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Handwörterbuch der Philosophie
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432 Naturphilosophie. Wertigkeit zu prüfen und die naturwissenschaftlichen Ergebnisse teilweise auch •durch relativ abschließende Hypothesen zu ergänzen. Die Geschichte der N. ist teilweise mit der der Metaphysik (s. d.), teilweise mit der der Naturwissenschaften Naturphilosophische Lehren finden sich bei den jonischen Naturphilosophen, den (s. d.), PARMENIDES, EMPEDOKLES, ANAXAGORAS, PLATON, ARISTOTELES, STRATON, den Stoikern, Epikureern (vgl. LUCREZ, De natura rerum) u. a. Im Mittelalter bei ALBERTUS MAGNUS, THOMAS, ROGER BACON, WITELO u. a. In der Renaissance tritt eine dynamische, das einheitliche Leben im Universum phantasievoll ergreifende und ausdeutende N. auf, so bei PARA- CELSUS, VAN HELMONT, TELESIUS (De natura rerum, 1586), PATRITIUS, CAMPANELLA, G. BRUNO U. a. („Man entdeckte die Natur, indem man Gott in ihr suchte", JOEL, Der Ursprung der N. aus dem Geiste der Mystik, 1903, S. 9 ff.). Mit der quantitativen, bzw. mechanistischen (s. d.) Naturauffasung verbindet sie sich bei N. KOPERNIKUS, KEPLER, L. DA VINCI, F. BACON, HOBBES, DESCARTES (Principia philos.), GASSENDI, BOYLE, NEWTON (Philosophiae naturalis principia mathematica, 1687; deutsch 1872) u. a. (vgl. Physik). Bei KANT erfährt die mechanistische Naturauffassung eine erkenntniskritische Grundlegung und idealistische Be- gründung: sie ist Theorie der apriorischen Voraussetzungen der Naturwissen- schaft, im engeren Sinne eine Zurückführung der verschiedenen Kräfte auf Grundkräfte (Metaphys. Anfangsgründe d. Naturwissenschaft, 1786; Ausgabe Höfler, 1900); vgl. FRIES, Mathematische N., 1822. In der Schule SCHELLINGS blüht mächtig eine konstruktiv-spekulative N. welche die Erklärung der Naturphänomene durch den Versuch, das Wesen und die Bedeutung derselben zu ergründen, nicht bloß ergänzen, sondern viel- ersetzen, verdrängen will, wobei neben so mancher wertvollen Einsicht viel Phantastisches, Unhaltbares produziert wird. Die geht nach SCHELLING den an sich gewissen Prinzipien aus, ohne alle ihr etwa durch die Er- vorgeschriebene Richtung" (Ideen zu e. Philos. der Natur I, 83 f.). Als Vertreter dieser Art Naturphilosophie sind zu L. OKEN (Lehrbuch N., 1809—11; 3. A. 1843), NEES VON ESENBECK (Naturphilos., 1841), STEFFENS (Grundz. d. philos. Naturwissenschaft, 1806), v. BERGER, ESCHENMAYER d. Naturphilos., 1832), SCHUBERT U. a. — Nach HEGEL betrachtet die N. das Allgemeine der Natur „in seiner eigenen immanenten Notwendigkeit nach der Selbstbestimmung des Begriffs", also „dialektisch" (s. d.; Vorles. über Natur- philos., S. 11 ff.; Enzyklop., § 245 ff.). — Naturphilosophische Theorien stellen (Über den Willen in der Natur, 1836; 3. A. 1867), HERBART Metaphys., 1828), ULRICI (Gott u. die Natur, 1862), LOTZE (Naturphilos., E. v. HARTMANN, FECHNER (Zendavesta, 2. A. 1901), WUNDT {System d. E. HAECKEL, nach welchem alle Philosophie N. (Die großen Welträtsel; Die wunder), u. a. auf. — Nachdem man lange Zeit •seitens der Wissenschaft nichts von einer besondern N. hören wollte, ist sie neuer- dings, nachdem DARWIN, SPENCER und andere Evolutionisten eine moderne N. begründet haben, wieder — aber positiver, exakter, kritischer — zur Geltung besonders durch W. OSTWALD (S. Energetik). Die N. ist nach ihm „allgemeinste Teil der Naturwissenschaft", eine „Zusammenfassung und Vereintheitlichung unseres gesamten Wissens von der (Vorlesungen
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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