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438 — Nichts.
PORPHYRIOS, JAMBLICHOS. JULIANUS PLUTARCH VON ATHEN,
PROKLOS, SYRIANOS, AMMONIOS, DAMASKIOS U. a. angehören. Vom N. beein-
flußt sind ORIGENES, AUGUSTINUS U. a., PSEUDO-DIONYSIUS („Dionysius Areo-
pagita"), JOH. SCOTUS ERIUGENA, die AVICEBRON
Gebirol), MARS. FICINUS, NICOLAUS CUSANUS, GIORDANO BRUNO,
SPINOZA, SCHELLING, HEGEL, E. V. HARTMANN, BERGSON U. a. Vgl. ZELLER,
Philosophie der Griechen III; WHITTAKER, The Neo - Platonists, 1901;
A. RICHTER, Neupiaton. Studien, 1867; A. DREWS, Plotin, 1907; HASSE, Von
Plotin bis Goethe, 1909; 2. A. 1912. — Vgl. Piatonismus, Gott.
ist die Erneuerung und die unter dem
orientalischer Religion erfolgende Modifikation des Pythagoreismus (s. d.), der
mit Elementen verschiedener griechischer Philosopheme verbunden wird und
eine theosophische und theurgisch gehaltene, auf Zahlenmystik (s. Zahl) Wert
legende Spekulation darstellt (vgl. Gott, Askese), Neupythagoreer sind
FIGULUS, SOTION, MODERATUS von Gades, von Gerasa,
APOLLONIOS von Tyana u. a. Vgl. ZELLER, Philosophie der Griechen III, 2;
JÜLG, Neupythagor. Studien, 1892.
Neuron heißt (seit die Einheit der Nervenzelle mit ihren
Fortsätzen (Dendriten und Achsenzylinder oder Neurit). Nach der Neuronen-
theorie (RAMON Y CAJAL, U. a.) besteht das Nervensystem aus Neu-
ronen, die miteinander nur durch Kontakt in Verbindung stehen, ohne in-
einander direkt überzugehen (vgl. HELLPACH, Grenzwissenschaften der Psycho-
logie, 1903, S. 31; VERWORN, Die des 1910). Den
kontinuierlichen Zusammenhang Ganglien durch ihre Fasern lehren hin-
gegen M. BETHE, APATHY (vgl. Vorles. über
Naturphilosophie, 1908, S. 229 ff.), wogegen wieder RAMON Y CAJAL, HARRISON
u. a. erfolgreich die verfochten haben.
nötigen, zwingen. Nach LEIBNIZ (wie schon nach
DUNS SCOTUS) nezessitieren die Motive (s. d.) den Willen nicht, sie „inklinieren"
ihn nur (vgl. Willensfreiheit). — VgL E. J. HAMILTON, Erkennen und
Schließen, 1912.
Nicht-Ich: das vom Ich Unterschiedene, das außer ihm Gesetzte, Vor-
gefundene, die Außenwelt (FICHTE U. a.). VgL Ich, Objekt.
Nichts nicht etwas, nihil, non ens, ist der Gegensatz zum
„Etwas" und bedeutet, daß etwas, d. h. irgend ein bestimmtes Seiendes (relatives
Nichts) oder überhaupt ein Seiendes (absolutes Nichts) nicht besteht, nicht zu
setzen, nicht vorzufinden, zu erwarten ist. Das N. ist die Negation (s. d.)
eines Inhalts bzw. der Mangel an einem der Position, der (be-
rechtigten) Setzung, der Denkbarkeit oder Erfahrbarkeit. Rein logisch
genommen ist der „Gegenstand" des Begriffs „Nichts" (das durch ihn Gemeinte)
die Gegenstandslosigkeit selbst, das Fehlen eines Korrelats zu einem Begriffe oder
Urteilsspruch. Aus dem absoluten Nichts als dem Mangel jeglichen Seins
kann ein Seiendes nicht hervorgehen, es fehlt hier der zureichende Grund zu
einer Veränderung („Aus Nichts wird nichts"). Das „Nichts", aus welchem
Gott die erschaffen hat, könnte nur bedeuten, daß eine Bedingung zur
Weltsetzung nicht außer Gott gegeben ist (vgl. AUGUSTINUS, De civitate
Dei XII, 2; JOH. SCOTUS ERIUGENA, De divisione naturae III, 19, 21; III, 5).
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften