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Handwörterbuch der Philosophie
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Parallelismus. 475 beide drücken ein und dasselbe Wesen aus (Eth. II, prop. VI). Physisches hat nur Physisches zur Ursache, Geistiges wieder nur Geistiges corpus ad cogitandum, mens corpus ad neque ad quietem ad aliquid . . . aliud determinare potest." „Id ergo, quod mentem ad cogitandum modus cogitandi est et non extensionis, hoc est non est corpus : quod erat Corporis de et quies ab alio oriri debet corpore, quod ad motum vel quietem determinatum fuit ab alio", Eth. III, prop. II). Die Ordnung (s. d.) der beiden Daseinsweisen ist dieselbe. LEIBNIZ, der zuerst von einem „Parallelismus" spricht, lehrt eine prästabilierte Harmonie <(s. d.) zwischen Leib und Seele. Die Seele kann dem Körper keine Kraft zu- führen und auch nicht die Richtung (s. d.) der Bewegungen beeinflussen (Monadologie 78 ff.; Philos. Hauptschriften I, 201 f.). Eine Harmonie zwischen dem bewußten und unbewußten Sein lehrt SCHELLING; auch gibt es nach den Schellingianern einen „Parallelismus" in dem Sinne, daß zu den psychischen Phänomenen Gegenglieder in der Natur sich finden (vgl. ESCHENMAYER, Psycho- logie, 1817, S. 6). Den P. vertritt SCHOPENHAUER, nach welchem der und die Aktion des Leibes nicht im Verhältnis von Ursache und Wirkung stehen, sondern gleichzeitig sind, weil sie eben zwei Betrachtungsweisen eines Identischen (des metaphysischen „Willens") sind (Die als Wille u. Vorstellung, I. Bd., § 18). Nach F. A. LANGE ist der subjektive Zustand des empfindenden Individuums zugleich für die äußere Beobachtung ein objektiver Molekularvorgang, ein automatischer Bewegungsprozeß. Die Physiologie muß die physische Kausalreihe ohne Berücksichtigung des Bewußtseins durch das Hirn hindurch bis zur ersten Veranlassung der ganzen Bewegung zurückver- folgen (Geschichte des 1908). Der moderne psycho-physische P. geht hauptsächlich von FECHNER aus, nach welchem Psychisches und Physisches einander als zwei Seiten, Erscheinungs- oder Betrachtungsweisen des- selben Wesens entsprechen II, 141 ff.). Das unmittelbare Selbstsein der Dinge ist psychisch. Ähnlich lehren PAULSEN (Zeitschr. f. Philos. Bd. 115), MÖBIUS, B. WILLE, STRONG (Why the Mind has a Body, 1903), LASSWITZ, ADICKES (Kant contra Haeckel, 1906, S. 66 ff.), B. ERDMANN (Wissen- schaftl. Hypothesen über Leib u. Seele, 1908), EBBINGHAUS U. a. Den Panpsychis- mus (s. d.) lehnt hingegen RIEHL ab, nach welchem der P. nur eine metho- dische Regel ist, die psychologische Analyse der Bewußtseinserscheinungen als solcher mit der physiologischen ihrer körperlichen Begleiterscheinungen zu verbinden (Zur in d. Philos., 1903, S. 159 f.; vgl. S. 156 ff.); ähnlich JODL (Lehrbuch d. Psychol. 1908, 83 ff.), HÖFFDING (Psychol.2, 1893, K. 2; Der menschliche Gedanke, 1911), SPENCER (Psychol. 1882 ff., § 179), (Geist u. Körper2, 1881, K. 7) u. a. — Nach WUNDT geht das Prinzip des P. davon aus, „daß es an und für sich nur eine Erfahrung gibt, die jedoch, sobald sie zum Inhalt wissenschaftlicher Analyse wird, in bestimmten ihrer Bestandteile eine doppelte Form wissenschaftlicher Betrachtung zuläßt: eine die die Gegenstände unseres in ihren objektiven Be- zueinander, und eine unmittelbare, die sie in ihrer anschaulichen Beschaffenheit inmitten aller übrigen Erfahrungsinhalte des erkennenden Sub- jekts untersucht". „Soweit es nun Objekte gibt, die dieser doppelten Betrach- tung unterworfen sind, fordert das psychologische Parallelprinzip eine durch- gängige Beziehung der beiderseitigen Vorgänge zueinander." Von dem eigen- tümlichen Inhalte der psychischen Verbindungen können die physischen nichts
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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