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Handwörterbuch der Philosophie
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Metaphysik. 403 Die metaphysischen Grundprobleme sind: die Frage nach dem allgemeinen Wesen des Seienden überhaupt; hier sind als Lösungsversuche Materialismus (s. d.), Spiritualismus (s. d.), bzw. Idealismus (s. d.), Identitätsphilosophie (s. d.), bzw. Monismus (s. und Dualismus (s. d.) zu unterscheiden. Auf die Frage nach der Anzahl der Seinsprinzipien antworten der Pluralismus (s. d.), als Ato- mismus (s. d.) oder Monadologie (s. d.), und der Singularismus (s. d.), bzw. Monis- mus im engeren Sinne. Weitere metaphysische Standpunkte ergeben sich betreffs des Verhältnisses Gottes (s. d.) zur (Pantheismus, Theismus usw.), Zusammenhangs des Geschehens (s. Kausalität, Mechanismus, Zweck, freiheit). Die M. geht aus dem Mythus hervor, mit dem sie immer wieder die denz zur Deutung des Seienden nach Analogie des Seelischen teilt, zu dem aber zugleich auch durch ihre Auffassung der Wirklichkeit von an in Gegensatz tritt. So schon im Hylozoismus (s. d.) der jonischen phüosophen, welche das „Prinzip" (s. d.) der Dinge verschieden bestimmen (THALES, ANAXIMENES, HERAKLIT). Metaphysiker sind die Eleaten (s. d.), welche das wahre, absolute Sein (s. d.) denkend ANAXAGORAS (S. Geist, Homöomerien), (S. Atom), die goreer (s. Zahl). Durch seine Ideenlehre (s. Idee, Dialektik) wird PLATON der Begründer einer idealistischen Metaphysik. Als eigene tritt die M. ' ab-er zuerst bei ARISTOTELES auf. Er nennnt sie „erste Philosophie" Weisheit auch „Theologie" und definiert sie als Wissenschaft vom Seienden als solchen (xov und von den obersten desselben (xcov ngcoxcov xal Metaphys. I 2, 982 b 9; IV 3, 1005 a 24). Charakteristisch für diese M. ist die Unter- scheidung von Form (s. d.) und Stoff, Potenz (s. d.) und Wirklichkeit, die qualitativ-teleologische Weltauffassung (s. Prinzip). Eine listische M. vertritt der (s. d.), während die Stoiker (s. d.) eine (s. Gott), die Epikureer eine Weltanschauung lehren. Die Möglichkeit einer M. bezweifeln die Skeptiker (s. d.). In den verschiedenen Richtungen der mittelalterlichen kommen zuerst platonisch-neuplatonische, später fast ausschließlich aristotelische Ele- mente, modifiziert durch die christliche Denkweise, zur Geltung. Als Meta- physiker sind hier die Gnostiker (s. d.), ORIGENES, AUGUSTINUS, JOHANNES SCOTUS ERIUGENA, ANSELM VON CANTERBURY, AVICENNA, GEBIROL, ALBERTUS MAGNUS, THOMAS VON AQUINO, DUNS SCOTUS U. a. zu erwähnen (s. Scholastik), auch Mystiker (s. d.) wie Meister ECKHART U. a. Die allgemeine M. ist Ontologie (s. d.), Lehre vom Seienden und letzten Ursachen der Dinge („de rerum causis et ac rebus et de universis rebus", Metaphys. disputat. I, 1). In der Zeit der Renaissance treten verschiedene Versuche einer dyna- mischen (s. d.) Metaphysik auf (s. Naturphilosophie), die bei BRUNO einen pantheistischen Charakter annimmt (s. Gott). Als große Metaphysiker treten in der Philosophie DESCARTES (S. Dualismus), SPINOZA (S. philosophie), LEIBNIZ (S. Monade) auf, neben welchen R. CUDWORTH, H. MORE, MALEBRANCHE, GEULINCX, BERKELEY u.a., ferner HOLBACH (s. BONNET, U. a. zu nennen sind. Eine Systematisierung er- fährt die M. durch CHR. WOLFF, bei welchem ihr Charakter als Vernunft- 26*
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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