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400 Mensch. ECKHART, CHR. KRAUSE (Das Urbild der Menschheit, 3. A. 1903, S. 164 ff.) u. a. Verschiedene Philosophen bezeichnen den M. als Mikrokosmos (s. d.). KANT unterscheidet vom Menschen als Erscheinung phaenomenon") den „homo noumenon", den „übersinnlichen" Menschen in uns (als Vernunftwesen), der sich im kategorischen Imperativ (s. d.) geltend macht. Dieser noumenale M., der M. als „Person", d. h. als „Subjekt einer praktischen Vernunft" ist Zweck an sich und besitzt „Würde", d. h. einen „absoluten innern Wert" (Tugendlehre, § 11). Der sittliche Mensch ist der „Endzweck" der Natur, „Zweck an sich" und daher darf der M. nie als bloßes Mittel angesehen (vgl. Imperativ). „Der Mensch ist zwar unheüig genug, aber die Menschheit in seiner Person muß ihm heilig sein" (Krit. d. prakt. Vernunft). Die Menschheit in ihrer moralischen ganzen Vollkommen- heit ist der Zweck der Dieser „allein Gott wohlgefällige Mensch" ist in Gott von Ewigkeit her; die Idee desselben geht von Gottes Wesen aus und insofern ist dieser Mensch „kein erschaffenes Ding, sondern sein eingeborener Sohn". „Zu diesem Ideal der moralischen Vollkommenheit, d. i. dem Urbilde der sittlichen Gesinnung in ihrer ganzen Lauterkeit uns zu ist . . . allgemeine Menschenpflicht" (Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793). — Nach KRUG ist das reine oder absolute Ich die „reine bestimmte) Menschheit selbst" (Handbuch d. Philos. I, 1820, S. 53); nach S. LUBLINSKI ist das „Ding an sich" eins mit der reinen Mensch- heit (Die Humanität, 1907, S. 3 f.). — Nach SCHILLER ist der Wüle der „Ge- schlechtscharakter des Menschen", und die Vernunft „nur die ewige Regel desselben". „Vernünftig handelt die ganze Natur; sein Prärogativ ist bloß, daß er mit Bewußtsein Willen vernünftig handelt. Alle anderen Dinge müssen; der Mensch das Wesen, welches will." Die Kultur (s. d.) soll dem Menschen helfen, „seinen ganzen Begriff zu erfüllen" (Über das Erhabene; vgl. Philos. Schriften u. Gedichte, hrsg. von E. Kühnemann, 2. A. 1910). Jeder individuelle Mensch „trägt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechselungen übereinzustimmen, die große Aufgabe seines Da- seins ist" (vgl. schon FICHTE, Über die Bestimmung des Gelehrten, 1. Vorles.: „Der Begriff vom Menschen ist ein idealischer Begriff"). Dieser „reine Mensch" wird durch den Staat repräsentiert, objektiviert (Über die ästhet. Er- des Menschen, 3. Brief; über HERDER, HUMBOLDT U. a. s. Humanität). Die reine Menschheitsidee als Zielpunkt und Norm des Sittlichen und Sozialen betonen H. COHEN (Ethik, 1904, S. 200 ff.), NATORP (Sozialpädagogik2, 1904, S. 191, 272), EWALD, WUNDT, SIMMEL (Soziologie, 1908, S. 771 ff.) u. a. (vgl. Sittlichkeit). Nach CHR. KRAUSE gibt es eine „Allmenschheit" als Idee in die Menschheit ist ein Organismus und soll sich zu einem bund" vereinigen (Urbild der Menschheit, S. 7, 59, 287 ff.). A. COMTE macht die Menschheit (das „grand zum Gegenstand religiöser Verehrung. — Den Wert des Menschen als organisch-energetisches Kapital der GeseUschaft betont die „Menschenökonomie" R. GOLDSCHEIDS (S. Ökonomie; vgl. Höher- entwicklung u. Menschenökonomie I, 1911). — Vgl. DESCARTES, Traite de l'homme, 1664; A. POPE, Essay on Man, 1733; deutsch 1822 (vgl. LESSING, Pope, ein Metaphysiker, 1755); FICHTE, Die Bestimmung des Menschen, 1800; SUABEDISSEN, Die Lehre vom Menschen, TROXLER, Blicke in das Wesen •des Menschen, 1812; DARWIN (S. Entwicklung); HUXLEY, Die Stellung des
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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