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Handwörterbuch der Philosophie
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Kultur. 361 (Grundriß der Philos. des Schaffens, 1911), MÜNSTERBERG (Philos. der 1908), EISLER (Grundlagen zu einer Philosophie des Geisteslebens, WINDELBAND (vgl. 1907, S. 410; „Logos" I, 1910) u. a. Nach RICKERT ist K. der Name für die Güter, welche allen Gliedern der Gesellschaft wertvoll sein sollten; die „Kulturwerte" sind die allgemeinen sozialen (Religion, Staat, Kunst usw.; vgl. Die Grenzen der bildung, 1896 f., S. 577 Den Lebenswerten sind die Kulturwerte überlegen, sie haben ihre eigene, selbständige Bedeutung; das Leben steht im Dienste der Kultur (Lebenswerte u. Kulturwerte, Logos II, 1911). In der Kultur- entwicklung manifestiert sich eine ewige, universale Vernunft, ein „Logos" (vgl. Einleitung zur Zeitschrift „Logos" I, 1910). Vgl. G. RADBRUCH, II, 1911. Nach SIMMEL ist K. der „Weg von der geschlossenen durch die entfaltete Vielheit zur entfalteten Einheit" der „Weg der Seele zu sich selbst". Kultiviert ist der Mensch, „wenn die aus dem Überpersönlichen aufgenommenen Inhalte wie durch eine geheime Harmonie nur das in der Seele zu entfalten scheinen, was in ihr selbst als ihr einzigster Trieb und innere Vorgezeichnetheit ihrer subjektiven Vollendung besteht". Kultur steht, „indem zwei Elemente zusammenkommen, deren keines sie für sich ent- hält: die subjektive Seele und das objektiv geistige Erzeugnis." Die geistigen Gebilde (Kunst, Sitte, Wissenschaft usw.) sind „Stadien, über die Subjekt gehen muß, um den besondern Eigenwert, der seine Kultur heißt, zu gewinnen" (Philosophische Kultur, 1911, S. 245 ff.). — Halb- und Vollkultur unter- VIERKANDT. Die „Vollkultur" hat ihr Wesen im „Überwiegen der willkür- lichen vor den unwillkürlichen Willensakten". Alle Kulturgüter sind Produkte Gesamtgeistes; die K. besteht aus einem Inbegriff fester Formen, welche individuellen Willkür entzogen sind. In der Kulturentwicklung spielt das- Infinitesimale, Kleine, ja Triviale eine große Rolle; es gehört zu den „sach- lichen" Faktoren, neben welchen die „sozialen" von ganz besonderer Wirkung sind (Naturvölker u. Kulturvölker, 1896, S. 286 ff.; Philos. Studien XX, 407 ff.; Die Stetigkeit im Kulturwandel, 1908, S. ff.). Eine „energetische" Bestimmung, der Kultur geben OSTWALD (Umformung der Energie in Energie, möglichst ökonomische Ausnutzung der Energie ohne Verschwendung solcher; vgl. Die Forderung des 1911; Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft, 1909) und R. GOLDSCHEID („richtigste und Umwandlung von äußerer Arbeit in innere Arbeit", theorie . . ., 1908; Höherentwicklung u. Menschehökonomie, 1911). Evolutio- nistisch betrachten den Kulturprozeß JODL, L. STEIN (Die Anfänge der Kultur, 1906, S. 2 ff.; An der Wende des Jahrhunderts; Versuch einer Kultur- philosophie, Der Sinn des Daseins, 1903), P. BERGEMANN (Ethik Kulturphilosophie, 1904), UNOLD (Monismus u. Menschenleben, 1911), LYER (Phasen der Kultur und des Fortschritts, 1911; soziale Grundlage der K., aktive Kulturgestaltung) u. a. — Vgl. E. TYLOR, Die Anfänge der Kultur ff., 72: Begrifl des „Überlebsel", survival; A. Natur u. Kultur, 1880; H. Urgeschichte der Kultur, 1900; die Kultur- geschichten von KOLB, LIPPERT, HELLWALD, BREYSIG U. a.; W. in: Kultur der Gegenwart I 1; L. ZIEGLER, Das Wesen der K., 1903 scheidung zwischen K. und Zivilisation, von E. von Hartmann ED. MEYER, Die Lebensgesetze der K., 1904; E. LINDE, Natur u. Geist . . - Versuch einer Kulturphüosophie, R. BIESE, Kulturwissenschaftliche
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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