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Handwörterbuch der Philosophie
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404 Metaphysik. Wissenschaft, als denkende Bestimmung des Wesens und der Eigenschaften der absoluten Wirklichkeit deutlich sich bekundet. Skeptisch verhalten sich gegen die M. LOCKE und HUME (Enquiry XI). KANT unternimmt es in seiner Vernunftkritik, zu zeigen, daß eine trans- zendente M., die „über alle Gegenstände möglicher Erfahrung (trans physi- hinausgeht, „um womöglich das zu erkennen, was schlechterdings kein Gegenstand derselben sein kann", nicht möglich ist. Aus bloßen Begriffen läßt sich nichts über die Wirklichkeit ausmachen, zu aller Erkenntnis gehört auch Anschauung. Da die Formen unserer Erkenntnis zwar apriorisch (s. d.) sind, aber nur für mögliche Erfahrung, anschaulich bestimmbare Objekte gelten, so ist eine Erkenntnis des „Ding an sich", des jenseits aller Erfahrung Liegen- den, also eine transzendente Metaphysik unmöglich, aber auch unnötig (s. Er- scheinung). Der Besitz solcher Erkenntnis ist nur Schein, den die Vernunft- kritik aufdeckt (s. Dialektik, Paralogismus, Antinomie, Idee). Die Kritik der reinen Vernunft ist aber zugleich die Vorbedingung zu einer wahren, gründ- lichen M. als Wissenschaft — aber als transzendente, „dogmatische" sondern „transzendentale" (s. d.) Wissenschaft, d. h. als Wissenschaft von den apriorischen Grundformen der Erkenntnis und des Seins, von den „obersten Prinzipien des reinen als „System aller Prinzipien der reinen theoretischen als „System der reinen theoretischen Philosophie". Die M. ist Erkenntnis aus reiner aber möglich ist sie nur, weil ihre „synthetischen Urteile a priori" Bedingungen objektiver Er- fahrung selbst sind (vgl. Erkenntnis, Deduktion, Axiom), weil sie von den Grundlagen, Voraussetzungen, obersten Faktoren der im Erkennen selbst zu erzeugenden Erfahrungswelt handelt (vgl. Idealismus, Transzendentalphilosophie, Kritizismus; Prolegomena, § 1 ff., 60; Krit. d. rein. Vern., S. 16 ff.; Kleine Schriften zur u. III, 85 ff.; vgl. I, 73 ff., 117 ff.; II, 120 ff.; Vorles. über Metaphysik, hrsg. von Pölitz, 1821). Es gibt eine M. der Natur (s. Naturphilosophie) und M. der Sitten (s. Ethik). — Mit der Transzendental- philosophie, bzw. mit der Erkenntnistheorie identifizieren die M. FRIES (System der Metaphysik, 1824), APELT (Metaphys., 1857; 2. A. 1911), COHEN (Logik, 1902, S. 516), RIEHL („System der Erkenntnisprinzipien"), L. NELSON („System der synthetischen Urteile a priori aus bloßen Begriffen", Die kritische Methode, S. 3), B. ERDMANN U. a. In der nachkantischen Philosophie kommt zunächst eine idealistisch fun- dierte M. auf, bei FICHTE, SCHELLING (S. Identitätsphilosophie), HEGEL (S. Logik, Idee, Panlogismus), CHR. KRAUSE (Panentheismus), C. H. WEISSE (Grundzüge der Metaphysik, 1835), SCHOPENHAUER (S. Voluntarismus) u. a. der eine Art Monadologie (s. Realen) aufstellt, definiert die M. als „Lehre von der Begreiflichkeit der Erfahrung" durch Ergänzung der Begriffe, die sie bearbeitet, indem sie die in ihnen enthaltenen Widersprüche (Hauptpunkte der M., 1808; Allgemeine M., 1828—29; vgl. BENEKE, System der M. u. Religionsphilos., 1840). Als Metaphysiker, welche die Wirklichkeit als etwas Geistiges bestimmen, treten besonders auf: LOTZE (Metaphysik, 1841; System d. Philos. II: Metaphys., 1879; Mikrokosmus, 5. A. 1896 FECHNER (s. Panpsychismus), ED. V. HARTMANN (S. Unbewußt), nach welchem speku- lative Resultate auf induktiver Grundlage zu gewinnen sind, BILHARZ (M., 1897), EUCKEN (S. Geist), F. J. SCHMIDT, WUNDT U. a. Nach letzterem ist die M. allgemeine „Prinzipienlehre". Sie hat zum Ziel die „Aufrichtung einer wider-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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