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LOTZE, FORTLAGE, E. V. HARTMANN. Nach letzterem sie „unbewußte
Intellektualfunktionen", „Betätigungsweisen der unpersönlichen Vernunft in den
Individuen", Formen der Synthese, der „logischen Determination". Es gibt
Kategorien der Sinnlichkeit (des Empfindens und des Anschauens: Qualität,
Quantität mit Zeitlichkeit; Räumlichkeit) und des Denkens (Relation,
kategorien, spekulative K.: Kausalität, Finalität, Substantialität; Kategorien-
lehre, S. ff., 334 ff.). Die objektive Geltung der K. betonen
u. Denken, 1886, S. 253 ff.), G. SPICKER, WITTE, G. THIELE,
UPHUES, H. A. DORNER (Das menschliche Erkennen, 1887, S.
Enzyklop. der Philos., 1910), JERUSALEM, E. DÜHRING, UEBERWEG, GUTBERLET,
E. J. HAMILTON (Erkennen u. Schließen, 1912) u. a. (s.
Als Formen denkender Verarbeitung der Erfahrung betrachten die K. SIG-
WART (Ding, Eigenschaft, Tätigkeit, Relation, Logik, 1904, I), B. ERDMANN
(Logik JODL, SIEGEL, WUNDT. Nach letzterem sind die logischen Kate-
gorien „allgemeinste (Gegenstand, Eigenschaft, Zustand) und
zugleich „allgemeinste Erfahrungsbegriffe", da es keine Erfahrung gibt, die
nicht ihrer bedürfte und da sie selbst nicht ohne Erfahrung existieren würden.
Von diesen „Verbindungsformen" sind die „Beziehungsformen" der Begriffe zu
sondern. Die „reinen Beziehungs- oder Verstandesbegriffe" entspringen aus
der „gesonderten Auffassung gewisser Beziehungen, die unser Denken
seinen Vorstellungen auffindet" und sind die letzten Stufen der logischen
arbeitung des Wahrnehmungsinhalts (Logik I2, ff.; System d. Philos. I8,
1907, ff., ff.: Form- und Einheit und Mannig-
faltigkeit, Qualität und Quantität, Einfaches und Zusammengesetztes, Einzel-
heit und Vielheit, Zahl und Sein und Werden, Substanz, Kausalität,
Kraft, Zweck). Nach HÖFFDING sind die K. „die Grundformen . . ., von
denen das Denken Gebrauch macht, und die die Voraussetzungen bedingen, an
die es seiner Natur nach gebunden ist" (Der menschliche Gedanke, 1911,
S. 147 ff.). Gefunden werden sie mittels „Analyse der Formen, in welchen sich
das Denken unwillkürlich in Wechselwirkung mit dem Gegebenen und den von
diesem gestellten Aufgaben bewegt" (1. c. S. 167). Die erste K. ist die Syn-
these, die „Verknüpfung einer Mannigfaltigkeit zur Einheit", die zweite K.
ist die Relation. H. unterscheidet: formale, reale, ideale
Kategorien.
Als Formen der Erfahrungsinhalte oder deren Auffassung und Verbindung
betrachten die K. HERDER (Verstand u. Erfahrung, 1799), HERBART, BENEKE,
LAAS, STEINTHAL (Einleit in d. Psychol., 2. A. 1881, S. 105), UEBERWEG,
F. ERHARDT, nach dem der Kausalitätsbegriff (s. d.) aus der innern Er-
stammt, welche als die Quelle der Kategorien auch MAINE DE
FROHSCHAMMER, J. BERGMANN, J. WOLFF, TH. ZIEGLER U. a. betonen.
H. GOMPERZ leitet die K. aus der „reaktiven" Erfahrung ab und betrachtet
sie als Gefühlsformen (Weltanschauungslehre, 1905—08, I, 255 ff.). Als
Formen des Erfahrungszusammenhanges betrachtet die K. H. CORNELIUS
(Einleit. in d. Philos. 1903; 2. A. 1911). — Nach sind die K.
im Organismus selbst begründet, seine „einzelnen Ausgestaltungen im
Bewußtsein". „Sie sind die Grundformen des Denkens, weil sie die Grund-
formen des Lebens sind; sie sind die Organisationsformen" (Seele u.
1912, S. 222).
Als biologisch nützliche Denkmittel, welche dem Menschen die Ordnung
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften