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Qualität. 525
8, 25). Er unterscheidet vier Qualitätsarten: Eigenschaften und
Tätigkeitsanlagen, passive Beschaffenheiten, geometrische Bestimmtheiten
Met. 1020 b 17 ff.). Im Gegensatz zu DEMOKRIT (s. unten) vertritt A. eine
qualitative die Qualitäten sind ihm etwas durchaus Objek-
tives, in den Dingen So denken auch die (s.
unten). Die Q. ist ein „modus essendi", eine „dispositio (THOMAS
VON AQUINO, Sum. theol. I, 28, 2 c). LOCKE bestimmt die Q. als die Fähig-
keit eines Dinges, in uns eine Empfindung zu erregen (Essay concern. hum.
understand. II, K. 8. § 8); LEIBNIZ als die für sich genommene Bestimmtheit
eines Dinges (Philos. Hauptschriften I, 55, 72).
Nach KANT ist die Q. eine Klasse von Kategorien (s. d.), umfassend die
Realität, Negation und Limitation. Die Q. der Empfindung ist, wenn sie auch
im einzelnen nur aus der Erfahrung kennen gelernt wird, etwas, was in
bezug auf die Eigenschaft, einen Grad (eine Intensität) zu haben, a priori er-
kannt werden kann (s. Antizipation). An apriorischen Größen können wir nur
eine einzige Qualität, nämlich die Kontinuität, „an aller Qualität aber (dem
Realen der Erscheinungen) nichts weiter a priori als die intensive Quantität
derselben" a priori erkennen (Krit. d. rein. Vernunft, S. 56 f., 169 f.). HEGEL
bestimmt die Q. als Kategorie, die wiederum ein Moment der dialektischen
(s. d.) Selbstentfaltung des „Absoluten" (der „Idee") ist; Q. umfaßt das
Sein (im engern Sinne), Dasein, Fürsichsein. Nach E. v. HARTMANN ist die
ebenfalls eine • Kategorie, aber sie kommt nur in der „subjektiv idealen
Sphäre", als „Synthese von intensiven Empfindungskomponenten" vor; die
mittelbar nur repräsentativ gedachten Dinge sind qualitätslos, ebenso das Ab-
solute (Kategorienlehre, 1896, S. 29 ff.). Nach H. COHEN ist der Unterschied
der „als ein solcher der Realität und auf die verschiedenen Ordnungen
des Unendlichkleinen zu denken" der Infinitesim., 1882,
S. 110, 149). Auch nach TH. LIPPS U. a. ist die Q. in Quantität „umzudenken"
(s.
Die Subjektivität von Sinnesqualitäten betonen schon die Veden, die
Eleaten (s. Sein). Nach DEMOKRIT nur Gestalt, Größe, Härte,
Ausdehnung, Bewegung an sich, während Farben, Töne usw. nur unserer
Meinung nach objektiv sind yXvxv,
Sext. Empir. Advers. Mathemat.
VII, 135). Ähnlich die Epikureer (vgl. LUCREZ, De rerum natura II, 730ff.).
Die Objektivität der Quaütäten lehren hingegen ARISTOTELES, die Stoiker, die
meisten Scholastiker (mit Ausnahme Schule dieSinnes-
nur „Zeichen" von objektiven Eigenschaften sind). Sie unterscheiden
„qualitates und (primariae, d. h. Grund- und
abgeleitete Eigenschaften (Wärme, Kälte, Feuchte, Trockenheit = primär).
So schon ALBERTUS MAGNUS (Phys. V, tr. 1, C. 4; vgl. Archiv f.
Gesch. d. Philos. XV, 1909). „Verborgene" Q. („qualitates sind
Kräfte, „virtutes oecultae" (z. B. gewisser Mineralien wie Saphir, W.
AUVERGNE u. a.), die aus den bekannten nicht ableitbar sind (z. B. die
magnetische Anziehungskraft; der Ausdruck „q. oecultae" kommt erst ziemlich
spät vor; vgl. J. WILD, Jahrb. f. Philos. XIX).
Zwischen subjektiven und objektiven unterscheiden CAMPANELLA,
GALILEI Saggiatore II, 340), DESCARTES (Princip. philos. I, 57; IV, 198 ff.),
MALEBRANCHE, MERSENNE, HOBBES (De corpore, K. 25, 3),
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften