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488 Phantasiegefühle — Philosophie.
MEINONG, Zeitschrift f. Philos., Bd. 95; WITASEK, Psychologie, 1908;
LEUCHTENBERGER, Die Ph., 1894; H. MAIER, Psychol. des emotional. Denkens,
1908, S. ff.; JODL, Lehrbuch der Psychologie, 1909; A. SCHÖPPA, Die
Ph., 1909; RIBOT, Essai sur creatrice, 1900; BALDWIN, Handbook
of Psychology, K. 12; W. JAMES, Principles of Psychology, 1890,
Psychologie, 1909, S. 302 ff.; K. SCHRÖTTER, Die Wurzeln der Ph., Jahrbuch
d. Philos. Gesellschaft zu Wien, 1912. — Vgl. Suggestion, Ästhetik,
Metaphysik, Intuition.
vorgestellte Gefühle, Gefühle, die sich an Phanta-
sievorstellungen knüpfen. Nach MEINONG sind sie
nach WITASEK (Ästhetik, 1904, S. 109 ff.) u. a. wirkliche Gefühle, nicht bloße Vor-
stellungen solcher. Phantasieurteile sind nach MEINONG die „Annahmen"
(s. d.; Über Annahmen2, 1910, S. 282 ff.). VgL R. SAXINGER, in
zur Gegenstandstheorie, 1904, S. 579 ff.
Erscheinung, Vorstellungsbild,
stellung; Trugbild von hoher Lebhaftigkeit, durch innere Erregung veran-
laßt (vgl. Halluzination). — Bei ARISTOTELES ist das soviel wie sinn-
liches Vorstellungsbild (De anima III 8, 432 a vgl. III 8, 432 a 8), ebenso
bei den Scholastikern, CHR. WOLFF U. a. Die Stoiker verstehen unter
die lebhafte Phantasievorstellung, wie sie etwa im Traum auftritt (Diogen.
Laert. VII, 50).
philosophische Behauptung, Lehre,
Bei ARISTOTELES ist Ph. ein strenger Schluß Top.
VIII 11, 162 a 15).
Philosophie (cpdooocpla, Weisheitsliebe, philosophia) ist die
allgemeine Wissenschaft, die oberste Prinzipien und
zugleich die Weltanschauungslehre, d. h. die Wissenschaft von den „Prin-
zipien" (Voraussetzungen, Grundlagen) des Wissens, Erkennens, Seins und
Handelns und zugleich der (immer zu erneuernde) Versuch einer umfassenden
Synthese der allgemeinen Ergebnisse des Denkens und der Wissenschaften
zu einer einheitlichen und Lebensanschauung. Das spezifische Objekt
der kritischen Philosophie bilden vor allem die Grundbegriffe und Grund-
sätze alles Erkennens, die auf ihre Quelle, ihre Gültigkeit, ihren
heits- und Wirklichkeitsgehalt, ihre Leistung für die Erkenntnis geprüft und ge-
wertet werden. Die Philosophie geht nicht unmittelbar auf das „Übersinnliche"
oder „Transzendente", sondern auf die Voraussetzungen und Bedingungen des
im Erleben und in den Wissenschaften enthaltenen Bestandes der empirischen
deren einheitliche, fundamentale, universale an-
gestrebt wird. Die Ph. ist eine analytisch-synthetische,
Wissenschaft, sie fußt auf der Erfahrung, erhebt sich aber selbständig zu den
(„apriorischen", „transzendentalen") Bedingungen möglicher Erfahrung überhaupt;
so wird sie zur „Wissenschaftslehre" (s. d.), zum Selbstbewußtsein des Wissens,
seiner Grundlagen und Methoden (vgl, Erkenntnistheorie). Aber auch die
Voraussetzungen des richtigen Handelns (Wollens und Wertens) untersucht die
Philosophie, sie ist oberste Wert- und Zweckwissenschaft, nicht nur
Lehre vom Erkennen und Sein, sondern auch vom Sollen, von den obersten
Normen. — Die Ergebnisse der Wissenschaften prüft sie aus den erkennt-
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften