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Handwörterbuch der Philosophie
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Parallelismus. schiedenen Philosophen angenommene oder vorausgesetzte Verhältnis zwischen Denken und Sein, demzufolge beide zwar unterschieden, nicht identisch sind, aber ihren Formen nach miteinander übereinstimmen, einander parallel gehen, entsprechen. In diesem Sinne lehren oder denken PLATON, ARISTOTE- LES, die Scholastiker u. a. KANT lehnt die Annahme einer voraus- bestimmten Harmonie zwischen den Formen des Erkennens und denen des (An sich-) Seins ab. Hingegen ist nach SCHLEIERMACHER Sein „auf ideale Weise so gesetzt wie auf reale" und „Ideales und laufen parallel nebeneinander fort als Modi des Seins" (Dialektik, 1839, S. 75); das Denken entspricht dem Sein (S. 321). Nach TRENDELENBURG ist die logische Einheit ein „Gegenbild des realen Ganzen" (Logische Untersuch. I2, 1870, 358; vgl. Bewegung). Den logischen P. vertreten ferner BENEKE (System d. Logik,. 1842, I, 199), ULRICI (Gott u. die Natur, 2. A. 1866, S. 560), UEBERWEG U. a. LOTZE betont: „Das Denken, den logischen Gesetzen seiner Bewegung lassen, trifft am Ende seines richtig durchlaufenen Weges wieder mit dem Verhalten der Sachen zusammen" (Logik2, 1880, S. 552; vgl. WUNDT, Logik3,. 1906—08, I, 5; SIGWART, Logik 1911; VOLKELT, Erfahrung u. Denken, 1886, S. 201; RIEHL, Zur in d. Philos., 1903, S. 167). — Vgl. titätsphilosophie, Denkgesetze, Zeichen, Kategorien, Anpassung, Wahrheit, formismus. psychophysischer, ist das von vielen angenommene Verhältnis zwischen Geist und Körper, Seele und Leib, Psychischem und sischem, demzufolge beide Reihen des Seins oder Geschehens einander gehen, wechselseitig entsprechen, zugeordnet sind, miteinander ohne miteinander in (wahrer, realer) Wechselwirkung zu stehen, ohne einander gegenseitig direkt in kausaler Weise zu beeinflussen. Hier- nach sind physische Vorgänge als solche stets nur Wirkungen und Ursachen anderer physischer Vorgänge, und ebenso haben psychische Geschehnisse immer nur psychische Geschehnisse zur Wirkung und zur Ursache; nie bewirkt Psy- chisches (direkt und real) etwas Physisches und umgekehrt. Beide Reihen Geschehens, beide Daseinsweisen sind geschlossen, werden nirgends durch- brochen; aber die Glieder der einen Reihe sind denen der anderen — von sie im übrigen verschieden sind — so funktional zugeordnet, daß mit be- stimmten Vorgängen auf der einen Seite bestimmte Vorgänge auf der anderen verknüpft sind oder mindestens gedanklich zu verknüpfen sind. Es entsprechen also gewissen Gehirnprozessen ganz bestimmte psychische Vorgänge und um- gekehrt; z. B. ist mit einer gewissen Erregung des Großhirns, etwa einem Zu- stande beginnender Auslösung potentieller Energie ein Willensimpuls verbunden, und das Gegenstück zur Kette der Bewegungen als Folge der Energieentladung ist der Ablauf der Willenshandlung, ohne daß der Wille direkt „bewirkt". Als „Arbeitshypothese" oder rein empirische Konstatierung wird der P. von sehr vielen vertreten, auch von solchen, welche die Parallelität schließlich aus einer psychophysischen Wechselwirkung (s. d.) erklären (E. v. HARTMANN, JAMES, KÜLPE, E. BECHER U. a.). In der Regel aber sind Parallelisten Gegner der Wechselwirkungstheorie und vielfach erklären sie psychophysische Parallelität im Sinne einer Art der Identitätsphilosophie (s. d.), durch Zurückführung beider Reihen auf ein oder das in jeder Reihe entsprechend zum Ausdruck, zur Erscheinung gelangt oder
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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