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452 Objekt.
S. ff.; Philos. Journal 1, 1798; Die Bestimmung des Menschen,
Univ.-BibL, S. 21 f., 49 ff., 97 ff.; vgl. Sein). Einen objektiven Idealismus,
nach welchem das „Absolute" (s. d.) sich in Objekt und Subjekt als seine
„Pole" auseinanderlegt, vertritt SCHELLING (s. Identität, Subjekt), einen „ab-
soluten" Idealismus (s. d.) HEGEL (vgl. § 193 f.; Logik III, s. Idee).
SCHOPENHAUER unterscheidet das Objekt scharf vom „Ding an sich", welches
„Wille" ist, und betont: „Kein ohne Subjekt" (und umgekehrt). Ob-
jekt-sein und dasselbe. „Die ganze der Objekte ist
und bleibt Vorstellung, und eben deswegen und in alle Ewigkeit durch das
Subjekt bedingt." Unmittelbares 0. ist der eigene Leib des Erkennenden (Die
als Wille u. Vorstellung I, § 1 ff.; II, K. 1 f.).
Objektive Idealisten sind EUCKEN (S. Geist), LIPPS, J. BERGMANN, nach
welchem die Außenwelt Inhalt eines göttlichen Universalbewußtseins, das Sein
ein „sich selbst perzipierendes Bewußtsein" ist (System d. objektiven Idealismus,
1903), REHMKE, nach welchem Außen- und Innenwelt Inhalt der „Seele", bzw.
des in dieser individualisierten Universalbewußtseins ist, innerhalb dessen die
dem Ich als Realitäten, nicht als Erscheinungen, gegeben sind (Lehr-
buch der allgemeinen 1905; Philosophie als Grundwissenschaft, 1910),
F. J. SCHMIDT, nach welchem jeder Gegenstand eine „Einheit Bewußt-
seinsbestimmungen" ist, von denen den Individuen stets nur ein kleiner Teil
ist. Objekt und Subjekt gehören dem allbefassenden
zusammenhang an („immanenter Erfahrungsmonismus"; Grundzüge d. konsti-
tutiven 1901). Ferner die „Immanenzphilosophie"
W. SCHUPPES. Alles Sein (s. d.) ist dem Bewußtsein immanent, welches
Punkt" und „Objektenwelt" in untrennbarer Einheit enthält. „Kein Gegen-
stand außerhalb des Bewußtseins." Das Objektive ist an das „Gattungs-
mäßige" des Bewußtseins geknüpft, Inhalt des abstrakten „Bewußtseins über-
haupt", des überzeitlichen, in allen Ichs identischen Bewußtseins (Erkenntnis-
theoret. Logik, 1878; Grundriß der Erkenntnistheorie u. Logik. 1894; 2. A. 1910).
— Nach R. v. SCHUBERT-SOLDERN besteht der Gegenstand hingegen nur „aus
Wahrnehmungs- und Vorstellungsbeziehungen, die in einem empirischen Subjekt
zur Einheit verbunden sind" (Gr. einer Erkenntnistheorie, 1887, S. 181). Auch
nach A. VON LECLAIR ist alles Sein (s. d.) dem Bewußtsein immanent (Beitr.
zu einer monistischen Erkenntnistheorie, 1882, S. so auch nach M. KAUFF-
MANN (Fundamente d. Erkenntnistheorie, 1890, S. 9 ff.). — Als Inhalte eines
universalen Bewußtseins bestimmen die Objekte UPHUES, PALAGYI, GREEN,
BRADLEY, ROYCE U. a. — Nach B. KERN ist die ein „Denkgewebe",
objektiver Denkinhalt, ein sich „Einheitsdenken", „Weltdenken",
„Weltidee", deren Teilinhalte die Dinge sind, die vom erkennenden Subjekt
unabhängig sind; das Ich selbst ist ein Denkgebilde (Das
1911; Weltanschauung u. Welterkenntnis, 1911; Das Wesen des Seelen- u.
1907; ursprüngliche Identität von Bewußtseinsinhalt und Außen-
welt im Erlebnis).
Den kritischen oder transzendentalen Idealismus begründet KANT. Das
„Ding an sich" (s. d.) ist unerkennbar, wir erkennen nur Erscheinungen (s. d.),
Gegenstände möglicher Erfahrung, die nicht unabhängig vom erkennenden Be-
wußtsein überhaupt Sinn und Existenz haben, aber von den subjektiven Erleb-
nissen als solchen scharf unterschieden sind als gesetzmäßig verknüpfte, all-
gemeingültige Synthesen von Mannigfaltigkeiten. ist das, in dessen
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Buch Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften