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Handwörterbuch der Philosophie
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Ökonomie des Denkens. 459 In der Physik kommt die als Prinzip des kleinsten Kraftmaßes kleinsten Wirkung, de la moindre action") zur Geltung (LEIBNIZ, FERMAT, besonders MAUPERTUIS, Oeuvres I, 26 ff., L. EULER, GAUSS, LA- W. HAMILTON : „Prinzip des kleinsten Zwanges", R. MAYER, BOLTZ- U. a. VgL Das des kleinsten Kraftaufwandes, 1903—04; MACH, Die Mechanik«, 1908. Über biologische Ö. vgl. L. W. STERN, Zeitschrift f. Philos. Bd. 121, GOLDSCHEID (S. unten) u. a. — Über Ö. im Seelischen vgl. JAMES, AVENARIUS, MACH (S. den nächsten Artikel), TARDE (Logique sociale3, 1904, S. 181), FER- u. a. — Über Willensökonomie vgl. R. GOLDSCHEID (Kritik der Willens- kraft, 1905, S. 152 f.), L. STEIN (Philos. Strömungen, 1908, S. 406 f.: Funktion der Autorität). — Über Ö. im Ästhetischen vgl. HEMSTERHUIS (Sur les 1770), H. JÄGER (Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos. V, 415 ff.) u. a. — Für das Soziale: TARDE, THON, L. F. WARD (Pure Sociology, 1903, S. 161 ff.), RATZENHOFER U. a. Nach R. GOLDSCHEID steckt im Begriff der Ökonomie schon der Wert- begriff (s. d.). Das Ökonomische ist das „universelle Maß des Mittels". Die Ö. als Lehre muß „evolutionistische Mehrwertlehre" sein. Sie und ihr Inhalt ist „Entwicklungsökonomie", die auf „Menschenökonomie" hinausläuft. Das „organische Kapital", das die Menschen darstellen, muß optimal verwertet werden, d. h. so, daß bei allem Verbrauch in der Arbeit immer noch „orga- nischer Mehrwert" erzielt wird, d. h. die Menschenkraft erhalten, restituiert und womöglich noch (durch zweckmäßiges Funktionieren) gestärkt wird. „Menschenökonomie ist das Bestreben, unsere Kulturerrungenschaften mit immer Verbrauch an Menschenmaterial, mit einer immer ge- Vergeudung an zu erzielen, ist das Bestreben einer wirtschaftlicheren einer Ökonomischeren Abnützung der mensch- lichen Arbeitskräfte wie des Menschenlebens überhaupt." Sie drängt auf eine „Technik des Organischen hin", wehrt den „Raubbau am Mutterboden der Produktivität, an den wertschaffenden Kräften" ab. Vorzeitige Amortisation von Arbeitskräften und Menschenleben ist unproduktiv und auch biologisch schädlich. Der Rückgang der Geburtenziffern bei höher stehenden Rassen nötigt zur Verbesserung der Qualität der Menschen theorie . . ., 1908; Höherentwicklung u. Menschenökonomie I, 1911; Friedens- u. Menschenökonomie, 1912, u. a.; vgl. Entwicklung). — Vgl. KEPLER, Opera I; NEWTON, Philosophiae naturalis principia mathematica; VOLTAIRE, Oeuvres, 1785 Bd. HELMHOLTZ, Zur Geschichte des Prinzips der kleinsten Aktion, 1887; DRIESCH, Ordnungslehre, 1912 („Grundsatz der Spar- samkeit der Setzungen" oder unbedingt notwendigen Schrittes" als Prinzip der „Ordnungsielire"). Vgl. Archiv für Rechts- u. 1907 ff. Vgl. Soziologie, Geschichtsphilosophie. Ökonomie des Denkens (Denkökonomie) ist das Prinzip der Er- reichung höchster Denkleistungen mit dem geringsten Aufwand an Denk- energie oder das Prinzip, mit den Denkmitteln (Begriff, Urteil) ein Maximum von Erkenntnissen (von Wahrheiten, Gesetzen . . .) einheitlich-allgemeingültig zu umfassen, zu fixieren, zu formulieren. „Die Denkfunktionen sollen plan- mäßig so betätigt werden, daß ein von Denkgegenständen mit einem Minimum von Denkinhalten vorgestellt, beurteilt und in Schlüsse verarbeitet
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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