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Handwörterbuch der Philosophie
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Materie. 387 Mit dem Evolutionismus verbindet sich der M. einem materialistisch ge- färbten, besondern „Monismus" (s. d.) bei E. HAECKEL U. a. Die partieUe Berechtigung, zugleich aber auch die Einseitigkeit der „materialistischen" (mechanistischen) Betrachtungsweise betont (wie SCHOPEN- HAUER) F. A. LANGE. Der M. ist eine „vortreffliche Maxime der Natur- forschung", die für das Gebiet der Erscheinungen gilt, ohne aber eine Welt- anschauung begründen zu können, da die Materie selbst nur Bewußtseinsobjekt ist, dessen „An sich" unerkennbar ist (Geschichte des Materialismus, 1866; 8. A. hrsg. von H. Cohen, 1908; Neue Beiträge zur Geschichte des M., 1867). Den „wissenschaftlichen Materialismus", d. h. die mechanistische Natur- auffassung will die Energetik (s. d.) W. OSTWALDS überwinden (Die Über- windung des wissensch. Materialismus, 1895). Über und gegen den M. vgl. A. WEISHAUPT, Über M. und Idealismus, 1786; KANT, Krit. d. reinen nunft, S. 304; P. JANET, Le materialisme contemporain en Allemagne, 1864,. deutsch 1866; HAFFNER, Der moderne M., 1865; Der M. in der Kultur- geschichte, 1865; SCHASLER, Über d. materialistische u. idealistische anschauung, 1879; L. WEIS, Idealrealismus und M., 1877; ULRICI, Gott U. die Natur2, 1866; FLÜGEL, Der M., 1865; F. SCHULTZE, Die Grundgedanken des M., 1881; E. DREHER, Der M., 1892; J. BERGMANN, M. und 1882; H. Der moderne M., 1904; P. VOLKMANN, Die materialistische Epoche des 19. P. APEL, Die Überwindung des M., L. BUSSE, Geist u. Körper, 1903; KÜLPE, Einleit. in die Philos.*, 1907, S. 173 ff.; EISLER, Leib u. Seele, 1906; Geist u. Körper, 1911; WUNDT, Grundz. d. phy- siol. Psychol.6, f.; Philos. Studien XII; A. MAYER, LOS vom M., 1906; WARTENBERG, Das idealist. Argument in d. Kritik des M., 1904; A. materialismo psicofisico, KESSELMEYER, Der allgegenwärtige u. allvoll- kommene Stoff, — Vgl. Psychisch, Seele, Monismus, Körper, Bewegung, Geschichte. Materie materia) oder „Stoff" im weitesten Sinne ist das Korrelat zur „Form" (s. d.), dasjenige, was in eine Form eingeht, die Potenz zur Gestaltung hat, woraus sich etwas formen läßt, was den Gegenstand einer Formung bilden die Mannigfaltigkeit, die sich zur Einheit verknüpfen läßt und dann den Inhalt einer Verbindung B. eines Kunstwerkes, eines Urteils, s. d.) bildet. Alle empirisch gegebene Materie ist schon irgendwie ge- formter Stoff; die „reine Materie" ist ein bloßes Abstraktionsprodukt oder eine Idee. Vielfach hängt es von uns und unseren Zwecken ab, ob wir etwas als „Stoff" zu etwas betrachten woUen. Materie ist also etwas nur und erst in Beziehung zu einer bestimmten Gestalt oder Komplexion. Form (s. d.) und „Stoff" der Erfahrung und Erkenntnis unterscheidet man besonders seit KANT. Die Mannigfaltigkeit der Empfindungen bezeichnet er als den „rohen Stoff sinnlicher Eindrücke", welcher erst zur Erfahrung „ver- arbeitet" werden muß, durch eine Formung seitens des Geistes, durch Eingehen in die Anschauungsformen (s. d.) und Kategorien (s. d.; Krit. d. rein. Vern., Einleit.). Unter der „Materie" eines praktischen Prinzips versteht KANT den äußeren Zweck einer (z. B. Glückseligkeit), der, nach ihm, nicht zum Kriterium eines sittlichen Wollens dienen kann (vgl. Autonomie, Sittlichkeit). Im engeren Sinne ist Materie das beharrende Substrat der physischen,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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