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Handwörterbuch der Philosophie
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Personal — Perzeption. 481 Eigenschaften, ein Individuum mit freiem Verhalten gegenüber dem sozialen Milieu" (Die Persönlichkeit, 1906, S. 3 ff.). Nach RIBOT ist die Persönlichkeit Komplex psychischer Elemente, eine Resultante aus: Leibesbeschaffenheit, Strebungen und Gefühlen, Gedächtnis (Les maladies de la personnalite, 1885, 8. 3 ff.). Metaphysisch bestimmt L. W. STERN die „Person" als „ein solches Exi- stierendes, das, trotz der Vielheit der Teile, eine reale, eigenartige und eigen- wertige Einheit bildet und als solche, trotz der Vielheit der Teilfunktionen, eine einheitliche, zielstrebige Selbsttätigkeit vollbringt" (Person u. Sache I, 1906, 13 ff.). Die P. ist „unitas multiplex" und hat ein „meta-psycho- physisches" Sein, sie ist „psychophysisch neutral". Für sich ist sie Subjekt, für andere Objekt. Die ist ein Stufenbau von „Personen" (vgl. Sache). Den Wert der Persönlichkeit betonen die das Christentum, die Renaissance, KANT, SCHILLER, GOETHE, FICHTE, SCHLEIERMACHER, KRAUSE, NIETZSCHE, EUCKEN, LIPPS, J. SETH U. a. (s. Sittlichkeit). — VgL J. PERKMANN, Der Begriff des Charakters bei Platon u. Aristoteles, 1909; TRENDELENBURG, Kantstudien XIII; OGINSKI, Die Idee der P., 1853; HANNE, Die Idee der absoluten P., 1862; TEICHMÜLLER, Neue Grundleg., 1882, S. 156 f., 171 ff., 232 EUCKEN, Die Einheit des Geisteslebens, S. 355 ff.; Geistige Strömungen der Gegenwart, RENOUVIER, La nouvelle Monadologie, 1899; Le personnalisme, 1903; (Persönlichkeit als eine „Kategorie"); La personne humaine, Les alterations de la E. KRIECK, Persönlichkeit und Kultur, 1910; B. STERN, Werden und Wesen der Persönlichkeit, 1913; P. SCHRECKER, Henri Bergsons Philosophie der Persönlichkeit, F. NIEBERGALL, P. U. Persönlichkeit, 1911; STÖCKL, Lehrb. d. Philos. 1912. — VgL Ich, Doppel-Ich, Selbstbewußtsein, Kultur, Individualität, Theismus. Personal: persönlich. Nach R. EUCKEN gibt es ein „universales Personalleben", dem wir von vornherein angehören. Unser seelisches Leben wird von der Einheit der göttlichen All-Person getragen und zu einem „perso- nalen Lebenssystem" verknüpft (Die Einheit des Geisteslebens, 1885, u. a.; s. Geist). Vgl. Idealismus (STURT). Persönlichkeitsstandpunkt, Lehre von der Zusammen- setzung der aus „personalen", d. h. lebendigen, aktiv-reaktiv in irgend- einem Grade bewußten Einheiten. Personalisten sind LEIBNIZ, LOTZE, BO- STRÖM. RENOUVIER (Le personnalisme, 1903), TEICHMÜLLER, L. W. STERN {Person u. Sache I, 1906, 23 ff.; „kritischer P.") u. a. VgL H. DREYER, u. Realismus, 1905. VgL Monade, Zweck, Pluralismus, Person. heißt die Lehre, daß wir die Wirklichkeit stets aus dem Gesichtspunkt unserer Bedürfnisse, Interessen, Zwecke auffassen und daß unsere Erkenntnis nur in diesem Sinne, nicht absolut gilt (NIETZSCHE, VAIHINGER U. a.). VgL Pragmatismus, Humanismus (F. C. S. SCHILLER), Verstand (BERGSON), Fiktion. Perspiknität (perspicuitas): Durchsichtigkeit, Klarheit. Perzeption (perceptio, Erfassung): Wahrnehmung (s. d.), Aufnahme 31
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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