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Platonisch — 497
Natur" in der welche zweckmäßig wirkt, nimmt R. an
(The true intellectual 1678, I, 3, 37).
Platonisch s. Liebe.
die und Lebensanschauung Piatons (s. Idealismus),
insbesondere seine Lehre von den (s. d.) als den an sich seienden Ur-
bildern der Dinge, d. h. der im stetigen Werden befindlichen Erscheinungen,
die Lehre von der „Anamnesis" (s. d.), die besondere Wertung der Begriffe
(s. d.) und die Verselbständigung des Inhaltes derselben, die Basierung der
Erkenntnis (s.d.) auf feste, apriorische Grundlagen, Voraussetzungen (s. Hypo-
thesis), die Abkehr vom Sinnlichen und die Richtung aufs Geistige, Ideale, die
der Materie (s. d.) als ein relativ Nicht-Seiendes, die Lehre von der
Weltseele (s. d.), der ethische Idealismus mit seiner Voranstellung des „Guten
sich" vor allem Sein (s. Gut, Sittlichkeit), die Lehre von der immateriellen
Seele (s. d.) und den drei vermögen (s. d.), die Lehre von den Tugenden
(s. d.) der Seele, die auf diese gestützte, zum Teil kommunistische Staatsphilo-
sophie (s. Rechtsphilosophie) und Pädagogik (s. d.) u. a. Vgl. Erkenntnis,
Mathematik.
Platoniker sind die Vertreter eines Teiles der Akademie (s. d.), PHILIPP
TON OPUS, HERMODOROS, POLEMON, KRANTOR, KRATES, die eklektischen
und pythagoreisierenden Platoniker (EUDOROS, AREIOS THRA-
THEON VON SMYRNA,
TYRUS, APULEIUS VON MADAURA, ALBINUS, SEVERUS, KALVISIOS
TAUROS, ATTICUS, GALENUS, KELSOS, NUMENIUS U. a.), die Neupia
d.), z. Teil PHILO JUDAEUS. Im Mittelalter kommen platonische Lehren
zur Geltung bei verschiedenen Kirchenvätern, besonders bei CLEMENS
ORIGENES, AUGUSTINUS, ferner bei REMIGIUS VON AUXERRE, BERN-
HARD und THIERRY VON WILHELM VON CONCHES, BONAVENTURA,
AVICEBRON Gebirol) u. a. In der Renaissance wird der Platonismus er-
neuert durch GEORGIOS GEMISTHOS PLETHON, BESSARION, MARSILIUS
(Platonische Akademie in Florenz, begründet von von Medici),
VON MIRANDOLA, LEO HEBRAEUS U. a. Dazu kommen später die englischen
(Schule von Cambridge): SAMUEL PARKER, TH. GALE, H. MORE,
R. CUDWORTH U. a. Piatonistisch lehren teilweise MALEBRANCHE, LEIBNIZ,
KANT, FICHTE, HEGEL, SCHLEIERMACHER, GLOGAU, G. CLASS, FOUILLEE
u. a., auch NATORP, COHEN, welcher bemerkt: „Rechenschaft ablegen und
den Grund legen für eine klare, den Grund erhellende Rechenschaftsablage,
das ist die Wahrhaftigkeit, welche der Platonismus begründet hat (Ethik, 1904,
S. 483 ff.) und andere „Kantianer" (s. d.). Vgl. Piatons Werke, 1578 u. ö.,
deutsch von Schleiermacher, 1817 ff.; H. BONITZ, Platonische Studien3, 1886;
H. v. STEIN, Sieben Bücher zur Geschichte des Platonismus, 1862 f.; G. GROTE,
Platon5, 1888: WINDELBAND, Platon4, 1903; NATORP, Ideenlehre, 1903;
RITTER, Platon, 1909 f.; Neue Untersuchungen über Platon, 1910; W. PATER,
und der Platonismus, 1904; AST, Lexicon Platonicum2, 1908; APELT,
Platonische Aufsätze, 1912; HÖFFDING, Der menschliche Gedanke, 1911.
Pleroma Fülle) nennt der Gnostiker VALENTINUS das aus
Gottheit emanierende Reich göttlich-geistiger Lebendigkeit, im Gegensatz
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften