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Handwörterbuch der Philosophie
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Pragmatismus. 505 tonung des Willens- und Zweckmoments in der Erkenntnis als Verdienst an- zurechnen, doch ist sein Wahrheitsbegriff (s. d.) zu vag und die rein tisch-logische Zweckmäßigkeit des Denkens wird vielfach vor der prak- tischen im engern Sinne zu sehr zurückgestellt, während sie doch zu allererst als Maßstab in Betracht kommt. Die Wahrheit (Richtigkeit) der rein mathematischen Relationen und der obersten Grundsätze des Erkennens über- haupt setzt der P. als Prinzipien der Beurteilung (z. B. des wahrhaft lichen") stillschweigend voraus; die rein theoretische, absolute Geltung von Wahrheiten (s. d.) ist Voraussetzung aller pragmatischen Beurteilung Denk- und Erkenntniswerten (vgl. Voluntarismus). Ansätze zum P. finden sich schon in der indischen Philosophie, bei (Relativismus), den Stoikern, F. BACON, HOBBES, FICHTE (S. Aktivismus), K. MARX, A. COMTE pour prevoir"; s. Positivis- mus) u. a. — Der Terminus „Pragmatismus" (pragmatism, pragmatisme) stammt von C. S. PEIRCE Science Monthly XII, 1878; Revue 1878—79) und BLONDEL (vgl. Revue philos., 1906, S. 123); neu begründet hat den P. nebstdem W. JAMES. — Nach PEIRCE ist der P. die Ansicht, daß die ganze Bedeutung (meaning) eines Begriffes in dessen „praktischen quenzen" besteht (Dictionary of Philosophy, hrsg. von Baldwin II, 321). Unsere Überzeugungen sind Regeln für unser Handeln. Später nennt P. seinen, „rational conduct" und die rein logisch-mathematischen Relationen betonenden Standpunkt („Monist" XV, 1905). Hauptvertreter des P. sind W. JAMES (Der Pragmatismus, deutsch von Jerusalem, 1908; vgl. Philos.. Review XVII, 1908; The Meaning of Truth, 1909. Das Wahre ist, was „vorwärtsbringt", sich intellektuell als gut, nützlich bewährt, „uns am besten führt", für jeden Teil des Lebens am besten paßt, uns am besten mit dem Ge- gebenen operieren läßt), J. DEWEY (Studies in Logical Theory, 1903, F. C. S. SCHILLER (Humanismus, 1911; s. Humanismus), H. STURT, A. BLONDEL, MILHAUD, LE ROY (Revue de zum Teil BERGSON (S. Verstand, Intuition), PAPINI (Zeitschrift „Leonardo", 1905 ff.) u. a.,. zum Teil auch NIETZSCHE, A. WEBER, SANTAJANA, HÖFFDING Wahrheitsbegriff), W. JERUSALEM (Einleit. in d. Philos.4, 1909), OSTWALD, E. MACH, R. GOLDSCHEID, SILFVERBERG U. a. (s. VAIHINGER („Kritischer Pragmatismus", Die Philosophie des Als ob, G. JACOBY (Der Pragmatismus, Bewahrheitung nach der Zukunft, Weiter- führung zu neuen Wahrheiten), J. GOLDSTEIN (Wandlungen in der Philos. Gegenwart, 1911). u. a. — Gegner des P. sind WINDELBAND (Der Wille zur Wahrheit, 1909, mit einer gewissen Konzession; s. Wahrheit), RICKERT,. MÜNSTERBERG, WUNDT, NELSON, HUSSERL, A. MESSER in d. Er- kenntnistheorie, 1909, S. 9 ff.), A. SCHINZ 1909), GUTBERLET (Philos. Jahrb. XXI, 1908), L. STEIN (Philos. Strömungen der Gegenwart, S. 33 ff.), P. CARUS U. Die pragmatische u. humanistische Strömung in der modernen englischen Philosophie, 1906; HEBERT, Le 1909; Criticism and New Pragmatism, 1909; A. W. MOORE,. Pragmatism and its Critics, 1910; J. MAC EACHRAN, P., 1910; W. SWITALSKI, Der Wahrheitsbegriff des P. nach W. James, 1910; J. SCHULTZ, Kantstudien XVII, 1912, S. 93 („Die Denkfunktion als Ganzes dient mitsamt ihren Kate- gorien der Erhaltung des Organismus. Die einzelnen Denkprozesse aber nur auf den Zusammenhang des Denkens hin"); K.W. SILFVERBERG, Der Wirk-
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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