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Handwörterbuch der Philosophie
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Psychisch. ich „bewußtes", zentralisiertes Psychisches findet sich freilich im Anorganischen nicht (s. Panpsychismus), hingegen ist das Psychische ein Faktor alles Lebens (s. d.) und aller Entwicklung d.). Im Physischen hat das Psychische seine „Außenseite", es kommt in ihm zum Ausdruck, äußert, objektiviert sich, er- scheint in ihm, liegt ihm (relativ „an sich") zugrunde, mit ihm zusammen sich entfaltend, steigernd, differenzierend, integrierend, mechanisierend usw. Es ist an sich weder Bewegung noch (physische) Energie, läßt sich aber vom Standpunkt äußerer Erfahrung, mittelbarer Erkenntnis als Bewegung, Energie auffassen (vgl. Materialismus), d. h. in die Sprache der Physik und Chemie wobei freilich von dem das Psychische konstituierenden Qualitativen und abstrahiert wird. Psychisches und Physisches ergeben sich durch die verschiedene Auffassungsweise der einheitlichen Gesamterfahrung und stehen, als begrifflich-methodisch unterschiedene Daseinsweisen, Reihen scharf auseinandergehalten, zum „erkenntnistheoretischen Subjekt", zum „transzendentalen" (s. d.), logischen Bewußtsein in Beziehung (s. Wahr- nehmung, Psychologie). Das Psychische wird meist als das Objekt der innern Wahrnehmung be- stimmt, das immateriell, unräumlich, unausgedehnt, rein zeitlich-intensiv ist. So von AUGUSTINUS, den Scholastikern, LOCKE, LEIBNIZ, KANT, HERBART, VOLKMANN, LOTZE, WITTE, L. BUSSE, GLOGAU, JERUSALEM (die psych. Vorgänge sind „substratlos", reine Geschehnisse, Lehrbuch d. Psychol.4, 1907), HAGEMANN, GUTBERLET, A. DYROFF, OFFNER U. a. Nach F. BREN- TANO sind psychisch alle Phänomene, welche einen Gegenstand intentional (s. d.) in sich enthalten (Psychologie 1874, I, 115 f.). „Akt" und „Inhalt" (bzw. auch „Gegenstand") unterscheiden am Psychischen HÖFLER (Psychologie, 1897, S. 3 f.), MEINONG, WITASEK (Psychologie, 1908, S. 50 f.), STUMPF („Funktion") u. a.; vgl. HUSSERL, Log. Untersuch., 1900, II, 353 ff. Mit dem Bewußtsein (s. d.) identifizieren das Psychische TH. ZIEGLER JODL, ZIEHEN, DILTHEY, WUNDT, FOUILLEE, EBBINGHAUS U. a. — Nach E. v. HARTMANN sind die psychischen Akte unbewußt (s. die psychischen Phänomene bewußt; ähnlich DREWS. Nach LIPPS sind die psychischen Akte unbewußt, die Inhalte bewußt (Leitfaden d. S. 47 ff., 3. A. 1909). — M. PALAGYI unterscheidet die „vitalen" Vorgänge (Gefühl und Trieb, Emp- findung, Vorstellungsbild) von den „geistigen Akten", die nicht anschaulich sind und intermittieren, während jene fließend sind („Pulslehre des mensch- lichen Bewußtseins"; Naturphilos. Vorles., 1908, S. 11 ff.). Vgl. v. D. PFORDTEN, Psychol. des Geistes, 1910 (s. Geist). — Die Existenz psychischer „Akte" leugnet besonders R. nach welchem das Psychische aus „Vor- kommnissen" mosaikartig zusammengesetzt ist (Mechanik des geist. Lebens, 1906, S. 470). Als Inhalt der unmittelbaren, anschaulichen Erkenntnis betrachtet das P. WUNDT (S. Psychologie). — Nach JODL ist es das „innere subjektive Erleben, Wahrnehmung eines „neurologischen Prozesses" (Lehrb. d. Psychol., 1909, I3, 100 ff.); ähnlich SPENCER, HUXLEY, MAUDSLEY, RIBOT (nach welchem es bloßes „surajoute") ist, FOREL, F. EXNER U. a. Als Erlebnisse („Elemente") in ihrer Abhängigkeit vom Subjekt (Indi- viduum, Organismus, Gehirn) betrachten das P. KÜLPE (Grundr. der Psychol., 1893, S. 2), AVENARIUS (Vierteljahrsschr. f. wissensch. Philos., 19. Bd., vgl. Introjektion), PETZOLDT (Das 1912), E. MACH (Analyse der
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Handwörterbuch der Philosophie
Titel
Handwörterbuch der Philosophie
Autor
Rudolf Eisler
Verlag
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Ort
Berlin
Datum
1913
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
Abmessungen
12.7 x 21.4 cm
Seiten
807
Schlagwörter
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Kategorie
Geisteswissenschaften
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