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Handwörterbuch der Philosophie
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436 Negation. theorie, 1909, S. 134 (Die N. will mit Hilfe der allgemeinen Naturgesetze die der Erfahrung gegebene Wirklichkeit, die in ihrer Totalität zugleich etwas Individuelles ist, erklären; auch stellt sie neben Allgemeinem Einmaliges fest); L. GÜNTHER WINDELBAND, Gesch. der antiken Naturwissenschaft u. Philo- 1912; BRYK, Entwicklungsgesch. d. reinen u. angewandten N. im 19. Jahrh. I, 1909; F. DANNEMANN, Grundriß e. Geschichte der N.2, 1902 f.; Die in ihrer Entwickl. u. in ihrem 1910 f. — Vgl. Physik, Positivismus, Beschreibung, Hypothese, Fiktion, Verstand (BERG- SON), Körper, Materie, Substanz, Energie, Mechanismus, Naturalismus, Natur- philosophie, Wissenschaft. s. Negation (negatio, Verneinung, ist die Verwerfung, Zurück- weisung, Beurteilung einer Behauptung, eines Urteils als nicht zu recht be- stehend, als ungültig oder unvollziehbar oder die Ausschließung eines Subjekts von einer bestimmten Prädikatssphäre, von bestimmten Merkmalen aus einem Begriff. Die N. dient teils zur Abwehr eines Irrtums, einer Annahme, Ausdruck einer enttäuschten Erwartung, teils zur Unterscheidung und Be- grenzung der Begriffe (vgl. WUNDT, Logik I, 187 ff.; „negativ prädizierendes" Urteil und „verneinendes Trennungsurteil"). Die N. sagt aus, daß einem Sub- jekt ein gewisses Prädikat nicht zukommt, nicht beizulegen ist, und dem ent- spricht in der Wirklichkeit das Fehlen gewisser Merkmale bzw. das Vor- handensein anderer Merkmale, nicht aber etwa ein absolutes Nichts (s. d.). Logische Negation ist nicht mit realem Widerstreit zu verwechseln (s. Wider- spruch). Wie ARISTOTELES unterscheidet die Scholastik von der „negatio", dem Mangel einer Sache, die „privatio" (s. d.), „Beraubung" einer im normalen Zustande möglichen, vorhandenen Eigenschaft (z. B. Blindheit als Privation des Sehens). Nach SPINOZA ist jede Bestimmung eine Negation („omnis determinatio est negatio"). Nach J. BÖHME gibt es in Gott einen „Gegenwurf zum Ja", ein „Nein". KANT unterscheidet scharf zwischen logischer Negation und realem Widerstreit; von der ersteren sind die negativen Größen der Mathematik zu unterscheiden (Versuch, den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, 1763; Kleine Schriften I2, S. 84 ff.). HEGEL setzt die „Negativi- als treibendes Prinzip in die dialektische (s. d.) Entwicklung des Denkens und des Seins. Das Denken gerät in das „Negative seiner selbst, in den Widerspruch"; durch „Negation der Negation" wird der Widerspruch in einem höheren Begriffe „aufgehoben" (s. Widerspruch). — Nach B. die N. ein realer Trennungsakt im Sein, das Prinzip der Individualisierung (Prinzipien der Metaphysik I, 1904, 41 II, 1912). Daß die N. die Existenz positiver Urteile voraussetzt, welches zurückge- wiesen wird, betonen MENEDEMOS, TRENDELENBURG (Logische Untersuch. II, 147 f.), LOTZE, SIGWART (N. = ein Urteil über ein Urteil, das nicht voll- zogen werden darf, Logik I2, 123, 150, 191), JERUSALEM („Zurückweisung eines Urteils", Die Urteilsfunktion, 1895, S. 183), RIEHL, HÖNIGSWALD, BERG- SON 1910, S. 311 f.), HÖFFDING U. a. Nach COHEN ist sie ein „Urteil vor dem Urteil"; ihr Sinn ist „Sicherung der Identität gegen die Gefahr des Non-A" (Logik, 1892, S. 88 ff.). — Als primäre, besondere Funk-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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