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Handwörterbuch der Philosophie
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Petitio principii. 483 Nach MAUPERTUIS übertrifft die Summe der Unlust, der Übel die des Wohles (Oeuvres, 1756, I, 202 ff.). Daß im Leben die Glückseligkeit nicht überwiegt, meint KANT. Als System begründet den P. SCHOPENHAUER. Als Erscheinung des blinden, grund- und ziellosen Willens zum Leben ist die so schlecht, als sie nur sein kann, um noch gerade bestehen zu können. Der rastlos strebende Wille wird nie befriedigt, alles Glück ist Illusion, alle Lust nur negativ, nur zeitweilige Aufhebung einer Unlust. Überall ist das, aus Mangel, Unzufrieden- heit entspringende, Streben gehemmt. Das Leben schwingt zwischen Schmerz und Langeweile hin und her, es ist voller Leiden, Qualen und Kämpfe. Das Höchste ist daher Verneinung des Lebenswillens aus Erkenntnis der unauf- hörlichen . Qual des individuellen Daseins und der Identität des eigenen Ich mit dem Wesen der anderen Individuen (Die als u. I. Bd., § ff.; IL Bd., K. 46, 48). Nach J. BAHNSEN ist die von allen existenzfähigen die (Der Widerspruch, 1880 f.; Pessimisten-Brevier, 1879; Zur Philos. der schichte, 1875). Pessimisten sind ferner MAINLÄNDER (Philos. der 1876), DEUSSEN (Elemente der Metaphysik4, 1907), R. KOEBER, M. VENE- TIANER, F. LABAN, EMINESCU U. a. E. v. HARTMANN verbindet mit dem „evolutionistischen Optimismus" den Pessimismus", nach welchem die Unlust in der überwiegt, aber ein Fortschritt zur Er- lösung hin besteht. Die ist zwar die beste der möglichen, aber doch schlecht als Realisation des „alogischen" Willens, des einen Attributs des „Un- bewußten" (s. d.). Das Leben ist voller Illusionen und Leiden, das Absolute, Unbewußte selbst, das allem zugrundeliegt, leidet am Dasein. Um uns und das „Unbewußte" zu erlösen, müssen wir kraftvoll uns dem Leben hingeben, an der kulturellen Entwicklung mitarbeiten, bis unsere Erkenntnis soweit ist, daß wir, die Menschheit, durch Willensverneinung alles erlösen, in den Zu- stand des versetzen (Philos. des S. 623 ff.; 10. A. 1890; Zur Geschichte u. Begründ. des 1892, S. 18 ff.). Ähn- lich A. TAUBERT (Der Pessimismus, 1873) und PLÜMACHER (Der Pessi- mismus2, 1888). Unter „wissenschaftlichem" P. versteht H. LORM die Einsicht, daß es un- möglich ist, mittelst der endlichen Beschaffenheit unserer Natur Aufschluß über den Ursprung und Zweck des Daseins zu erlangen (Der grundlose Optimismus, 1897, S. 247; vgl. Optimismus). — Vgl. VOLKELT, Ästhetik des 1906, S. 430 ff.; J. B. MEYER, Weltelend u. Weltschmerz, 1872; E. PLEIDERER, Der moderne P. 1875; J. HUBER, Der P., 1876; J. SULLY, 1877; H. SOMMER, Der P.2, 1883; B. ALEXANDER, Der P. des 19. Jahrhunderts, 1884; LIEBMANN, Gedanken u. Tatsachen II, 1902; SIMMEL, Zeitschr. f. Philos. 90. Bd.; M. WENTSCHER, Über den P., 1897; PAULSEN, Schopenhauer, Ham- let, Mephistopheles, KOWALEWSKI, Studien zur Psychologie der P., A. VÖGELE, Der P. und das Tragische in Kunst u. Leben, 1910; DORNER, P., Nietzsche u. Naturalismus, 1911; G. WENG, Schopenhauer-Darwin, 1911. Vgl. Erlösung, Leben, Übel. Petitio principii (xb kg xb ARISTOTELES, Ana- lyt. prior. II 16, 34 ff.; Top. VIII, 13): Voraussetzung eines unbewiesenen, erst zu beweisenden Satzes als Beweisgrund. 31*
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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