschauung (s. d.).
Sie sind „reine die „Stammbegriffe des reinen
apriorische „Denkformen", „Gedankenformen", „reine Erkenntnisse a
„reine Begriffe", die im „vorbereitet liegen, bis sie . . bei Gelegen-
heit der Erfahrung entwickelt . . . werden". Sie entspringen der
neität des Denkens", beruhen auf „Funktionen" des Verstandes, auf Funktionen
der „reinen Synthesis", welcher sie Einheit geben. „Die reine
allgemein vorgestellt, . den reinen Und zwar gibt
selbe Funktion, welche im Urteile Einheit herstellt, auch der Synthesis ver-
schiedener Vorstellungen in einer Anschauung Einheit; diese synthetische Ein-
heit, dieses Gesetz der Verknüpfung eines anschaulich Mannigfaltigen zur
heit ist die Kategorie. Es gibt so viele Kategorien als es logische Funktionen
in allen Arten von Urteilen gibt: zwölf Kategorien, die sich gemäß den Klassen
der Urteile (nach der rezipierten Logik) in vier Klassen bringen lassen: 1.
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften