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Handwörterbuch der Philosophie
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Leer — Leib. J. BÜRDE, Die Philosophie des Lebens, 1910; LHOTZKY, Leben, (Popper), Das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben8, 1903; E. HORNEFFER, Wege zum Leben, 1908. Vgl. Sittlichkeit, Wert, Kultur, Geschichte, Mensch, Moralist, Soziologie. Leer s. Raum, Begriff (KANT). Legalität (Gesetzlichkeit, Gesetzmäßigkeit) der Handlungen ist, nach KANT, von der Moralität (s. d.) zu unterscheiden. Erstere ist die „bloße Über- einstimmung oder Nichtübereinstimmung einer Handlung mit dem Gesetze ohne Rücksicht auf die Triebfeder derselben", während bei der Moralität die Idee der Pflicht, des Sittengesetzes selbst das Motiv der Handlung büdet (Metaphysik der Sitten, Einleit.; vgl. Grundleg. zur Metaphys. d. Sitten, 2. Abschn.). Legal ist eine „pflichtmäßige" Handlung, moralisch (sittlich) nur eine Handlung „aus Pflicht, d. i. aus Achtung fürs Gesetz", „bloß um des Gesetzes willen", nicht etwa bloß aus Neigung zu dem, was die Handlung bewirken soll (Krit. d. praktischen Vernunft I. Tl., 1. 3. Hptst.). Lehnsatz s. Lemma. Lehrsatz s. Theorem. Leib (ocopia, corpus) heißt der belebte, beseelte, organisierte Körper, den das Ich (s. d.) infolge der besonderen Zugehörigkeit desselben zum erleben- Subjekt von anderen Körpern unterscheidet und über den es eine be- unmittelbare Herrschaft ausübt, ja, in dem es sich zunächst selbst findet, um sich dann aber als psychologisches Subjekt von seinem Leibe zu unterscheiden. Dann bildet der Leib ebenso einen Inhalt seines Bewußtseins wie andere Objekte. Der Leib läßt sich überhaupt in verschiedener Weise be- trachten: 1. als unter Körpern, rein vom Standpunkt der sinnlich ver- mittelten Erfahrung und des diese verarbeitenden begrifflichen Denkens, welches schließlich von allem Quaütativen abstrahiert und den Leib wie jeden anderen Körper als Komplex (bzw. Gefüge, System) von materiellen Elementen, Kräften, Energien, Bewegungen auffaßt. So gefaßt, steht der Leib mit den übrigen Körpern in Wechselwirkung, nicht aber mit der Seele, dem Psychischen, welches in diesem Kausalzusammenhang nirgends vorkommen kann. 2. Der Leib eines Ich läßt sich \you diesem auch unmittelbar erfassen und ist dann relativ konstanter Zusammenhang von Empfindungen, Wahrnehmungsin- halten, Strebungen u. dgl., aus denen stets nur ein Teil hervortritt, während vieles unterbewußt bleibt, nicht gesondert sich abliebt (s. Physisch). Dieser „Leib" oder dieses „Innensein", „Fürsichsein" des Leibes gehört schon zum im weitesten Sinne und steht mit dem Psychischen höherer Stufe, dem (Denken, Wollen . . .) in beständiger Wechselwirkung; er büdet die Grundlage des geistigen Lebens, ist ein Instrument desselben, zugleich ein Ausdruck, eine Verkörperung, eine Registrierung, eine Stabilisierung der geistigen Regsamkeit, ein beständiger Niederschlag derselben. Nur wenn man diese Betrachtungs- und des Leibes festhält, kann man ebensowohl den Forderungen des „psychophysischen Parallelismus" (s. d.) als den lebendigen Wechselbeziehungen zwischen Leib und Seele gerecht werden (vgl. EISLER, Leib u. Seele, 1906; Geist u. Körper, 1911). Der schroffe Dualismus (s. d.) stellt den Leib der Seele als eine heterogene Substanz entgegen und wertet oft den Leib sehr gering. So ist nach PLATON, Handwörterbuch. 24
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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