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Handwörterbuch der Philosophie
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464 Ordnungslehre — Organ. Ordination) ist die eindeutige Beziehung der Glieder verschiedener Gruppen oder Reihen aufeinander, so daß jedem Glied auf der einen ein bestimmtes Glied auf der anderen entspricht (vgl. OSTWALD, Monistische Sonntagspredigten, 2. Reihe, 1912, S. 361 ff.). Es gibt eine des Neben- und des Nacheinander, räumliche, zeitliche, kausale, teleologische eine äußerliche und innerliche, logische, sittliche Das Denken (s. d.) ist eine ordnende Geistestätigkeit. Die Anschauungsformen (s. d.), Raum und Zeit, sind Ordnungen des Erfahrungs- materials, „ideale Ordnungsmöglichkeiten". Ebenso wird durch die Kategorien d.) die Mannigfaltigkeit des Gegebenen einheitlich geordnet, wobei auch ange- nommen werden kann, daß den durch die Erfahrung aus der Erkenntnisgesetz- lichkeit aufgegebenen Ordnungen der Phänomene Verhältnisse im „An sich" der Dinge entsprechen. Die Gesetzmäßigkeit der Ordnung in der Mathematik d.), Logik und in den Fundamenten der Wissenschaft ist „apriorisch", allge- meingültig-notwendig, eine Bedingung Erfahrung. Wenn auch die einzelnen Ordnungen (s. Gesetz) in der Natur nicht dem „reinen Denken" allein entspringen, so ist doch die „Ordnung überhaupt" ein apriorisches, ideales Ziel des reinen Denk- und Erkenntniswillens, zu welchem Ziel die An- schauungs- und die methodischen Mittel darstellen. In diesem Sinne gilt KANTS Ausspruch: „Die Ordnung und Regelmäßigkeit . . an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein" (Krit. d. rein. Vern., S. 134; vgl. Gesetz, Natur). VgL NATORP, Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910, die Arbeiten von COHEN, CASSIRER U. a. (s. Erkenntnistheorie). Nach SPINOZA ist die 0. und Verknüpfung der Ideen dieselbe wie die und Verknüpfung der Dinge selbst (s. Identitätsphilosophie, Eth. III, prop. VII). — FICHTE bezeichnet Gott (s. d.) als aktive sittliche Ordnung des Alls („ordo ordinans"). — Nach COURNOT ist die Idee einer „rationalen Ordnung" -apriorisch (Essai, 1851, II, ff., 384f.). Nach C. SCHILLER (Humanis- mus, 1911) u. a. ordnen wir das Chaos des Gegebenen erst zu Tatsachen (s. d.). — Nach BERGSON ist 0. etwas Relatives, nur in bezug auf bestimmte Ziele besteht eine (bzw. Unordnung; S. 242 ff.; ähnlich JOEL; vgl. Zweck). Vgl. LIPPS, S. 117 ff. („ordnende Apperzep- tion"); SIGWART, Logik I2, 1889/93, 326, II2, 10, 4. A. 1911; J. VON HEYDEN-ZIELEVICZ, Der intellektuelle Ordnungssinn, Archiv f. syste- Philos. VIII; J. SCHULTZ, Die Maschinentheorie des Lebens, 1909 (Ur- sprünglichkeit einer gewissen in der — Vgl. Recht, Kosmos, Chaos, Regulation, Optimismus, Raum, Zeit, Form, Zahl, Reihe, Methode, System. nennt H. DRIESCH die „Lehre von den formen dessen, was ich mir „die Lehre von der Gesamtheit der Ordnungszeichen". Sie ist verwandt mit der „Logik" und „Kategorien- lehre", hat es mit dem „Wissen", aber nicht mit der Erkenntnis (eines Realen) zu tun. Sie hat einen streng „immanenten" („solipsistischen") Ausgangspunkt, geht aus von dem „ich erlebe denkend". Sie beruht auf „Selbstbesinnung"; aber die Psychologie als Gesetzeswissenschaft macht sie selbst erst möglich. Die ist „Forderungslehre", denn Denken heißt „fordernd ordnen" (Ordnungslehre, 1912, S. 1 ff.). Vgl. Postulat. Organ Werkzeug) heißt der Bestandteil einer lebendigen Ein- heit, der ihr als Mittel zur Erhaltung und Entwicklung dient und selbst durch
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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