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366 Leben.
ausfallen, so sind doch stets zielstrebige, bedürfnisgemäße Tendenzen vorhanden),
vertreten LAMARCK, BUSSE, F. ERHARDT (Mechanismus u. Teleologie, 1890),
CRATO, A. PAULY „urteilendes Prinzip", Prinzip der „Reizver-
wertung", Bedürfnis und Streben als primärer Akt, durch den
Organe modifiziert werden; Darwinismus und 1905, u. a.),
R. FRANCE (Das Leben der Pflanze, 1905 ff.; Der heutige Stand der
Darwinschen Frage, 1908, u. a.), A. WAGNER (Der neue Kurs in der Biologie,
1907; Geschichte des 1909), KOHNSTAMM (Zeitschrift für den
Ausbau der Entwicklungswissenschaft II, 1908), DELPINO, VIGNOLI, BECHTEREW,
J. G. VOGT („Organintellekt") u. a. — Nach K. C. SCHNEIDER ist alle „vitale
Energie" zugleich psychische Energie („Euvitalismus"; Vitalismus, 1903 u. a.). —
Nach WUNDT muß die kausal-mechanische Betrachtungsweise in der Biologie
konsequent festgehalten, der Vitalismus abgelehnt aber die
chemische muß durch die psycho-physische Interpretation ergänzt werden.
Dann erweist sich das Leben als vom Triebe und Willen, dem „Erzeuger
objektiver Naturzwecke", dem innern Faktor der Entwicklung beherrscht
(Grundz. d. physiol. Psychol., 1903, III5; System d. Philos. 1907;
1906/08).
Den biologischen Mechanismus, nach welchem das Leben das
des Zusammenwirkens physischer Kräfte ist und selbst einen Mechanismus oder
Chemismus komplizierterer Art darstellt, in seinem Ablauf nur durch die be-
sondere Struktur des Organischen modifiziert, aber vom anorganischen Ge-
schehen nicht fundamental verschieden ist, also nicht besonderen, den anderen
Agentien überzuordnenden Kräften entspringt, vertreten in verschiedener
Weise HOBBES, DESCARTES, SPINOZA, HOLBACH, LAMETTRIE, FRIES (S. Orga-
nismus; dort auch über KANT) U. a., C. LUDWIG, LOTZE (Artikel „Lebenskraft"
in R. Wagners „Handwörterbuch d. Physiologie", 1842;
zweckmäßige Form des Organismus, von der die, mechanisch zu
Lebensäußerungen abhängen), MOLESCHOTT (Der Kreislauf des Lebens5, 1886),.
SPENCER, nach welchem das L. Anpassung innerer an äußere Verhält-
nisse ist (Principles of Biology IV, § 30), Du - REYMOND , (Reden
u. Aufsätze II, 1887), HAECKEL (Die Lebenswunder, S. 31 ff.), SEMON
(s. Mneme), BÜTSCHLI (Mechanismus und 1901),
(Die Erforschung des Lebens, 1873), LASSWITZ, VERWORN
Physiologie4, 1903; Die Erforschung des Lebens2, 1911), C.
KASSOWITZ (Allgemeine Biologie IV, 1906, 3 Leben, Seele,
1908), J. LOEB (Vorlesungen über die Dynamik der
1906; Das Leben, 1911), OSTWALD (das Leben = ein „stationärer Energie-
strom" mit Selbstregulierung, Vorlesungen über 1902, S. 317
R. GOLDSCHEID („Neomechanismus"; Höherentwicklung und
ökonomie I, 1911, S. 1 ff., 16 ff., 42 ff., 103 ff., 626 ff.; „Mutualität", System-
erhaltung durch „Synergie", „Richtungskomplexion", „korrelative Regulation"),.
B. KERN (Das Problem des Lebens, 1909) u. a. Nach J. SCHULTZ ist eine
„Maschinentheorie" des Lebens notwendig, die das Finale, Zweckmäßige nur
in die Struktur setzt, bzw. in die „Biogene", welche seit Ewigkeit als „Typo-
vergenzmaschinen" bestehen. Der Lebensprozeß selbst ist streng kausal zu er-
klären. Das Wesen des Lebens ist „Streben zur Form", „Typovergenz", Er-
haltung oder Wiederherstellung einer bestimmten Struktur (Die Maschinen-
theorie des Lebens, 1909; Annalen der Naturphilos. X, 1911). — VgL
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften