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Handwörterbuch der Philosophie
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Philosophie. niskritisch gefundenen und bewährten Voraussetzungen heraus und so sie dann auch — mit Hilfe der „spekulativen" Phantasie — als „kritische Meta- physik" (s. d.) zu dem Zusammenhange der verschiedenen Seiten der Wirklichkeit miteinander. Die Ph. steht in Wechselwirkung mit dem Leben und den wie sie von beiden beeinflußt wird, sie beständig — direkt oder indirekt — auf sie zurück und ist so ein mäch- tiger Kulturfaktor (vgl. Aktivismus). Eingeteilt wird die Philosophie in theoretische und praktische (bzw. „poietische"), reine und angewandte, Natur- und Geistesphilosophie (Kultur- philosophie), Erkenntnis- und Prinzipienlehre. Die philosophischen Disziplinen sind: Logik und Erkenntnistheorie, Metaphysik, Kosmologie, philos. Psychologie,, Ethik nebst Rechts-, Sozial-, Geschichtsphilosophie, Religionsphilo- sophie. Die Ph., die aus dem Mythus (s. d.), teilweise im Gegensatz zu diesem,, hervorgegangen ist, und von der sich die meisten Einzelwissenschaften erst all- mählich abgelöst haben, tritt lange Zeit als Universalwissenschaft auf. Ur- sprünglich bedeutet cpdooocpla, cpdooocpeXv das Streben nach Wissen um selbst willen (bei HERODOT: Xv&ag, I, 30; I, 50; bei THUKYDIDES: ydg xal avev II, 40). Daß PYTHAGORAS sich zuerst einen genannt habe (CICERO, disput. V, 3, 8; Diog. Laert., 12; VIII, 8), ist nicht erwiesen. Als Streben nach Erkenntnis tritt die Ph. bei SOKRATES auf (Platon, Apolog. 28 E), auch bei nach welchem der Philosoph mitten zwischen dem Unwissenden und dem absolut Wissenden steht (Symposion, 204 B). Ph. ist der Erwerb Wissens Euthydemos, 288 D); im höchsten ist sie „Dialektik" (s. d.), Ideenlehre, die zugleich allgemeine wissenschaft ist. Dies ist sie insbesondere nach ARISTOTELES die „erste Philo- sophie" (s. Metaphysik) ist die Wissenschaft vom Seienden als solchen xov ovxog Metaphys. VI 1, 1026 a 31) und den „Prinzipien" der Dinge. Im Sinne ist Ph. Wissenschaft überhaupt (Met. VI 1, 1026 a 18). Die Quelle der Ph. ist (wie nach PLATON, Theaetet, 155 D) das Staunen (Met. 982 b 12). Eingeteilt wird die Ph. in theoretische (Physik, Mathe- matik, Logik, Rhetorik, „Theologie" oder „erste Philosophie"), praktische (Ethik, Politik, Ökonomik) und poietische Ph. (Ästhetik, Eine Wendung zum Praktischen nimmt die Ph. bei den Stoikern (Streben nach Tugend und Weisheit, „Studium CICERO, de finibus II, 2;; „sapientiae amor et SENECA, Epist. 89, 3) und (Streben nach Glückseligkeit; Sextus Empiricus, versus Mathemat. XI, auch bei den welche sie zugleich theosophisch (s. d.) ge- stalten. Die Scholastik behandelt die Ph. als allgemeine Seins- und Prinzipien- wissenschaft, als Gesamtlehre von allem, was sich mit „Lichte der Ver- nunft" (ohne Offenbarung) erkennen läßt, zuhöchst vom Göttlichen. In auf das Verhältnis zwischen Glauben und Wissen (s. d.) ist die Ph. der logie (s. d.) untergeordnet, als deren „Magd" („ancilla theologiae") sie zuweilen wird (PETRUS DAMIANUS). In der neueren Zeit tritt die als — von der Theologie sich mehr weniger emanzipierende — begriffliche, abstrakte Gesamtwissenschaft auf,
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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