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Handwörterbuch der Philosophie
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448 Objekt. worauf sich die Aufmerksamkeit richten kann. Es ist eine Funktion des Be- seine Inhalte zu fixieren, herauszuheben, zum Objekt zu machen und von sich, dem Bewußtsein (Wissen: Erleben, Vorstellen, Denken) und dessen Einheit (dem „Subjekt") zu unterscheiden. Das Bewußtsein „dirimiert" sich in Subjekt und Objekt, subjektive Tätigkeit und dessen Gegenstand. Das Erkenntnisobjekt ist entweder ein bloß ideelles oder ein reales Objekt. Ideelles Objekt ist jeder Gegenstand des Denkens, der zunächst nur als Ge- dachtes, als etwas nur denkend Gesetztes, Konstruiertes, und nur als solches Anzuerkennendes Bestand hat (z. B. die reinen mathematischen Objekte, mathematische, logische Relationen). — Nur ein Teil der hat „Realität" (s. d.), dingliche Existenz, objektive „Wirklichkeit"; es gibt nun auch Gegenstände, die zwar von der subjektiven, psychologisch zu be- individuellen Denk- und Erkenntnistätigkeit als solcher (begriff- lich, in der Abstraktion) unterschieden sind (als das vom Denken „Gemeinte", als der „sachliche Inhalt", der „ideelle Gehalt" des Gedankens) und allgemein- gültig sein können, aber doch keine dingliche Existenz haben. Objekt ist jeder Gegenstand, den wir als einen Teil der vom subjektiven Erleben und Bewußtsein unabhängigen Wirklichkeit betrachten, den wir als ein unserer Erkenntnistätigkeit und unserem Willen sich Aufdrängendes, „Aufgegebenes") betrachten müssen Ding). Objekte im engsten Sinne sind die „Objekte der Außenwelt" („Außendinge"). Infolge der kon- stanten Widerstände, Hemmungen, Beschränkungen, die unser Wille erfährt, und die er unmittelbar von den seinen eigenen Impulsen entspringenden keiten und Wirkungen unterscheidet, gelangt das Ich zur anerkennenden, ihm abgenötigten Setzung eines „Nicht-Ich", das es dann sofort nach Analogie selbst als etwas Permanentes, mit sich Identisches, Tätiges, Kraftvolles, d. h. als als eine Art Subjekt deutet, behandelt, wertet. Erst später macht dieser „personale" Dingbegriff einem impersonalen Platz, nicht ohne daß (im Kraftbegriff s. d.) Reste der ursprünglichen Einlegung des Ich (s. Introjektion) zurückbleiben. — Erkenntniskritisch betrachtet, er- weisen sich die realen Objekte als einheitliche, gesetzmäßig verknüpfte von Inhalten, Daten möglicher, gedanklich ver- Erfahrung, als Erscheinungen (s. d.) eines „An sich" oder „Für sich", dessen unmittelbares Eigen-Sein von seinem Objektsein RIEHL), von seinem Sein für das Erkennen zu unter- scheiden ist. Das „An sich" ist nicht selbst das — stets ein Subjekt (s. d.) ;als Korrelat erfordernde — Objekt, sondern der letzte Grund für das von uns unabhängige Setzen von Objekten und Objektivbestimmtheiten, also eine Be- objektiver Erfahrung, und als solche zu postulieren. Die realen Erkenntnisobjekte als solche sind von den subjektiv-psychischen Erlebnissen und deren Inhalten (den Vorstellungen) scharf unter- Gegenstände eines theoretischen „Bewußtseins überhaupt" (s.d.), welches Ich und Außenwelt umspannt, als Inbegriff allgemein-notwendiger Formen, Geltungen und Forderungen, als ideelles Einheitsmaß, auf das Mannigfaltigkeit subjektiver Erlebnisse bezogen und zurückgeführt wird, was besonders im methodischen Prozeß der Wissenschaft als Produkt des theoretischen Gesamtgeistes erfolgt (vgl. Geist), und immer genauer, umfassender, detaillierter, zusammenhängender, einheit- licher. In diesem Sinne sind die Objekte nicht fertig gegeben, sondern „auf-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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