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Handwörterbuch der Philosophie
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480 Person. 1909, S. 76; MÜLLER U. PILZECKER, Experiment. Beiträge zur Lehre vom Gedächtnis, 1900, S. 58 ff.; WRESCHNER, Die Reproduktion und Assoziation von Vorstellungen I, 1907, EBERT U. MEUMANN, Archiv f. Psychol. IV, 1905; EBBINGHAUS, Psychologie 1905, S. 601 f.; WUNDT, Grdz. d. Psychol. III6, 1903, 600 f. (die beiden letzteren bestreiten die P.). Vgl. Freisteigend. Person (persona, urspr. Charaktermaske des Schauspielers, geistig-vernünftiges Wesen; einheitliches, mit sich identisch-bleiben- des, selbstbewußtes, willensfähiges, zweckbewußtes, psychologisch-ethisch freies Wesen; Subjekt von Rechten und Pflichten. Die (der per- sonale Charakter) ist eine höhere Form der Individualität. Angeboren, gegeben ist nur die Anlage zur P., diese selbst entwickelt sich erst in der Gemeinschaft und unter dem des Gesamt- und objektiven Geistes, in Wechsel- wirkung mit anderen Individuen durch Fremd- und Selbsterziehung, durch Unterordnung der Triebe unter einen zentrierten, einheitlichen Grund- willen und dessen Maximen. Im höchsten Sinne ist die Persönlichkeit — nach GOETHE das „höchste Glück der Erdenkinder" — ein Ideal, das sich aktiv selbst verwirklicht („Werde, was du bist"). „Absolute" Persön- lichkeit (vgl. SIMMEL, Philos. Kultur, 1911) oder Überpersönlichkeit, die über den Gegensatz von Subjekt und Objekt erhaben ist und die den in überzeitlich-ewiger Form in sich schließt, kann Gott (s. d.) zu- geschrieben werden. Eine ideelle (nicht psychologisch-reale) oder mindestens juristische „Persönlichkeit" läßt sich dem Staat zuerkennen. Den Gegensatz zur Person bildet die „Sache", das unpersönliche, unselbständige, unfreie Objekt, nie wie die Person Selbstzweck ist. Eine Definition der P. als vernünftiges Individuum gibt zuerst est naturae rationalis substantia", De duabus naturis, c. 3). Ebenso THOMAS VON AQUINO (Sum. 2). —Nach LOCKE ist die P. ein überlegendes, selbstbewußtes, sich als identisch erfassendes Wesen (Essay concern. hum. understand. II, K. § 9). Das Identitätsbewußtsein be- tont auch CHR. WOLFF (Psychol. rationalis, § 741). Nach KANT ist P. „das- jenige Subjekt, dessen Handlungen einer fähig sind". Die „moralische" Persönlichkeit ist „die Freiheit eines vernünftigen Wesens unter moralischen Gesetzen", die psychologische P. ist das „Vermögen, sich selbst in den verschiedenen Zuständen der Identität seines Daseins bewußt zu werden". „Sache" ist ein Ding, das keiner Zurechnung fähig ist, ein „jedes •Objekt der freien Willkür, welches selbst der Freiheit ermangelt" (Metaphys. der Sitten I, Rechtslehre, Einleit.). Die moralische Person ist Zweck an sich selbst (s. Mensch). Persönlichkeit ist zuhöchst „Freiheit und Unabhängigkeit von dem Mechanismus der ganzen Natur" (Krit. d. prakt. Vern., Univ.-BibL, S. 105). Erkenntnistheoretisch ist Persönlichkeit „Einheit des Person ist das denkende Subjekt als solches (Krit. d. rein. Vernunft, S. 310; vgl. Paralogis- men). Daß P. ein Ideal, eine sittliche Aufgabe ist, betonen viele Idealisten, COHEN, NATORP, EWALD, LIPPS, EUCKEN, G. MISCH (Weltanschauung, 1911), JERUSALEM U. a. — Nach WUNDT ist die Persönlichkeit die „Einheit von Fühlen, Denken und Wollen, in der wieder der Wille als der Träger aller übrigen Ele- mente erscheint" 1890, S. 448; vgl. Grdz. d. phys. Psychol. III5, 1903, 314, 317; System d. Philos. II3, 1907). Nach BECHTEREW ist eine Persönlichkeit ein „psychisches Individuum mit allen seinen ursprünglichen
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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