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Handwörterbuch der Philosophie
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486 Gesetz — Phantasie. SCHLEIERMACHER, Philos. Sittenlehre, § 318 PAULSEN, System der Ethik 1906. Pflügersches Gesetz s. Bedürfnis. Phänomen phaenomenon): Erscheinung (s. d.): 1. als Vorgang, im Unterschied vom Ding; 2. als Gegensatz zum „Ding an sich" (s. d.) oder zum (absolut) Wirklichen, Realen; als Bewußtseinsinhalt. Phänomenalismus ist die Lehre, daß wir nur „Erscheinungen" (s. d.), nicht von uns unabhängige „Dinge an sich" erkennen. Der „objektive" Phän. anerkennt die Existenz eines von uns unabhängigen „An sich", während der extreme Phän. dazu neigt, die Wirklichkeit in bloße Bewußtseinsphänomene („Erlebnisse", „Empfindungen" u. dgl.) aufzulösen. Den „objektiven" Ph. vertreten PLATON, PLOTIN, JOH. SCOTUS ERIUGENA, BURTHOGGE, BROOKS, LEIBNIZ, MAUPERTUIS, BONNET, WEISHAUPT U. a., ferner KANT (S. Erscheinung), W. HAMILTON, SCHOPENHAUER, HERBART, LOTZE, HELMHOLTZ, LIEBMANN, F. SCHULTZE, RIEHL, B. ERDMANN, L.DILLES, L.W. STERN, MonadoL, 1899, S. 111 ff.; radikaler Ph. aber in den früheren Schriften), BOSTRÖM, E. V. HARTMANN, R. u. a. — Radikale sind BERKELEY, HUME (z. Teil), F. A. LANGE, E. MACH, VAIHINGER U. a. (s. Positivismus). — Nach DILTHEY lautet der „Satz der Phänomenalität": „Gegenstand, Ding ist nur für ein Bewußtsein und in einem Bewußtsein da." Die äußere Wirklichkeit ist aber „in der Tota- lität unseres Selbstbewußtseins nicht als bloßes Phänomen gegeben, sondern als Wirklichkeit, indem sie wirkt, dem Willen widersteht und dem Gefühl in Lust und Wehe da ist" (Einleit. in d. Geisteswissenschaften I, 469). Vgl. FRISCH- Wissenschaft u. Wirklichkeit, 1912. — VgL Objekt, Ding, Idea- lismus, Immanenzphilosophie, Relation. Erscheinungslehre; 1. Sichtung, Beschreibung und Analyse des auf einem Wissensgebiete Vorgefundenen, Tatsächlichen; 2. Dar- stellung der Entwicklungsstufen des 3. Lehre vom Phänomenalen, von den Erscheinungen im zum „Ding an sich". Ad 3. LAMBERT (Neues Organon, 1764), KANT (Metaphys. Anfangsgründe der Naturwissensch., Vorrede), FRIES U. a. Ad 2. HEGEL: Nach ihm ist die Ph. die Lehre vom Werden des Wissens, die „Darstellung des Bewußtseins in seiner Fortbewegung von dem ersten un- mittelbaren Gegensatz seiner und des Gegenstandes bis zum absoluten Wissen" (Phänomenologie, S. 22; Logik I, 33). Ferner E. v. HARTMANN (Ph. des sitt- lichen Bewußtseins2, 1886, Vorw., S. V). Ad 1. W. HAMILTON, SCHEIDLER, LAZARUS, HUSSERL (Log. Untersuch. I, 1900/01, 212; II, 3 ff.), STUMPF (S. Erscheinung), A. MESSER, Archiv f. die gesamte Psychol., 22. Bd., 1912, u. a. — Im physikalischen Sinne den Ausdruck „Ph." zuerst E. MACH (Prinzipien der Wärmelehre, S. 362). Vgl. Logik. Phantasie (cpavxaola, imaginatio), Einbildungskraft, ist die Betätigung des Geistes (des „apperzeptiven" Bewußtseins) im Sinne der relativ selbständigen, vom Gegebenen mehr oder weniger abweichenden anschaulichen Synthese, Kombination von Vorstellungselementen zu neuen Gebilden und Zusammen- hängen. Von der passiven unterscheidet sich die aktive Ph. durch ihren
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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