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— Problematisch. 509
Gott, Kraft, Materie, Grund, Ökonomie, Phantasie, Gefühl, Denk-
gesetze, Ursprung.
Prinzipialkoordination s. Empiriokritizismus,
jektion.
Privation (privatio, s. Negation, Nichts, Böse.
Vorsatz, Entschluß, Wollen mit Überlegung,
Wahlakt. Vgl. ARISTOTELES, Eth. Nicom. III 4, 1111 b, 4 1112 a, 15,
1113 a, 11.
Probabel (probabilis): wahrscheinlich, annehmbar,
1. Beschränkung alles Wissens auf Wahrscheinlichkeit
d.); 2. die Maxime, daß die bloße Meinung, eine Handlung könne recht sein,
schon hinreiche, sie zu unternehmen (nach KANT, Die Religion, Univ.-BibL,
S. 202); 3. die (besonders von den Jesuiten aufgestellte) Lehre, man dürfe im
Zweifel an der Erlaubtheit einer Handlung der weniger sicheren Ansicht folgen,
wenn sie nur probabel, wahrscheinlich ist, mag auch die entgegengesetzte
sicht die größere Wahrscheinlichkeit für sich haben (V. CATHREIN, Moral-
philosophie 1904, I, 400).
Problem „Vorwurf") ist eine Forschungsaufgabe, eine ihrer
Lösung harrende Frage, ein vom Erkenntniswillen angestrebter, gesuchter Zu-
sammenhang für das Bewußtsein, das Lücken und Widersprüche, um die es
weiß, nicht erträgt. Im Fortschritte des Erkennens kommen viele Probleme
Lösung, oft aber nicht endgültig und nicht total, und gerade die tiefere,
umfassendere Erkenntnis zeitigt immer wieder neue Probleme, die auch
das Wachstum an Erfahrungsmaterialien zunehmen. Doch steigert sich auch
die Kraft und Kunst der Problemlösung und auch die Problemstellung wird
immer exakter. Außer den besonderen Problemen der Wissenschaften
gibt es allgemeine oder Grundprobleme philosophischer Art, wie das Er-
kenntnisproblem (Ursprung, Gültigkeit, Grenzen der Erkenntnis), die „meta-
physischen" Probleme (Wesen des Seienden, Vielheit oder Einheit, Wesen von
Raum, Zeit, Materie, Kraft, Ursache, Zweck, Leben, Seele, Unsterblich-
keit, Willensfreiheit, Gott usw.: ontologisches, psychologisches,
theologisches P.), die ethischen Probleme (Wesen, Ursprung, Bedeutung der
Sittlichkeit) in Verbindung mit dem Wertproblem überhaupt, u. a. (vgl. Natur-
philosophie, Kulturphilosophie, Geistesphilosophie usw.). Vgl. MACH, Analyse der
S. 25, 5. A. 1906; Erkenntnis u. Irrtum, 1906, 247; R. AVENARIUS,
Kritik der reinen Erfahrung 1888—90, II, 776 ff. (Problematisation" und „De-
problematisation" als Momente des Erkennens); FLÜGEL, Die Probleme der
Philosophie4, 1906; G. SIMMEL, Hauptprobleme der Philosophie, 1910 u. die in
dem Artikel „Philosophie" genannten Verfasser vor Einführungen in die Philo-
sophie; HÖFFDING, Der menschliche Gedanke, 1911 (Bei den
problemen" liegt der Stachel des Problems in der Unvollständigkeit unserer Ge-
dankenwelt, bei den „Befreiungsproblemen" in einem Streite innerhalb unserer
Gedankenwelt). Vgl. Frage, (NATORP).
fraglich, zweifelhaft, ungewiß, möglich
(P. Urteil: S kann P sein; S ist vielleicht P; vgl. SIGWART, Logik I2, 1889
bis 93, 229 ff.; 4. A. 1912; E. J. HAMILTON, Erkennen und Schließen, 1912).
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften