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Handwörterbuch der Philosophie
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338 Kausalität. Sachen", die Kausalität ist „praktisch", ist durch die „Perspektive" unserer Zwecke bedingt (Der freie Wille, 1910; Seele u. 1912). Daß das Kausalitätsprinzip aus der Erfahrung und Erwartung Abfolgen stammt (s. oben), bzw. daß es durch Induktion (s. d.) gewonnen wird, lehren J. ST. MILL (System der deduktiven u. induktiven Logik, 1875, C. GOERING (System d. kritischen Philos., 1874/75, S. 209 ff.), CZOLBE, RING, PAULSEN, AARS (Die Erwartung, 1911) u. a. Aus der inneren Erfahrung der eigenen Willenswirksamkeit, nach deren Analogie wir das objektive Geschehen erfassen (vgl. hingegen HUME, leiten die K. ab BONNET, TETENS, MAINE DE (Oeuvres I, 258 ff.), ROYER-COLLARD, JACOBI (WW. II, 201), BENEKE (System d. Metaphysik, S. 261 ff.), TEICHMÜLLER, SIGWART II2, 1906, ff.), F. ERHARDT, DIL- THEY, A. KÜHTMANN, JODL (Monist VI, 516 ff.), J. SCHULTZ, JERUSALEM (Die Urteilsfunktion, 1905, S. 220 ff.), U. a. Auch NIETZSCHE, nach dem aber die Ursächlichkeit eine ist, denn wir glauben nur ein Wirken unseres Ich zu erleben. Ursache und Wirkung sind nur von uns isolierte und fixierte Elemente des stetigen Geschehens (WW. V, VII, XV; vgl. oben SON). Eine nützliche Fiktion ist die K. auch nach VAIHINGER (Die Philos. des. Als ob, 1911). Vgl. Kategorie. Denker wollen den Begriff der Kausalität oder doch Begriff der „Ursache" eliminieren und ihn durch den der „funktionellen hängigkeit" oder der „realen Bedingung" ersetzen. Nicht nach unerkennbaren Ursachen ist zu suchen, sondern die Abhängigkeit der Er- scheinungen voneinander, die konstanten, regelmäßigen Sukzessionen derselben sind möglichst exakt festzustellen. In diesem Sinne lehren schon COMTE, CLAUDE BERNARD, R. MAYER U. a., besonders aber AVENARIUS, E. MACH, nach welchem (wie schon J. S. MILL) Ursächlichkeit einen „starken Zug von hat und daher durch den Begriff der Funktion mathematischen) Sinne zu ersetzen ist, so daß dann nichts als die wechselseitige „Abhängigkeit der Erscheinungen voneinander" festzustellen ist; isolierte Ur- sachen gibt es nicht, immer nur Komplexe von Bedingungen (Populärwissen- schaftl. Vorlesungen, 1896, S. 269; Die 1906, S. 536; Erkenntnis u. Irrtum, 1906, S. 172 f.). Ähnlich lehren PETZOLDT (Das s. Eindeutigkeit), VERWORN (S. Bedingung), PEARSON, KLEINPETER, CLIFFORD U. a. VgL P. VOLKMANN, Erkenntnistheoret. Grundzüge der Naturwissenschaften, 2. A. 1910. — Vgl. HERBART, Metaphysik II, 209 LOTZE, Metaphysik, 1879, S. ff., ff.; SCHUPPE, Erkenntnistheoret. Logik, 1878; BOLLIGER, Das Problem der Kausalität, 1878; PRANTL, Zur frage, 1883; E. PFLEIDERER, Zur Frage der K., 1897; H. GRÜNBAUM, Kritik der modernen Kausalanschauungen, Archiv f. Philos., B. ERDMANN, Über Inhalt u. Geltung des Kausalgesetzes, 1905; STUMPF, Über das allgemeine Kausalgesetz, 1909; LACHELIER, Psychologie u. Die Grundlagen der Induktion, 1908; H. MAIER, Psychologie des emotionalen Denkens, 1908; RICKERT, Die Grenzen der Begriffsbildung,. 1896—1902, S. ff.; BAENSCH, Kantstudien XIII, 1908; S. HESSEN, viduelle Kausalität, 1909; W. FROST, Naturphilosophie I, 1910; Probleme der Wissenschaft I, 1910; FRISCHEISEN-KÖHLER, Wissenschaft und Wirklichkeit, 1912; GEYSER, Naturerkenntnis u. K., 1906; SCHELLWIEN, Das. Gesetz der K. in der Natur, 1876; FONSEGRIVE, La efficiente,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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