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Handwörterbuch der Philosophie
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Moralisch — Moralität. 419 dgl. VgL PREYER, Die Seele des Kindes8, 1912; MURALT, Über Irre- sinn, 1903; NÄCKE, Über die sogen. Mor. insan., 1902. Moralisch (moralis zuerst bei CICERO, als Übersetzung von 1. die Moral betreffend, sittlich; 2. geistig („moral science", „science morale", Geisteswissenschaft). Vgl. Moral sense, Intelligible (KANT). Moralischer Beweis für das Dasein Gottes logischer B.) ist der Schluß auf die Existenz Gottes als Urheber des Sitten- gesetzes, der sittlichen (CALVIN, MELANCHTHON U. a.) oder die auf das Sittengesetz gestützte Forderung eines Wesens, welches die Harmonie zwischen Sittlichkeit und Glückseligkeit herzustellen vermag und so die Ver- wirklichung des höchsten Gutes gewährleistet, wenigstens als „Idee" (s. d.) für den „praktischen Gebrauch" unserer Vernunft, ohne daß eine Gottes möglich KANT (Krit. d. § 86 ff.; Krit. d. rein. Ver- nunft: Vom Ideal des höchsten Gutes). In dem moralischen Gesetze selbst ist kein Grund zu einem notwendigen Zusammenhange zwischen der Sittlichkeit und der ihr proportionierten Glückseligkeit vorhanden. „Gleichwohl wird in der praktischen Aufgabe der reinen Vernunft, d. i. der notwendigen Bearbeitung zum höchsten Gute, ein solcher Zusammenhang notwendig postuliert: wir das höchste Gut (welches also doch möglich sein muß) zu befördern suchen. Also wird auch das Dasein einer von der Natur unterschiedenen Ursache der gesamten Natur, welche den Grund dieses Zusammenhanges, nämlich der genauen Übereinstimmung der Glückseligkeit mit der Sittlichkeit, enthalte, Das höchste Gut in der ist nur möglich, „sofern eine oberste Ursache der Natur angenommen wird, die eine der moralischen Ge- sinnung gemäße Kausalität hat" (Krit. d. praktischen Vernunft, Univ.-BibL, S. 149 f., 167 f.). Vgl. FECHNER, Zendavesta II, 90 A. DORNER, Grundr. d. Religionsphilos., 1903, S. 219 ff.; CH. Der sittliche Gottesbe- weis, 1899. Moralismus: Sittlichkeitsstandpunkt, Anerkennung der Sittengesetze, der bestehenden Moral (vgl. KRUG, Handbuch d. Philos. II, 271), Betonung des Sittlichen als Endzweck (KANT, FICHTE U. a.). VgL Immoralismus. Moralist: Sittenlehrer, Sittenrichter, Moralphilosoph, Darsteller und Kritiker der bestehenden Moral, herrschender Sitten und Unsitten, Ethiker. Moralisten sind insbesondere SENECA, EPIKTET, M. AUREL, SCHAFTESBURY (Die Moralisten, deutsch 1910), MONTAIGNE (Essais, 1580 u. ö., deutsch 1797 bis 1801, f.), LA ROCHEFOUCAULD (Reflexions, 1665; deutsch 1906), LA BRUYERE 1687), VAUVENARGUES et 1746; deutsch 1906), NIETZSCHE U. a. VgL Ethik. Moralität Sittlichkeit (s.d.), sittlicher Charakter des Willens, des Handelns. Von der bloßen Legalität (s. d.) unterscheidet die M. KANT. Eine Handlung hat nur dann M., wenn sie nicht bloß dem Sittengesetz gemäß ist, sondern die Idee der Pflicht selbst zur Triebfeder hat, bloß um des sitt- lichen Gesetzes willen ausgeübt wird (Krit. d. prakt. Univ.-BibL, S. 87). — Von der „Sittlichkeit" (s. d.) als einem Gebilde des „objektiven Geistes" unterscheidet HEGEL die M. als das subjektive „moralische Bewußt- als das „einfache Wissen und Wollen der reinen Pflicht im Handeln"
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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