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Handwörterbuch der Philosophie
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348 Korollar — Körper. und einem Prädikate (Sowohl als als sind P; Weder noch noch sind P). Korollar (corollarium): Zusatz, Folgesatz, besonders auf Grund eines Beweises. Körper corpus) ist, geometrisch, ein dreidimensionales Raum- gebilde, ein begrenztes Stück des Raumes; physikalisch ist er ein räumlich ausgedehntes, den Raum erfüllendes, undurchdringliches, Widerstände aus- übendes Etwas, ein Beharrliches im Raum, eine „Substanz" (bzw. eine Verbin- dung von Substanzen). Nach der atomistischen Auffasung bestehen die Körper aus Atomen (s. d.), nach der dynamischen aus Kräften, nach der energetischen aus Energien. Der erkenntnistheoretische Realismus schreibt den Körpern eine von allem Bewußtsein unabhängige Existenz zu; der Idealismus hält sie für bloße gesetzliche Zusammenhänge von objektiven Bewußtseins- inhalten, oder von Empfindungen; der objektive Phänomenalismus (Ideal- Realismus) bestimmt sie als Erscheinungen eines „An sich" oder „Für sich", das als unbekannt oder als metaphysische „Kraft" (s. d.) oder (Spiritualismus) als etwas Psychisches gedacht wird. Die Identitätstheorie (s.d.) lehrt: eben dasselbe, was in seiner Unmittelbarkeit ein „Innensein", „Für- sichsein", Subjekt oder psychisch ist, erscheint vom Standpunkt äußerer Er- fahrung als Körper, als körperlich (vgl. Leib). Wir die „Körperlichkeit" als eine Daseinsweise auf, welche das Wirkliche, Reale nicht schon an sich, sondern erst in Beziehung zu anderem Realen hat. Körperlichkeit ist ein Prädikat, das einem Wesen nur insofern zukommt, als es als räumlich ausge- dehnt erscheint und sofern es konstante Widerstände leistet, also schon eine primäre „Kraft" betätigt, also als Kraftzentrum in räumlicher Er- scheinung. Ihre körperlichen Eigenschaften haben die Dinge nur als Gegen- stände möglicher Erfahrung, als „Erscheinungen" im Sinne des kritischen aber diesen Eigenschaften entspricht etwas, was nicht selbst körperlich ist, aber den Grund enthält, warum uns bestimmte Körper er- scheinen, daß solche wahrgenommen und denkend gesetzt werden müssen (vgl. Objekt, Materie). Die ältere Philosophie faßt die Körper meist realistisch auf und bestimmt sie durch die Raumerfüllung. So ist nach ARISTOTELES der Körper das allseitig Ausgedehnte (xb ndvxrj Phys. III 5, 204 b 20) oder Teilbare (xb ndvxrj De coelo I 268 a 7). die Stoiker (to Diogen. Laert. VII, 135), nach welchen alles Wirkliche, Wirkende körperlich und nur Körperliches wirklich ist (näv ydg xb ocopia 1. c. VII, Cicero, I, 39) und die Epikureer (Sext. Empir. adv. Mathem. I, 21; Laert. X, 39 f.). — Nach den sind die Körper natürliche Substanzen, die aus Materie und Form bestehen; die Körper- lichkeit (corporeitas), die Dreidimensionalität, ist eine „akzidentelle Form" (THOMAS, Contra gent. IV, 81). — Als Raumerfüllung bestimmen den K. HOBBES (De corpore, K. 8, 1), nach welchem es auch künstliche, ideelle „Körper" gibt (z. B. den Staat), DESCARTES („res extensa in et profundum", Princip. philos. II, 1 ff.; Meditation. V), nach welchem die Körper keine inneren Kräfte haben, SPINOZA (Eth. I, prop. XV, nach welchem die K. Modi des Attributs der Ausdehnung (s. d.) sind (1. c. II, def. I) u. a.
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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