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Handwörterbuch der Philosophie
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344 Konstanz — Kontemplation. Konstanz: Beständigkeit, Unveränderlichkeit, Erhaltung (vgL Energie, Materie). Vgl. Anschauungsformen (WUNDT), Stabilität, Variation Relation, Gesetz. Konstellation: bestimmte Gruppierung, Vereinigung von Faktoren, Umständen im Wirken; ein (nicht restlos aus Gesetzen ableitbares) wichtiges Moment im organischen, psychischen, historischen Geschehen (K. SIEGEL U. a.). Es gibt insbesondere eine Vorstellungsreproduktion durch „Konstellation" (Ausdruck von R. Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos. IX, 1885), durch zusammenwirkende Reproduktionstendenzen. VgL ZIEHEN, Leitfaden der phys. Psychol.9, 1911; OFFNER, Das Gedächtnis2, S. 169 ff. Konstitutiv: bestimmend, festsetzend, begründend, grundlegend. So sind nach KANT die Kategorien (s. d.) „konstitutiv", weil sie objektive Er- fahrung begründen, weil ohne sie Erfahrungsobjekte nicht bestehen können; hingegen sind die Ideen d.) nur von regulativer (s. d.) Bedeutung, ebenso das Zweckprinzip (s. d.). Vgl. Merkmal. Konstruktion (constructio): Zusammenfügung, Aufbau. Den Begriff der K. hat für die Erkenntniskritik der Mathematik (s. d.) KANT verwertet. K. ist nach ihm Darstellung eines Begriffes durch die ihm korrespondierende Anschauung, „Hervorbringung einer ihm korrespondierenden An- schauung". Die mathematische Erkenntnis ist Vernunfterkenntnis aus der Konstruktion der Begriffe a priori, d. h. durch eine nicht empirische, formale Anschauung, die ein einzelnes Gbjekt ist und zugleich Allgemeingültigkeit für alle möglichen Anschauungen, die unter denselben gehören, ausdrücken muß (z. B. die Konstruktion eines Dreiecks). Es kommt hier nämlich immer nur auf die „Handlung der Konstruktion", auf die Gesetzlichkeit, Regel derselben an, welche a priori, als das Allgemeine im Besondern, die Anschauung be- stimmt. Was aus den allgemeinen Bedingungen der Konstruktion folgt, muß auch von dem Objekte des konstruierten Begriffes allgemein gelten. Die" Algebra bedient einer „symbolischen" Konstruktion, die Geometrie einer „ostensiven" K. der Gegenstände selbst. Die K. erfolgt durch „sukzessive Syn- thesis der produktiven Einbildungskraft" in der Erzeugung von Größen (Krit. d. rein. Vernunft, S. 548 ff.; Methodenlehre I, vgl. Quantität). Im spekulativen Sinne gebraucht den Begriff der K. SCHELLING. K. ist „Darstellung des Realen im Idealen, des Besondern im schlechthin Allgemeinen, der Idee" (Vorles. über die Methode des akadem. 1830, S. 256). K. ist Ableitung der Natur a priori, aus einer absoluten Voraussetzung (WW. I 3, 278), aus der Einsicht in die innere Notwendigkeit des Gegebenen (S. 279; vgL S. 13). — Gegen das Verfahren willkürlicher, die Erfahrungstatsachen nicht genügend berücksichtigender begrifflicher Konstruktion von Natur- und Ge- schichtszusammenhängen hat sich die moderne Wissenschaft und Philosophie gewandt. — Vgl. Über die philos. Konstruktion, 1801. Konszientialismus (conscientia, Bewußtsein): Bewußtseinsstandpunkt, wonach die Dinge nur als Bewußtseinsinhalte existieren oder das im Bewußt- sein, in der Wahrnehmung unmittelbar Gegebene selbst das Wirkliche ist darüber KÜLPE, Einleit. in d. Philos.4, 1907, S. 148, der Gegner des K. ist). Vgl. Immanenzphüosophie, Idealismus, Empfindung, Objekt. (contemplatio): Betrachtung, Beschaulichkeit, rein
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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