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Handwörterbuch der Philosophie
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Objekt. 449 gegeben", d. h. eben durch methodische Geistestat aus dem Erfahrungsmaterial zu erarbeiten (vgl. Tatsache). Vom Subjekt (Ich) als solchen und von dessen Zuständen sind die realen Objekte unabhängig; sie sind „transsubjektiv", und in diesem Sinne aber „immanent" in Beziehung zur möglichen Erfahrung und zu den „transzen- dental-logischen" Bedingungen des „Bewußtseins überhaupt", ohne welche Bedingungen sie nicht sein können, was immer ihnen auch zugrundeliegen mag (vgl. Ding an sich). — Während ursprünglich die Qualitäten (s. d.) des sinnlichen Wahrnehmungsinhalts als Eigenschaften der Dinge selbst aufgefaßt werden, sind die naturwissenschaftlichen Erkenntnis- objekte begrifflich fixierte konstante Einheiten, für jedes Subjekt in gleicher Weise zu denkende Zusammenhänge formaler, kausaler Bestimmtheiten und Relationen, wodurch die Subjektivität qualitativer Erlebnisse überwunden, neutralisiert wird, die Objekte so „umge- dacht" (LIPPS) werden, daß sie eben in allgemeingültiger und exakter gedacht werden können. — Die Metaphysik endlich deutet z. T. alles aus „Innensein" der Objekte, aus dem qualitativen Eigensein des Wirklichen {vgl. Panpsychismus, Transzendent, Identitätstheorie). Im Mittelalter und zum Teil noch später bedeutet „objektiv" nicht das reale, sondern das vorgestellte, gedachte Sein (s. Objektiv). Die scholastische Lehre von der „intentionalen" (s. d.) Inexistenz der Gegenstände erneuert F. BRENTANO. Nach ihm hat jedes psychische Phänomen eine „Richtung auf Objekt", eine „immanente Gegenständlichkeit". „Jedes enthält etwas als Objekt in sich, obwohl nicht jedes in gleicher Weise." Den intentionalen sind die wirklichen Objekte nicht gleich, aber analog zu denken (Psychol. I, 1874, S. 10 f., 115). Inhalt (s. d.) und Gegenstand unterscheiden MARTY, HÖFLER, KREIBIG, MEINONG, LIPPS U. a. Nach HUSSERL ist „Er- lebnis" das „die die aber der „intendierte Gegenstand" {Log. Untersuch., f., II, 365; vgl. S. 337). Nach A. MEINONG bedeutet Gegenständlichkeit die „Fähigkeit der Vorstellung, die Grundlage zu einer affirmativen Annahme abzugeben" (Über Annahmen, 1902, S. 100 ff.). Der •Gegenstand muß nicht existieren, nicht real sein, es gibt sogar „unmögliche" Gegenstände (z. B. viereckiger Kreis); das „Sosein" eines Gegenstandes wird dessen Nichtexistenz nicht betroffen. Die „Gegenstände" zerfallen in „Objekte" Vorstellungsgegenstände) und „Objektive"' gegenstände, gemeinte Sachverhalte). Es gibt auch „Gegenstände höherer Ordnung" („superiora"), nämlich Komplexionen und Relationen, die sich auf primären Gegenständen („inferiora") aufbauen (Zeitschr. f. Psychol. 21. Bd., 1899; Über Annahmen2, 1910; zur Gegenstandstheorie, 1904; Über die Erfahrungsgrundlagen unseres Wissens, 1906; Die Stellung der Gegen- standstheorie im System der Wissenschaften, 1907; vgl. theorie). Vgl. DRIESCH, Ordnungslehre, 1912. Der (s. d.) betrachtet die Objekte der als Dinge (s. d.), welche unabhängig von unserem Bewußtsein existieren. Während der •naive R. die Eigenschaften der Objekte mit den Qualitäten der Sinneswahr- nehmung identifiziert, lehrt der kritische R., die Eigenschaften der Dinge selbst von der Art, wie wir sie wahrnehmen, unterscheiden (s. Qualität, Subjektiv). Realisten sind die meisten älteren Philosophen. Von neueren erklärt z. B. E. VON HARTMANN, das subjektiv-ideale Vorstellungsobjekt sei ein „Bewußt- Handwörterbuch. 29
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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