Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
Seite - 353 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 353 - in Handwörterbuch der Philosophie

Bild der Seite - 353 -

Bild der Seite - 353 - in Handwörterbuch der Philosophie

Text der Seite - 353 -

der Willenswirksamkeit bzw. auch auf das Er- leben der Muskelanstrengung (GALILEI, J. J. ENGEL, sur de de la force, 1802 u. a.) hingewiesen von LEIBNIZ (S. unten), des sensations I, K. 2, § 11), MAINE DE („effort Oeuvres II, 17), SCHOPENHAUER, E. H. WEBER, SPENCER, WUNDT u. a.; BENEKE, LOTZE, UEBERWEG, RIEHL (Der philos. Kritizismus, 1876/87, II, 1, 243), BIGWART (Logik f.), TH. ZIEGLER, DILTHEY, PAULSEN, ADICKES, F. SIMMEL, W. JERUSALEM (Die Urteilsfunktion, 1895, S. vgl. Urteil), JODL, REININGER, J. SCHULTZ, FOUILLEE, RIBOT, NIETZSCHE (WW. XV), VAIHINGER a. — Auch HUME beachtet das unmittelbare Er- leben der Willensanstrengung beim Bewegen der Glieder, meint aber, daß auch hier das Wesen der Kraft nicht erkannt werde; das innere Band, die Notwen- digkeit, welche Ursache und Wirkung miteinander verknüpft, wird von uns nirgends erfahren (Enquiry VII; Treatise III, sct. 14; vgl. Kausalität). — KANT rechnet die K. zu den „Prädikabilien", d. h. den reinen, aber abgeleiteten Ver- standesbegriffen ; sie folgt aus der Kategorie der Kausalität und ist eine aprio- rische Denkform in deren Anwendung auf das Formale der Anschauung, hat daher auch nicht für das „Ding an sich", sondern nur für „Erscheinungen" Geltung. Ähnlich die (s. d.). Im Sinne des kritischen Idealismus lehren LIEBMANN (Gedanken u. Tatsachen, 1882, I, 189 ff.), COHEN (Logik, 1902, S. 289), NATORP, CASSIRER, BAUCH U. a. (s. Kausalität). Rein qualitativ, z. Teil noch an die ursprüngliche Kraftauffassung erinnernd, tritt der Kraftbegrif im (s. d.) auf. Nach EMPEDOKLES sind Freundschaft und Streit (veXxog) Naturkräfte. Nach ARISTOTELES wirken die „Formen" (s. d.) als Kräfte. Die K. als Potenz (dvvapiig) ist das Prinzip der Veränderung oder Bewegung phys. IV 12, 1019 a f.); es gibt aktive und passive K. (dvvapiig xov xov 1. c. IX 1, 1046 a 20). Die Stoiker verlegen die K. in das (s. d.), das zugleich stofflich ist. Die kennen (wie DEMOKRIT) nur Druck und Stoß der Atome als Kräfte, keine inneren Agen- zien. — Die stehen meist auf Aristotelischem Standpunkte; sie unterscheiden aktive Kraft und Vermögen (vgl. Potenz). Nach THOMAS U. a. ist die K. von der Substanz (s. d.) real unterschieden (vgl. URRABURU, pend. philos. scholast., 1902/04; STÖCKL, Lehrbuch d. Phüos. 1912; vgl. Seelenvermögen). — In der Renaissance tritt ein — oft phantastischer — Dynamismus (s. d.) auf, der in die Dinge innere, gestaltende, zielstrebige Kräfte hineinlegt (PARACELSUS, J. B. VAN HELMONT, MORE U. a.). Nun macht sich aber auch der strengere, exakte, mechanische Kraft- begriff geltend. So bei BACON, HOBBES, DESCARTES (Princip. philos. II, 43), KEPLER U. a., besonders aber bei GALILEI, welcher die K. (impetus) als stetige Folge von Bewegungsimpulsen bestimmt (vgl. Opere, 1887 ff.), NEWTON, nach welchem die K. eine auf den Körper ausgeübte Tätigkeit ist, welche seinen Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung in gerader Richtung ändert (Naturalis philosophiae princip. mathematica II, def. 4), D'ALEMBERT, LAGRANGE, LAPLACE, HUYGENS, EULER U. a. — Nach LEIBNIZ ist die K. das die Substanz (s. d.) Konstituierende. Sie ist das prinzip" (principe kein leeres Vermögen, sondern ein Streben, das nur der Beseitigung des Hindernisses bedarf, um von selbst wirksam zu werden. Die „aktive" K. schließt die Tendenz zum Wirken ein, die Handwörterbuch. 23
zurück zum  Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Handwörterbuch der Philosophie