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530 Ratio — Rationalismus.
(Der „Germane" Rassenideal); DE LAPOUGE, Les sociales, 1896;
1899; L. WOLTMANN, Poütische Anthropologie, 1903; Die Germanen
und die in Italien, 1905; DRIESMANS, Rasse und Milieu, S.
2. A. 1909; L. Der Rassenkampf, 1883; NIETZSCHE,
AMMON, Die natürliche Auslese beim Menschen, 1893 (Selektionismus);
Natürliche Auslese u. Verbesserung, 1895; F. GALTON, Natural
Interitance, 1889, u. a. (Eugenik); SCHALLMAYER, Vererbung u. Auslese,
2. A. 1910; Zeitschrift f. Sozialwissensch. XI, 1908; PLÖTZ, Die Tüchtigkeit
unserer Rasse, 1895; R. GOLDSCHEID, Höherentwicklung u. Menschenökonomie
I, 1911 (gegen den Selektionismus, für aktive Milieuverbesserung); L. v.
SER, Rassentheorien, 1908; Le des races, 1905, 3. A. 1912;
F. HERTZ, Moderne 1904; L. STEIN, Die Anfänge der Kultur,
1906 (die drei letzteren Gegner der Rassentheorie). Archiv für Rassen- und Ge-
sellschaftsbiologie. Vgl. Selektion, Soziologie.
Ratio: Vernunft (s. d.), auch Verstand (s. d.); Grund. atio:
Schlußfolgerung, logisches Denken. — Rational: vernünftig, aus der Vernunft,.
durch bloße Vernunft, durch bloßes Denken, rein begrifflich-deduktiv. VgL
Psychologie (WOLFF).
Rationalismus (ratio, Vernunft): Vernunftstandpunkt, bedeutet ur-
sprünglich und z. T. auch noch jetzt (in der Theologie) die Basierung der Re-
(s. d.) auf die Vernunft, die Tendenz, die Glaubenswahrheiten mit der*
Vernunft zu harmonisieren, sie vernünftig auszulegen, Wunder u. dgl. auf
„natürliche" Vorgänge zurückzuführen oder symbolisch aufzufassen
zuerst in einem Schreiben vom Jahre 1646, State-papers von Clarendon,.
Bd. II, bei LECHLER, Geschichte des englischen Deismus, S. 61; theologische
Rationalisten sind LESSING, CHR. WOLFF, SACK, ERNESTI, SEM-
LER, PAULUS U. a.; HERDER, HAMANN, JACOBI, LAVATER, SCHLEIER-
MACHER u. a.; vgl. STXUDLIN, Geschichte des R. und
1826; THOLUCK, Gesch. des R. I, 1865). VgL Deismus.
Ferner bedeutet auch das Vertrauen zur Vernunft, zur Fähigkeit des-
Menschen, mittelst seiner vernünftigen Einsicht planmäßig sein Leben, insbe-
sondere auch die sozialen Verhältnisse gestalten, ordnen und entwickeln zu
können (vgl. Aktivismus, Willenskritik, Soziologie, Kultur, Sittlichkeit).
Im erkenntnistheoretischen Sinne ist R. die Ableitung der Erkenntnis, deren
Grundlagen und Voraussetzungen nach, aus der Vernunft, dem reinen
welches die Kraft hat, mit selbsteigener, apriorischer (s. d.) Gesetzlichkeit
Grundlagen der zu liefern (vgl. Kritizismus), ja sogar Begriffe zu
erzeugen, welche über alle Erfahrung hinausgehen und, von ihr
Objekte erfassen, die überhaupt nicht erfaßbar sind (Seele, Gott usw.; dog-
matischer R.; vgl. Metaphysik). Die Vernunft ist eine Quelle realer
kenntnis, in ist die Erkenntnis der „ewigen Wahrheiten" beschlossen (s.
geboren) oder wenigstens angelegt und nur das reine, begriffliche
die sinnliche Erfahrung erfaßt die Realität, das Wesen der Dinge.
denkend läßt Wahrheit Wirklichkeit bestimmen; bloße Erfahrung
führt nicht zu streng notwendigen und allgemeingültigen Sätzen (vgl. Denken,
Erfahrung, Erkenntnis, A priori, Tatsache, Realität, Sein,
Logismus, Begriff).
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Handwörterbuch der Philosophie
- Titel
- Handwörterbuch der Philosophie
- Autor
- Rudolf Eisler
- Verlag
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Ort
- Berlin
- Datum
- 1913
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 3.0
- Abmessungen
- 12.7 x 21.4 cm
- Seiten
- 807
- Schlagwörter
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Kategorie
- Geisteswissenschaften