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geringschätzt, wird die Logik zur Ontologie (s. d.), zur Metaphysik, zur „Wissen-
schaft der Dinge in Gedanken gefaßt". Die L. ist die Wissenschaft vom
Logos, von der Vernunft der Dinge, vom „Gedanken, insofern er ebensosehr
die Sache an sich selbst ist", von der Wahrheit an sich, von der „Idee" (s. d.)
im abstrakten Element des Denkens (s. Dialektik). Die L. stellt die innerliche
Notwendigkeit in der Entfaltung des Gedankengehaltes, der eins mit dem Ob-
und dessen Formen ist, dar. Sie gliedert sich in die Lehre vom Sein,
vom Wesen, vom Begriff und von der Idee, oder in die objektive und subjek-
tive Logik (Wissenschaft der Logik, 1812—16; Enzyklopädie, 3. A. 1830; 1905
in der „Philos. vgl. K. ROSENKRANZ, Wissenschaft der logischen Idee,
1858; K. FISCHER, System d. Logik u. Metaphysik, 1852; 3. A. 1909). Als Er-
kenntnislehre begründet die L. COHEN. Die L. ist „Logik des Ursprungs", indem
sie die Realität (s. d.) aus dem durch Denken Gesetzten ableitet. Sie ist eine
apriorische, transzendentale „Logik der mathematischen Naturwissenschaft",
welche die Grundlegungen zur Erkenntnis des Seienden und zum Seienden als
Denkerzeugnis selbst darlegt, als „Logik des Idealismus". Sie ist formal und
sachlich zugleich, ist zugleich die Metaphysik. „Die Logik des Urteils erzeugt
formal aus dem Urteil die Kategorien, als die reinen Erkenntnisse. Diese aber
sind die Sachen, welche den Inhalt und Gehalt vornehmlich der mathe-
matischen Naturwissenschaft ausmachen. Das formale Urteü erzeugt diese
sachlichen Grundlagen, als die Voraussetzungen der Wissenschaft" (Logik der
reinen Erkenntnis, 1902, S. 12 ff., 501 ff.). Nach NATORP hat L. die „mög-
lichen Relationen des Gedachten systematisch zu entwickeln" (Logik, 1910;
Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, — Erkenntnis-
theoretischen Charakter hat die L. auch bei MAIMON, SCHUPPE (Er-
kenntnistheoretische Logik, 1878; Grundriß der Erkenntnistheorie u. Logik,
1894; 2. A. 1910), UPHUES (Grundzüge der Erkenntnistheorie, 1901; Zur
Krisis in der Logik, 1903; Erkenntnistheoretische Logik, 1909) M.
(Die Logik auf dem Scheidewege, 1903), z. T. auch bei BRADLEY (The
Principles of Logic, 1883), DÜHRING (L., 1905) u. a. — Vgl. DE CROUSAZ,
Logique, 1725; TWESTEN, Logik, 1825; BACHMANN, System der L., 1828;
TROXLER, Logik, 1829; CHR. KRAUSE, Grundriß der historischen Logik,
1803; 2. A. 1896; Vorles. über synthetische Logik, hrsg. 1884; TRENDELEN-
BURG, Logische Untersuchungen, 1840; 3. A. 1870; PRANTL, Die Bedeutung
der Logik, 1849; Reformgedanken zur L., 1875; F. A. LANGE, Logische
Studien, 1877; 2. A. 1894; W. HAMILTON, Lectures on Metaphysics and
Logic, 1859 f., f.; REICHLIN-MELDEGG, System der L., 1870; J. BERG-
MANN, Reine Logik, 1879; Die Grundprobleme der Logik, 2. A. 1895;
RYK, Versuch einer konkreten Logik, 1887; HÖFLER (mit Meinong), Logik,
1890; Grundlehren der L., 1890, 3. A. 1904; A. GANSER, Das u.
die transzendentale Logik, 1897; A. MARTY, zur Sprachphüosophie
I, 1908; H. GOMPERZ, Zur Psychologie der logischen Grundtatsachen, 1897;
HAGEMANN, Logik und Noetik, 8. A. J. GEYSER, Grundlagen der Logik
u. Erkenntnislehre, 1909; DÖRING, Grundlehren der Logik, 1912; Enzyklopädie
der philos. Wissenschaften, hrsg. von A. 1: Logik, VAIHINGER, Die
Phüosophie des Als ob, 1911; PEIRCE, Studies in 1883;
Logic, 1888; PAULHAN, La Logique de la contradiction, 1911; A.
Esquisse d'une histoire de la Logique, 1838; F. HOFFMANN, Grundz. e. Ge-
des Begriffs der Logik in Deutschland von Kant bis Baader, 1851;
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften