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Handwörterbuch der Philosophie
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Marxismus — Materialismus. Bewegungsdrang, Wahnvorstellungen, Ideenflucht mit depressiven Zuständen „melancholischer" Art. Vgl. KRAEPELIN, Psychologie I8, 1909; HELLPACH, Die Grenzwissenschaften der Psychologie, 1902. Marxismus s. Geschichte, Soziologie. Masse ist, physikalisch-chemisch, 1. die Menge der Materie in einem Körper, 2. die Größe des Widerstandes, die ein Körper gegenüber bewegend- Kräften leistet; ein beschleunigungsbestimmendes Merkmal der Körper (MACH). Gemäß dem Satze von der Erhaltung der Masse bleibt in allen Veränderungen die Masse (bzw. das mit ihr nicht identische konstant. Nach neuesten Anschauungen (ABRAHAM, LORENTZ, LARMOR U. a.) ist die mechanische von der elektromagnetischen „Masse" abhängig, von der Entfernung der „Elektronen" voneinander und Geschwindigkeit (vgl. ABRAHAM, Theorie der Elektrizität, 1907/08 H. A. LORENTZ, The Theory of Electrons, 1909). Vgl. LEIBNIZ, Schriften I, 204 f., 267 ff.; II, 291 ff. (M. = Größe der Widerstandskraft) HERTZ, Prinzipien der Mechanik, 1894, S. WUNDT, Logik OST- WALD, Grundr. d. Naturphilos., S. 147 (M. = „Kapazität für Bewegungsenergie" ENRIQUES, Probleme der Wissenschaft, 1910; F. AUERBACH, Die Grund- begriffe der modernen Naturlehre2, 1906; LE BON, Die Entwicklung der Materie, 1909; E. COHN, Physikalisches über Raum und Zeit, 1911; L. GILBERT, Neue Energetik, 1911 (Masse auf „Dichte" zurückgeführt); Die Materie, 1912. — Vgl. Materie, Relativitätsprinzip. Masse ist, psychologisch, eine Menschengruppe, die durch ihre Vereini- gung mit gleichartigen Gefühlen, Instinkten, Trieben, Anschauungen, Urteüen •erfüllt wird und eine Art besonderer Seele („Massenseele") erlangt, an der jedes Massenglied partizipiert und durch die es vielfach sich anders verhält, anders denkt, will, handelt, als es als Einzelpersönlichkeit tun Gegenseitige Nachahmung, eine Art geistiger „Ansteckung", Verstärkung der seelischen Er- regung durch Wechselwirkung sind für die Zuständigkeit der Massen-Psyche typisch. Die großen Massen leicht der Suggestion seitens der Führer, Autorität ist ihnen oft Bedürfnis, da sie meist unselbständig sind. Vgl. SIGHELE, Psychologie des Auflaufs u. der Massenverbrechen, 1897; G. LE BON, Psychologie der Massen, deutsch 2. A. 1912; della 1898; K. LAMPRECHT, Annalen der Naturphilosophie II, 1903. — Vgl. •Geschichte, Soziologie, Sozialpsychologie, Volksgeist. Mäßigkeit (Maßhalten) vgl. Tugend. Materialismus heißt die Zurückführung alles Seienden auf Materie d.), alles Geschehens auf physische, materielle Prozesse, des Geistes, der des Psychischen auf körperliche Funktionen. Für den M. ist Seiende, Wirkliche materiell, körperlich, etwas Immaterielles, Unkörperliches gibt es nicht. Das Psychische, Geistige gilt entweder als identisch mit kompli- zierten Bewegungen des Gehirns, oder als eine Art von Produkt des Gehirns als eine „Funktion" desselben oder auch als bloße „Begleiterscheinung" physiologischer (zerebraler) Prozesse. Aller Materialismus will das Geistige aus dem Materiellen ableiten, es als bloße Form oder Wirkung desselben ansehen und anerkennt als primäre, ursprüngliche Faktoren des Geschehens nur Kräfte, die an die Materie gebunden sind (Kerne Kraft ohne Stoff), wobei freilich die
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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