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494 Phylogenese — Physik.
von 27 Organen derselben; über die Anatomie des Nervensystems,
1809-1812). — Vgl. MEIER, Die PhrenoL, 1844; COMBE, System of Phreno-
1843; CHOULANT, Geschichte u. Wesen der PhrenoL, 1847; G. SCHEVE,
Phrenologische Bilder3, 1874; Katechismus der 1896; HOLLÄNDER,
Scientific Phrenology, 1902; WUNDT, Grdz. d. physiol. Psychol. I5, 1903,
341 ff. (Kritik der PhrenoL); P. J. MÖBIUS, Franz Joseph 1905. VgL
Seelensitz.
Phylogenese: Stammesentwicklung, Entwicklung der Art (vgl.
Biogenetisch). Phylogenie: Stammesgeschichte und die Wissenschaft von
der Artenentwicklung. Vgl. E. HAECKEL, Systematische Phylogenie,
1894-96.
' Physik physica) bedeutet ursprünglich Naturwissenschaft (und
Naturphilosophie) überhaupt, jetzt nur einen Teil derselben, nämlich die
Wissenschaft von den Veränderungen in den Kräfte- und Energieverhältnissen
der Körper unter Ausschluß der qualitativen Umwandlungen der „Stoffe"
(Chemie). Die Physik ist eine Anwendung logischer und mathematischer
Grundsätze (s. Axiom) und Forderungen (s. Postulat) auf den Inhalt äußerer,
sinnlich vermittelter dieser Inhalt wird zu objektiven, quantitativen,
rein äußeren Relationen relativ beharrender Substanzelemente „umgedacht"
(LIPPS), indem vom Qualitativen und Subjektiven der individuellen Erlebnisse
abstrahiert wird. Zur Herstellung solcher Relationszusammenhänge, die über
bloße (s. d.) hinausgeht, bedarf es der Hypothesen (s. d.) und
teilweise auch mancher Fiktionen (s. d.). Dem Postulat der „Anschaulichkeit"
und der Einheitlichkeit des Begreifens dient die mechanistische (s. d.) Betrach-
tungsweise der physikalischen Phänomene, die sich mit der energetischen (s. d.)
verbinden läßt. Das Weltbild der Physik ist ein dem Postulat der Geschlossen-
heit der Naturkausalität entsprechendes, aber es darf nicht einseitig zur uni-
versalen Weltanschauung, welche auch anderen Seiten der Erfahrung gerecht
werden muß, aufgebauscht werden (vgl. Naturalismus).
Im weiteren Sinne wird die Physik aufgefaßt von ARISTOTELES (Wissen-
schaft vom Naturhaften überhaupt, vom in sich Bewegten; Metaphys. 1,
1026 a 13; XI 7, 1064 a 16; Physik, 8 Bücher), den Scholastikern („phy-
sica corporis", „phys. DESCARTES, LOCKE U. a. Die experimentelle
Physik setzt schon bei ARCHIMEDES, HERON, PTOLEMAEUS U. a. ein,
im Mittelalter wenig Fortschritte, um in der Zeit, bei GALILEI U.
sich mächtig zu entfalten (s. Mechanistisch, Quantitativ, Mechanik). —
Gegen die rein mechanistische Physik wendet sich die reine Energetik
(s. d.) sowie die „phänomenologische", bloß die Abhängigkeiten der Er-
scheinungen voneinander durch Differentialgleichungen beschreibende, auf
alle „Erklärung" (s. d.) und anschauliche Hypothesen verzichtende Physik
(MACH, STALLO, DUHEM u. a.); dagegen wieder E. v. HARTMANN,
WUNDT 1906 BOLTZMANN, A. REY, HÖFLER, BECHER u. a. —
Das Willkürliche, „Konventionelle", rein in den Axiomen (s. d.)
der Physik betonen POINCARE, LE ROY U. a.; dagegen A. REY u. a. — VgL
NEWTON, Naturalis principia mathematica, 1687; KIRCHHOFF,
Vorles. über mathemat. Physik, 1876; HELMHOLTZ, Vorles. über theoret. Phy-
sik, ff.; H. HERTZ, Die Prinzipien der Mechanik, 1894; E. v. HART-
MANN, Die Weltanschauung der modernen Physik2, 1909; F. AUERBACH,
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften