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514 Psychismus — Psychograph.
ein Bedingtsein bestimmter Effekte durch bestimmte psychische Faktoren (Auf-
merksamkeit, Gefühl, Interesse, Streben, Denken, Assoziation, Verschmelzung
usw.) aufweist. Nur gibt es hier neben der Wiederkehr des ein
„Wachstum geistiger Energie" (s. Psychische Energie).
Eine psychische Kausalität gibt es LEIBNIZ, FICHTE, SCHOPENHAUER,
BENEKE, LOTZE, FECHNER, STRÜMPELL, WUNDT (S. Psychologie),
FOUILLEE, JERUSALEM, KREIBIG U. a., während RIBOT, MÜNSTER-
BERG u. a. sie bestreiten (vgl. Psychisch). Nach DILTHEY, F. J. SCHMIDT,.
JAMES, BERGSON U. a. besteht nicht eigentliche Kausalität im Psychischen,
sondern ein stetiger, innerer, immanent-teleologischer Zusammenhang. VgL
DILTHEY, Ideen über eine beschreibende u. zergliedernde Psychologie, 1894;
R. EISLER, Das Wirken der Seele, 1909. — Vgl. Synthese, Entwicklung,
Zweck, Kausalität.
Psychismus Seele): psychisches Getriebe (vgl. GRASSET,
psychisme inferieure, 1906), psychisches Kräftesystem (vgl. E. DE
Le psychisme social, 1896), Auffassung des Wirklichen als innerlich, an sich
psychischer Art (FOUILLEE, PAULSEN U. a.; s. Panpsychismus).
Psychoanalyse: Aufdeckung des „Verborgenen, Vergessenen, Ver-
drängten im Seelenleben", der unbewußten Triebe und Regungen, insbesondere
sexueller Art, welche nicht „abreagiert", nicht befriedigt sind, nach Erfüllung
drängen und sich oft krankhaft geltend machen, während ihre Bewußtwerdung
befreiend wirkt. So nach S. FREUD (Studien über Hysterie, 1905, mit J. BREUER;
Drei Abhandlungen zur 1910; Über Psychoanalyse, 1910; 2.
1912; Zur des Alltagslebens4, 1912 u. a.). Vgl. die Zeitschriften
I, 1912 u. Zentralblatt für P., ff.; ALF. ADLER, Über den ner-
vösen Charakter, FURTMÜLLER, Psychoanalyse u. Ethik, A. KRON-
FELD, Archiv f. d. gesamte Psychol. Bd. 22, 1912. Vgl. Traum, Person.
Psychohiologie: 1. Biologie des Psychischen; 2. Ableitung des Lebens*
(s. d.) aus psychischen Faktoren (PAULY, AD. WAGNER, FRANCE, KOHN-
STAMM, VIGNOLI, DELPINO, MACKENZIE U. a.; auch z. Teil als
bezeichnet).
Dynamik (s. d.) der psychischen Vorgänge, Lehre
von den psychischen Kräften (wie bei HERBART), den dynamischen
des Psychischen (A. LEHMANN, Elemente der Psychodynamik, 1905).
Entwicklung der Seele, Lehre von der seelischen Ent-
wicklung des Kindes, der Tiere usw. (vgl. Kindespsychologie, Tierpsychologie).
Vgl. PREYER, Psychogenesis, wissenschaftliche Tatsachen u. Probleme, 1880;
DESSOIR, Das Doppel-Ich, 2. A. 1896, S. 43.
Psychognosis Seelenkunde, Seelenkunst,
seelischer Zusammenhänge. Vgl. DESSOIR, Archiv f. systemat. Philos.: Beiträge
zur Ästhetik I, ff.; STERN, Different. Psychol.2, 1911.
Psychograph: spiritistischer Apparat, mit einem Zeiger, den
„spirits" (Geister; in Wahrheit nur die Hand des Mediums) über Buchstaben
führen sollen, um Wörter und Sätze zusammenzusetzen. —
Darstellung individueller seelischer Komplexe.
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften